Biki-Blog

14/6 Soča

Seit Ostern versuche ich mich nun am Wildwasserfahren. Mehr oder weniger gut klappt das, viel Vorsicht und Unsicherheit fährt mit.
Einen landschaftlich besonders schönen Fluss wollte ich in diesem Jahr unbedingt fahren: die Soča in Slowenien. Die Bilder, die man so findet sind umwerfend. Türkis ist ja auch sonst meine Lieblingsfarbe 🙂

Eine bei Paddlern beliebte Urlaubszeit dort ist Pfingsten und auch mein Verein fährt seit vielen Jahren regelmäßig um diese Zeit hin.
Für einen Anfänger gibt es mehrere gute Strecken, ich ordne diesen Eintrag danach. Das etwas persönlichere Tagebuch des Urlaubs ist hier zu finden.

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Wildwasser 1-2 findet man auf der Hausfrauenstrecke-Cezsoča -Boka-Srpenica 1 und Kobarid-Tolmin.
Wildwasser 2-3 gibt es dann auf der Hausstrecke mit Frauenschlucker und Italienerschwall und Srpenica 2.
Die schönste Landschaft und den schönsten Paddelabschnitt fand ich auf Srpenica 2. Allerdings muss man dann weit hoch tragen wenn man nicht die Friedhofstrecke nach Trnovo weiterfahren möchte/kann.

Eine sehr gute Übersicht und die Beschreibung aller Abschnitte gibt es hier auf Kajaktour.

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Hausfrauenstrecke und Srpenica 1

Vermutlich beginnen alle Anfänger auf der Hausfrauenstrecke. WW 1-2, einige Schwälle, keine Gemeinheiten. Start ist an der Brücke von Cezsoča. Ein guter großer Einstieg, großer Parkplatz, dahinter der Prijonshop. Dort und auch am Camp Liza kann man die Paddelkarten kaufen: pro Tag 2,50 oder für eine Woche 10,-. Davon wurden wohl in letzter Zeit die Einstiege und Parkplätze eingerichtet und instand gehalten. An allen Ein-Ausstiegsstellen gibt es Toiletten, manchmal sogar Umkleiden.

Gemütlich treibt man den Bach hinunter, ab und zu gibt es kleinere Wellen. Aufpassen muss man auf die Hölzer am Rand, manchmal werden sie angeströmt und wenn man schwimmt landet man womöglich darin. Die Strecke ist ein schöner Start, mit dem man sich an die Fließgeschwindigkeit und die Kälte des Wassers gewöhnen kann. Es bleibt genug Zeit, Berge und klares Wasser zu bewundern. Immer mal wieder sind Fliegenfischer zu sehen. Bisschen schwierig ist es manchmal, einen großen Bogen zu fahren wenn zu wenig fahr- und angelbares Wasser zur Verfügung steht.

Am Einstieg Cezsoča

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Unterwegs auf der Hausfrauenstrecke

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Das Ende der Strecke kündigt ein toller Blick auf den Boka-Wasserfall an. Der Weg hoch zum Fall dauert etwa 2 Stunden. Direkt nach dem Blick mündet die Boka in die Soča und sofort dahinter, unter der Brücke rechts befindet sich der Ausstieg. Kurzer Weg nach oben, Parkplatz, Toilette, Café – alles da.

Boka: Ein- und Ausstieg, Ende der Hausfrauenstrecke, Wasserfall und Mündung der Boka

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Weiter geht es bis zum Rafteinstieg Srpenica 1. Gleich zu Beginn passiert man die größte Schwierigkeit: einen Schwall, an dem wir uns ca. 5-10 m vom rechten Ufer hielten. Rechts davon gab’s einen knapp überspülten dicken Stein, links die Kiesbank. Danach bleibt es bei Schwällen und Kiesbänken, Bäumen vom Ufer hineinragend und schmalen Durchflüsse durch den Kies, die zum Teil die Ufer anströmen.

Der Ausstieg liegt rechts an einer langen Kiesbank, mit Ausbuchtungen für die Rafts und einem Parkplatz dahinter. Unten ist Laden erlaubt, oben an der Straße wird geparkt.

