Biki-Blog

12/04 Lahn

Paddeltrauben und Schleusenkekse

Die Lahn soll ein ausgebauter Wasser-Wanderfluss sein. Kartenmaterial und Infos gibt es jede Menge. Paddlerische Schwierigkeiten gibt es keine. Also ein guter Fluss, um das Wandern und das Gepäckfahren zu üben. Letztes Jahr am Bodensee war es ja eher die Light-Version mit schneller Rückkehrmöglichkeit und heißem Wetter, sodass zelten ganz einfach war und die Versorgung kaum eine Rolle spielte. Jetzt hatten wir 0-10°C, einen Fluss, Schleusen und kaum Menschen um uns herum.

Das Wetter an der Lahn sollte frisch aber meist trocken werden, Zelten wär also gerade noch ok. Knapp packen sind wir vom Endurofahren gewohnt, wir brauchten ein paar mehr kleinere Packsäcke und rüsteten die Kajaks mit 20m-Leinen aus. Für mich gab’s Neoprensocken, eine Hose und ein Neo-T-Shirt hab ich schon.

2 Kajaks über 4,00 m auf dem Panda sahen sehr lustig aus, hielten aber bombenfest. Ins Heck kamen die 2 I.KEA-Taschen mit dem ganzen Paddelkram, genug Wechselwäsche, ein paar Überlebensmittel und die Paddel.

Unser Zeltgepäck ging bequem in die beiden Boote. Das rote Prijon kann eine ganze Menge Gepäck laden. Beim Tragen wird es dann schon sehr schwer, im Wasser liegt es prima. Wenn ich demnächst damit allein mit Zelt unterwegs bin werde ich sicher alles gut rein bekommen und mit dem Bootswagen auch umtragen können. Nur steile Ufer bringen mich kräftemäßig an die Grenzen. Da muss halt dann mal ein großer Packsack zuerst raus.

Für unsere Orientierung sorgten zuverlässig die Jübermann-Karte Lahn 1:75000 und die Lahn-Seiten aus dem Gewässerführer des DKV in Folie verpackt und um Telefonnummern und Adressen der Kanu- und Ruderclubs ergänzt. Die Kilometerangaben in meinem Bericht sind ungenau, die waren für uns nicht so wichtig. Wer’s genau wissen will schaut bitte in den DKV-Führer.

Mit einem Anruf bei der Schleusenaufsicht hatten wir uns versichert, dass bis zu unserer Ankunft alle Schleusen in Betrieb sind. Leider hatte sie nichts von den beiden SB-Schleusen in Reparatur gesagt …

1. Tag Anfahrt und Niederwalgern/Roth – Lollar 13 km

Das Auto blieb in Lollar am KC, dort wollten wir auch übernachten. Da die Umtragestelle am Wehr vor Lollar schwierig sein sollte beschlossen wir, die erste Etappe ohne Gepäck zu fahren. Reinfallen war nicht geplant, daher waren die Ein- und Ausstiegssituationen die Momente unserer höchsten Konzentration.

Einstieg in Niederwalgern/Roth an der Mühle klappte gut, die ersten Meter zog uns gleich die Strömung. Wir genossen die Ruhe, die zwitschernden Vögel und die Sonne. In den Booten mussten wir uns erst zurecht finden, so ein kleiner Fluss fühlt sich anders an als der breite Neckar. Nach ein paar Minuten fühlten wir uns aber sehr wohl und genossen das sanfte Dahingleiten auf dem agilen Wasser. Viele kleine Stromschnellen machten uns Spaß. Auch, wenn wir sowas noch nie gefahren waren fühlten wir uns relativ sicher.

In den Bäumen hing jede Menge Treibgut und Pflanzen, an vielen Stellen begrüßte uns aber schon der Frühling.

Am Wehr vor Lollar war der Steg abgebaut, das Ufer konnten wir mit einem großen Schritt entern und auch das Umtragen war einfach. Überfahren konnten wir auf der ganzen Tour keine Wehre, dafür war viel zu wenig Wasser.

