Biki-Blog

14/4 Ardeche

Autoladung Start

Nachdem ich letztes Jahr fast alle Touren hier mit dem Raft gepaddelt hatte war also nun die neue Mamba dabei. Das Raft natürlich vorsichtshalber auch, aber es blieb eingepackt (gell, Jens 😉 ).

Dazu die DRZ, das Zelt, die Bierzeltgarnitur und ein paar Kleinigkeiten. Der kleine Bus wurde voll, aber alles passte tetrissig rein.

Der Wasserstand blieb leider so sehr niedrig wie er bei der Anreise war. Einerseits war das schlecht weil nicht viele Abschnitte paddelbar waren und wir doch öfters geschrappt oder getreidelt haben. Andererseits war das für mich toll, da keinerlei Wucht da war, die Unterspülungen kaum vorhanden weil über Wasser und die angeströmten Felsen harmlos waren. Ich konnte also relativ angstfrei alle Strecken paddeln. 2 Kenterungen wegen Unfähigkeit sorgten für je ein kurzes Bad. Ausstieg problemlos, Boot einfangen ebenso.

Ein paar entspannte Mopedtouren an den paddelfreien Tagen mussten sein. In die Berge ganz hoch bin ich nicht gefahren, das war einfach zu kalt. Aber in halbe Höhe ließ sich schön in den Tälern bummeln und in der Sonne liegen. Verkehr war fast keiner unterwegs, der einzige LKW auf einspuriger Strecke kam natürlich in einer Kurve entgegen, der Fahrer war genauso überrascht wie ich. Zum Glück hat die Reaktionszeit gerade so ausgereicht. Auch auf der Schluchtstrecke war nicht viel los. Die Ziegen lagen wieder herum, ich musste an jedem Aussichtspunkt halten und runtergucken und in St. Martin gab’s lecker Kaffee am Ardècheufer.

An 3 Tagen habe ich allein bzw. mit der Paddelgruppe Höhlen angeschaut. Gefunden haben  wir sie immer nur durch Tipps von Gruppenmitgliedern oder Hinweisen von Zeltplatzmitbewohnern. Sehr spannend, mit Lampe, Ersatzlampe, Helm und Stiefeln in ein schwarzes Loch zu kriechen. In der Gruppe macht das Spaß, allein war ich eher zurückhaltend und sehr vorsichtig. Immer muss man durch kleine Löcher kriechen, irgendwann öffnet sie sich und wird zum Dome, in dem man sich orientieren und merken muss, wo der Ausgang ist. Wirklich gefährlich erschien mir keine. Tropfsteine und Ablagerungen fanden wir immer, alte Zeichnungen nicht. Das älteste Gekritzel war von 1880.

Fazit nach 2 Wochen

Paddeln, insgesamt um die 145 Kilometer

  • 3 x  Ardèche Pont d‘ Arc – Sauze
  • 3 x Ardèche Balazuc-Lanas – Ruoms davon 1 x inkl. Mühlenwehr bis Chapouliere
  • 3 x untere Beaume bis Chapouliere
  • 2 x Ardèche Slalomstrecke bis Pont d‘ arc inkl. Challemagne

Mopedtouren

  • 2 x rund um die große Schlucht
  • 2  x in die Berge: Chassezactal, Ibietal, Mini- und Weinwege
  • diverse kurze Touren um die umliegenden Dörfer

Höhlenbesichtigungen – keine geführten, ausschließlich auf eigene Faust mit Helm und Lampen:

  • an der Beaume: anstrengend, schmutzigmachend, sehr schmale Durchlässe, eigentlich besser mit Guide, schöne Tropfsteine
  • an der Ibie: unkompliziert, große Dome, über eine Stunde und sehr sehr schöne Tropfsteine, leider keine Fledermäuse sichtbar
  • in der Nähe der combes de poucholle: einfach, mit kleinem See und Quelle, sehr schwer zu finden

Da sich die Ziele wiederholten gliedere ich diesmal nicht nach Tagen sondern nach Inhalten.