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Srpenica 2: ww 2-3, kurz aber unheimlich schön, schluchtig und Slalom um Steine, Einstieg oberhalb von Srpenica am Rafteinstieg, Ausstieg in einem großen Gumpen rechts, danach Beginn der Friedhofstrecke ww 3-4, 500 m bergauf guter Weg zum Parkplatz unterhalb des Kieswerkes. Wir konnten am Wasser im Gumpen eine Hornotter beobachten. Sie ist eine der giftigsten europäischen Schlangen, bewegte sich aber sehr entspannt.

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Die Hornotter wird von allen hochinteressiert beobachtet:

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Eine weitere ww 1-2- Strecke gibt es weiter flussab, unterhalb der Abseilstrecke: Kobarid Nepoleonbrücke – Str.-Brücke Tolmin. Leicht, Schwälle, keine Gemeinheiten, angeströmte Ufer mit Bäumen, klarstes Wasser flach über den Steinen ist toll anzuschauen.

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Wenn man die Anfahrt nach Tolmin eh schon geschafft hat bietet sich eine kleine Wanderung durch die Klamm der Tolminka an. Schmal, kalt, feucht war sie früher nur sehr schwer zugänglich. Das war die Rettung für die Isonzo/Marmorata-Forelle. Sie wurde aus den meisten Soca-Abschnitte geangelt und stark reduziert. Um den Fiscbestand zu erhöhen wurde dann die Regenbogenforelle eingesetzt. Sie breitete sich aus, die Isonzo konnte sich nicht durchsetzen. Nun gibt es nur noch in ganz wenigen abgeschiedenen Flussabschnitte die ursprüngliche Form. In der Tolminka gab es in den 90ern ein Zuchtprojekt der Marmorata. Inzwischen sind Mischlinge weit verbreitet, die Marmorata wird aber weiter stärker. Fischer trifft man an der Soča häufig. Sie zahlten dieses Jahr € 90,- pro Tag, um angeln zu dürfen.
In der Tolminklamm genoss ich ein gemütliches Picknick, schlenderte über die befestigten Weglein und erforschte ein bisschen die offene Dante-Höhle. Seit dem Ardeche-Urlaub hab ich bei sowas ja grundsätzlich 2 Taschenlampen dabei …

passt – passt nicht:

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Zurück an der Soča fehlt nun noch der anfängertaugliche Abschnitt oberhalb der Hausfrauenstrecke. Er heißt Hausstrecke und liegt zwischen der alten Seilbahn Zicnica Golobar und Cezsoča/Prijon. WW 2-3, viele Schwälle, gleich zu Beginn der Frauenschlucker, die Mündung der Koritnica an den Camps Kovac, Toni, Liza und der Italienerschwall sind die Eckpunkte. In meiner ersten Woche war der Wasserstand im oberen Mittelwasser, sank dann rapide und bei Abfahrt musste man schon sehr darauf achten, keine Steine um zu fahren. Entsprechend änderten sich auch die Anforderungen von wuchtiger-schnell zu technischer. Mir gefiel es bei weniger Wasser besser, ich mag technisch.

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Getümmel am Einstieg, von oben kommen Paddler und Boot aus der 2.-3. Klamm angeschwommen. Hier gibt’s immer was zu gucken, Rafts mit Tagesgästen, die eingewiesen werden oder man kann zum Frauenschlucker laufen und sich auf der Sandbank sonnen.

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Erste Etappe: Frauenschlucker – eine angeströmte Felswand, unter der das Wasser verschwindet und einen Schwimmer mitnimmt. Normalerweise wird man wohl durchgespült, dieses Jahr stand ein Baumstamm unter dem Fels. Ich probierte es lieber nicht aus. Ein Video davon gibt es hier. Eine Kenterung an der Stufe vor dem Fels in unserer Gruppe führte zu einem verschluckten Paddler, der von Mehreren am Seil raus gezogen wurde. Zum Glück war die Stelle von unserer Vorhut gesichert worden.
Beliebt ist es, von der Brücke neben den Fels ins Wasser zu springen oder zu schwimmen.