Gut, dass wir uns die Landestelle am KC Lollar vorher angeschaut hatten. Dort wären wir sonst vorbeigerauscht. Vor einer Insel links halten, dann die Untiefe überwinden und im Slalom am Ufer entlang. Hat Spaß gemacht. Schild gab es keins.

Abends holten wir noch das Auto und setzten es nach Solms um. Dann gab’s eine wirklich leckere Pizza  in Lollar.

Per Telefon hatten wir geklärt, dass wir unser Zelt auf der Wiese aufbauen durften. Kalt war die Nacht  und feucht.

Tag 2   Lollar – Wetzlar 26,8 km

Zelt abbauen, einen wärmenden Spaziergang zum Bäcker machen, dort heißen Kaffee und leckere Croissants genießen, Katzenwäsche beim Metzger Schnaut, Kajaks beladen und ab ging’s. Am Ufer begrüßten uns die Schwäne.

Die ersten 8 km ging es flott bergab. Wir beobachteten die Massen an Vögeln: Rallen, Stieglitze, Bachstelzen, Reiher, Eisvögel, Storchenkinder und natürlich jede Menge bunte Gänse, Enten und Schwäne. Mehrere Ratten schwammen am Ufer.

Dann kamen wir nach Gießen und damit an unsere ersten Bootsrutschen. Die erste war laut Schild außer Betrieb, wir zogen trotzdem probehalber am Seil und es funktionierte. Die Rutsche war lang und schnell. Jippieh!

Die zweite Rutsche war weniger aufregend. Langsam, Stück für Stück arbeiteten sich die Boote hinunter. Schleuse Nr. 3 war kurz und naja, langweilig. Da muss man hinterher schon mal spielen gehen 🙂

Ab Gießen war die Luft erfüllt vom Autobahnlärm. Große Brücken, viele Straßen und Stadtdurchfahrt waren für uns ein großer Gegensatz zur entspannenden Natur zuvor. Zwischen Gießen und Wetzlar schaute ich bei einem kurzen Stopp ein bisschen ungläubig in den Schlamm neben mir. Da stecken zwei Gewehrkolben. Ich zog ein Luft- und ein Jagdgewehr mit Zielfernrohr raus und nahm sie zum nächsten Rastplatz mit. Die Freunde und Helfer waren zunächst sehr verwundert, sagten uns später, dass es Diebesgut wäre und sie an der Stelle noch mehr gefunden hätten. Damit war das Karma für heute im Plus.

Allerdings war uns der Schleusen-Gnom nicht wohlgesonnen. Die zwei SB-Schleusen Dorlar und Naunheim standen im Bau und mussten umtragen werden. Der Bootswagen lag im Auto – die Schleuseninfo hatte nichts davon gesagt. Na gut, mit einem starken Mann an der Seite geht es dann auch, beladene Boote zu tragen.

Am ersten Wehr in Wetzlar reinigte ich die Rutsche von Ästen und großen Gräsern. Mit Mühe und Nachschubsen konnten wir runterrutschen. Treideln geht aber auch. Am zweiten Wehr hoben wir die Boote über die Rollenbahn gleich raus und machten eine lange Pause bei Paulaners. Eine sehens- und hörenswerte Bedienung, ausgesprochen leckeres Bierkutschersaftgulasch und 2 heiße Kaffee haben den Besuch sehr lohnenswert gemacht. Ein paar Meter weiter ist eine gute Anlegestelle, wir waren nur zu faul, nochmal einzusteigen. Im Sommer bei viel Betrieb kann man die Boote nicht an der Bahn liegen lassen. Bis hier hatten wir kein einziges anderes Boot gesehen und das blieb auch bis Gräveneck so. Für den Abend nahmen wir noch eine Flasche Paulaner Salvator mit.

Bis zum KC Wetzlar war es  nun nicht mehr weit. Wir ergänzten im Supermarkt (500m) unsere Vorräte, tranken nochmal einen Kaffee im Mc und platzten dann in die Jahreshauptversammlung des KC. Dort wurden wir sehr freundlich aufgenommen, durften sogar im Haus schlafen und genossen die heiße Dusche.