Paddelstrecken

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Los geht es mit meiner Lieblingspaddelstrecke: Auf der Ardèche ab Lanas (oberhalb von Balazuc) bis Ruoms, bzw. einmal bis Zeltplatz Chapoulière. Einsteigen kann man oberhalb des Wehres, um die Rutsche mit zu nehmen oder unterhalb gemütlich. Dann geht es spritzig-schlängelig los, wird gemütlicher bis träge. An Balazuc vorbei, unter der hohen Brücke hindurch, an Felswänden entlang paddelt man durch die beeindruckende Schlucht. Bei Pradon öffnet sich hinter der Brücke und einer Rechtskurve mit einem kleinen Wasserfall die „verrückte“ Schlucht. Man hat den Eindruck, steil bergab zu fahren. Stattdessen muss man nur eine Stufe überwinden, die allerdings auf einen Stein zu läuft. Unten noch eine angespülte Wand umfahren, größer sind die Schwierigkeiten nicht. Später kommt der „Pädagogenschwall“. Seinen Namen bekam er, da es hier bei 5 Paddlern 6 Meinungen über die Fahrlinie gibt. Gerade über das verfallene Wehr, halbrechts durch die Stromzunge mit Welle oder links um die verfallene Mauer herum. Es geht alles. Eine schöne Spielstelle mit Wellen und Walze und guter Pausenplatz. Nun paddelt man aktiv auf Ruoms zu. Das Wehr staut ganz gut an. Über die Rutsche rechts geht es hinab – Vorsicht bei viel Wasser: da geht es mit dem Kopf an den Fels. Links danach könnte man aussteigen. Weiter geht es für uns über das Mühlenwehr. Bei diesem Niedrigwasser muss man über viele Steine seinen Weg finden. Bei mehr Wasser gibt es sicher hohe Wellen. Kurz danach mündet rechts die Beaume. Über dieser Mündung fliegen manchmal hunderte Schwalben auf der Jagd nach Insekten. Auf den Fotos sind sie leider nicht zu sehen. Einige Meter weiter kann man links am Zeltplaz Chapoulière aussteigen.

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2. Strecke Paddeln „Die große Schlucht“

24 Kilometer vom Pont d‘ Arc bis Sauze, kurz vor St. Martin.

Am schwierigsten empfand ich einen stufigen Schwall gleich zu Beginn, das Hackmesser und den angeströmten Fels weiter unten. Die Linie war durch den niedrigen Wasserstand ziemlich vorgegeben. Ausweichen war oft gar nicht möglich. Hier lernte ich also das Kehrwasserfahren weil ich es musste. Sowohl am Hackmesser als auch am Stein ging das sehr gemächlich und problemlos.

Bei 2 der 3 Fahrten bin ich geschwommen: einmal an den Eingangsstufen: schräg über 2 versetzte Steine, nicht richtig gestützt. Und einmal nach einem harmlosen Schwall, auf den unten Querwasser traf und eine strudelige Verschneidung bildete. Rechts gestützt, links gestützt, zu langsam gewesen, umgefallen, sehr nett rausgefischt worden :-).

Die letzten Kilometer tobte sich ab und zu der Wind aus, er kam aus immer wechselnden Richtungen, ließ aber zum Glück auch wieder nach. Wenn die Sonnenfelsen von Sauze in Sicht kommen ist man dann aber doch froh, die Strecke geschafft zu haben. Ich fahre sie sehr gerne, merke, dass ich vom Wanderpaddeln komme und gerne auch paddle, nicht nur runtertreibe.

 

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3. Paddelstrecke „Untere Beaume“

Diese Strecke kannte ich noch nicht vom letzten Jahr. st eine wunderschöne Schluchtstrecke ohne schwierige Stellen. Man sieht bei dem wenigen Wasser die tiefen Unterspülungen, die bei viel Wasser sehr gefährlich werden können wenn es einen hineinzieht.

Start ist in La Beaume wo man gut parken, einfach einsteigen und gemütlich losbummeln kann. Cafès gibt es hier, ein verwinkeltes kleines Dorf und einige Höhlen. Zweimal mussten wir treideln, immer auch an der Mündung in die Ardeche.

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4. Paddelstrecke Ardèche Slalomstrecke Vallon bis Pont d‘ arc inkl. Challemagne

Eine kleine Nachmittagstour, die vor dem Schwall Challemagne keine Schwierigkeiten enthält. Wir mussten uns durch die herausstehenden Blöcke schlängeln und kamen gut unten an der abschließenden Welle an. Im Vergleich zum letzten Jahr ein heftiger Unterschied. Mitten auf der Strecke lag ein frisch geknicktes Verleihboot. Wie man das wohl schafft bei diesem sanften Fluss zur Zeit?

Schön zu verbinden ist diese Strecke mit einem Besuch auf dem Markt in Vallon am Donnerstag oder mit einer der Höhlen im Ibie- oder Ardechetal.

Hier war auch die Abschlussfahrt am Pont d‘ arc mit vielem Spielen und den unteren Wellen, Kaffeetrinken und einem letzten Blick auf die große Schlucht.

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Die Mopedtouren

Bei zwei Touren hatte ich gar keine Kamera dabei. Oft gehalten hab ich aber eh nicht. Schluchten, Täler, alte Dörfer, kleine Tiere, Sonne, ein fürchterliches Gewitter bei Sonnenuntergang mit Krach und Blitz gleichzeitig und leider zu wenig folgendem Regen. Gefahren bin ich keine Kilometerfressertouren sondern nur kleine Straßen, bisschen offroad, Höhlensuchwege und natürlich die große Schluchtstraße.