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Die eingezeichnete schwarze Linie ist die „gute“ Fahrlinie: Rechts anpirschen, über eine Stufe runterplumpsen und kurz vor dem Fels rechts ins Kehrwasser. Dann gemütlich Fels und Strömung anschauen und ohne große Anstrengung rübertraversieren ins gegenüberliegende Kehrwasser. Von dort wird auch gesichert. Dann ohne viel Aufregung am Fels vorbeischwenken und hinter dem Fels rechts auf die Sandbank. Wer von der Brücke springen will muss von dort hoch klettern.

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Nun kommt man an die Mündung der Koritnica. Eine aus beiden Richtungen gern genommene Kenterstelle. Ich genoss sie gleich 2 mal. Wer dann keine Lust mehr hat kann hier an den Camps aufhören und sich vor’s Zelt setzen. Oder man steigt hier erst ein.

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Der nächste spannende Punkt ist der Italienerschwall. Bei viel Wasser macht er hohe Wellen, bei wenig Wasser konnte man um die Felsen herum Slalom fahren. Am unteren Ende kommt ein in der Mitte liegender Block, links geht’s gut vorbei.

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Was ist an diesem Bild falsch?
Ihr war vorwärts zu langweilig, also ist sie den dicken Schwall rückwärts runter gefahren. Tststs…

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Und bald kommt die Aussetzstelle der Hausstrecke in Sicht: die Brücke bei Cezsoča/Prijon. Hier nach einem Schauer im schaurigen Nebel.

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Alle anderen Strecken hatten Schwierigkeit 3 oder mehr und waren für mich damit zu schwer. Muss also üben, z.B. bald an der Durance. Schön ist es an der Soca.
An einem Motorradtag habe ich die vielen kleinen Seitentäler erforscht, war an der Socaquelle und auf dem Predilpass.
Und an einem Tag habe ich das Raft eingesetzt, um die Nerven wieder zu beruhigen. Hat funktioniert.

Und hier kommt der Alltag: Tiere, Pflanzen, Wasser, Wetter, Schlafen, Entspannungsbäder mit Trockenanzug, Essen, der Kühlschrank im Bach, …

Campen auf einem der Camps passt. Gut mitgenommen fühlte ich mich wieder von den Hohenlohern, mit denen es immer lustig und nett ist. Und mit denen der Paddel-und-Pausen-Rhythmus immer passt. Wo hat man schon eine Physiotherapeutin und einen persönlichen Paddelcoach dabei? Und wo kocht schon der Vereinschef jeden Morgen den Kaffee? Danke, Achim!

Alles was man so braucht bekommt man Bovec. Gesprochen hinten mit K! Ein Supermarkt mit sehr guten Ćevapčići, Cafés, Post, Touri-Info, Krimskramsläden. Paddelkram gibt’s bei Prijon in Cezsoča und in Trnovo. Gegessen haben wir sehr gut am Camping an der Umgehungsstraße.

Es fehlt ein Bild von der weltbesten Eisdiele: am hellen Markt /Ortskern (nicht am Supermarktparkplatz!) ein Stück Richtung Süden gehen, dort stehen Tische, auf der anderen Straßenseite ist die Eisdiele. Alles ist lecker. Besonders der Milchshake mit Brombeereis, aber ohne Soße bestellen …

Ein guten Bäcker gibt’s aus Richtung der Einfahrt mit Kreisel Nord, nicht weit, recht unscheinbar.

Um diese leckeren Lebensmittel kühlen zu können (Grape!) gab es auf unserem Camp einen kleinen Bachlauf, der leider versiegte als der Wasserstand des Sees zu gering wurde.

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Schön war’s!

1 Kommentar »

  1. Großartig! Und diese Farben! Ich muss da auch nochmal hin. Der Triglav Nationalpark ist für mich wie Kanada im Kleinformat.

    Kommentar von SonjaM — 8. Juli 2014 @ 17:41 | Antwort


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