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Die Höhlenerkundungstouren

Platzangst hab ich zum Glück keine, Angst im Dunkeln auch gar nicht. Höhlenforschung finde ich sehr sehr spannend. Eine Höhle besuchte ich mit meiner Paddelgruppe. Das war unheimlich schön weil wir 3 große Dome fanden, einige Tropfsteine und Spalten, Adern im Fels und auf dem Boden. Über eine Stunde waren wir unterwegs.

Die anderen beiden Höhlen habe ich nicht vollständig besucht. Es kam jeweils nach einer guten Strecke eine sehr enge Stelle bzw. ein Abzweig, an dem ich mich allein nicht weiter traute. Dort dann mal das Licht ausmachen und die Dunkelheit und die Stille genießen ist genial. Ich hatte 3 Lampen dabei, eine auf dem Kopf, eine in der Hand, eine Reserve. Zum Glück auch immer den Helm auf und die dicken Wanderstiefel. Wenn ich mal wieder in die Region komme werde ich wohl mit einer guten Karte auf Höhlensuche gehen.

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Märkte

Angeschaut habe ich die Märkte in Vallon und Largentière. Gekauft hab ich jeweils Käse, Brot, Tomatenpaste und Rindersalami. Mnjam! Und immer bin ich danach mit meinen Schätzen zu einer sonnigen Picknickstelle gefahren.

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Zum Glück haben hier Mitpaddler fotografiert. Danke für die Bilder!

Irgendwann waren die beiden Wochen dann leider doch vorbei und das ganze Geraffel musste wieder ins Bussi. Schön, wenn eine natürliche Rampe zum Mopedverladen vorhanden ist. So geht’s ganz leicht.

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Am Nachmittag des letzten Paddeltages startete ich Richtung Norden und fuhr bis zur Doubs-Schlucht, die ich so wunderschön finde. Hier packte ich das Boot hinaus und mich auf die Matratze und schlief prima bis 8.00 Uhr. Dann wurde es auch Zeit für einen Kaffee und ein letztes Croissant. Auf ging es nun nach Hüningen. Nachdem ich meine Kehrwasserscheu ein klein wenig besiegt hatte machte es richtig Spaß. Ich hatte das riesengroße Glück, einen kommunikationsfreudigen Kajaklehrer mit einer kleinen Gruppe zu treffen. Sie adoptierten mich gleich und innerhalb der beiden ersten Stunden lernte ich Stützen, Haltung, Kehrwasser, mutig sein, Blickführung, Paddelhaltung und noch viel mehr. Lustig ist, dass die Kehrwasserhaltung 1:1 dem Kurvenfahren entspricht: Hüfte, Arm (Druck am Lenker), Blick in die gewünschte Richtung. Beim Paddeln kommt noch der Sitzknochen als Ausgangspunkt dazu. Blickführung also: wohin du guckst fährst du auch. Bloß darf hier der Blick pendeln, um die Strömung und die Bootsnase erstmal noch im Auge zu haben. Zum Schluss fuhren die anderen noch die gesamte Strecke runter, ich nur die Eingangsstufe und die erste Welle – den Rest schwamm ich. Nicht schön. Stützen hat nicht geklappt.

Nach einer langen Pause mit Kaffee, Shopping, Sonnen buchten wir nochmal 2 Stunden. Leider setzte bei mir Erschöpfung und Panik ein, sodass ich eine ganze Weile brauchte, um wieder in Fahrt zu kommen. Dann pendelte ich einfach eine Stunde lang von Kehrwasser zu Kehrwasser. Ging gut, brachte Sicherheit und Vertrauen. Puh, aber für die Soca mit Wucht und Tempo wird das wohl nicht reichen. Der Wildwasserpark ist praktisch und schlicht eingerichtet. Ich nutzte noch genüsslich die warme Dusche, machte einen kleinen Fotorundgang zur abgelassenen Strecke, schaute dem Schwan beim Schwallrutschen zu und rollte in der Dunkelheit nach Hause.

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Natürlich kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz: Tajine, Kaffeetreffen, Weinrunden -ja, auch Kenterwein-, gemeinsames Salateschnippeln und Marktbummel machten Spaß und das Ganze gemütlich. In der ersten Woche hatte ich sogar ein Zimmer in einer Gite, der Zeltplatz Chapoulière bot außer heißen Duschen auch alles was man so brauchte. Das Wetter war ok, mit dem fehlenden Wasser muss man halt leben.

Ich hoffe, ich war nicht das letzte Mal hier.

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2 Kommentare »

  1. Suuupertoller Bericht! Ich freue mich schon riesig auf unsere Paddelei 🙂

    Kommentar von Momoseven — 30. April 2014 @ 10:38 | Antwort

  2. Beeindruckende Landschaft (Erinnerungen an den Urlaub in Frankreich), mutige Wasserratte, einmalige Höhlenbilder! Interessanter Bericht!

    Kommentar von A. F. — 30. April 2014 @ 23:33 | Antwort


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