Die Temperaturen fielen nun nachts an die 0°C, meine Füße wurden nur noch sporadisch warm. Tagsüber war es durch die Bewegung ok. In den Pausen suchten wir immer einen Platz zum Aufwärmen. Eisiger Wind blies uns immer wieder ins Gesicht.

Anleger beim KC Wetzlar

3. Tag  Wetzler – Solms/Schooleck 9,5 km

Die Kälte und der Nieselregen machten mir zu schaffen. Deshalb wurde es heute ein kurzer Paddeltag mit Autoumsetzen und Städtchen anschauen.

3 Schleusen, alle in Betrieb wollten gekurbelt werden. Das war gut, das machte mich warm. Nicht so schön war, dass keiner unserer Vorfahrer -die es gab, wie wir hörten- die Schleusen wieder gefüllt hatten. So hatten wir mehr Wartezeit. Nett ist das nicht.

Die schöne zügige Fahrt brachte uns an Solms vorbei zum Kanu-Zeltplatz Schooleck.

Leider war in Schooleck noch lange nicht Saisonstart, weshalb wir nur ganz spät das Zelt aufbauten, schnell einschliefen und am nächsten Morgen in Eiseskälte auch schnell wieder weg waren. Vom Kocher gab es noch eine heiße Suppe und auch der Morgentee wurde gleich gekocht.

Tag 4  Solms/Schooleck – Gräveneck 23 km

Am Morgen hatten wir deutlich unter 0°C. Wir quälten uns aus den kuscheligen Schlafsäcken und standen widerwillig auf. Der Fluss dampfte, das Gras war weiß überzogen und wir wollten nur packen und paddeln.

In morgendlicher Stille, strahlender Sonne und feiner Strömung paddelten wir uns warm. So ein Morgen am Fluss ist toll. Im Schatten blieb es eiskalt, aber sobald wir einen Sonnenstrahl erwischten genossen wir die leichte Wärme. Der Himmel blieb blau und so wurde es der wettermäßig tollste Tag der Tour.

Eine einzige Schleuse war zu kurbeln, dann kamen wir auch schon in Weilburg an. Beim Ruderclub durften wir die Boote unter’m Fahrradbaum mit Blick auf’s Schloss ablegen

und schlenderten dann in die Altstadt. Rechts unten der RC, ganz klein rot und gelb unsere Bootchen.

Im Mopedcafé gab´s Mittagessen, danach ein wohlverdientes Verdauungsschläfchen am KC.

Nach der Pause paddelten wir durch den Tunnel, an dessen Ende die 3teilige Schleuse lag. Ich kletterte die Eisenleiter hoch – gar nicht so einfach, da unfallfrei auszusteigen. Beim Kurbeln kam ich richtig ins Schwitzen, mit Zuschauern geht das immer noch besser.

Durch ein lustiges „Wildwasser“ ging es zügig weiter, noch eine Schleuse und schon sahen wir den Zeltplatz Gräveneck vor uns. Auf dem Weg hierher hatten wir immer mal Zeltplätze gesehen, die meistens ausschweifend mit Gartenzwergen und diversem Trödelmarkt-Bedarf gestaltet waren. Da saßen die, die immer hier saßen schon vor’m Vorzelt.

In Gräveneck war kaum was los, Dauercamper gibt’s hier nur wenige. Es begrüßte uns noch während des Paddelns auf dem Wasser der Chef, ließ uns am Strand landen und kümmerte sich rührend. Er gab uns einen Zeltplatz direkt neben dem Landeplatz, nahm die Bierbestellung für heute und die Croissantsbestellung für morgen auf. Da das Lokal noch geschlossen war durften wir im Waschmaschinenraum essen und uns aufwärmen. Dazu brachte uns Frau Chefin heißen Glühwein und eine Decke und wir durften gleich noch in dem Raum schlafen. Oh, was für eine Erholung! Am Morgen war alles trocken und warm, wir bekamen Kaffee und Croissants, Lutscher für den Tag und viele gute Wünsche. Sicher haben sie bei Hochbetrieb nicht so eine Muße, aber die Herzlichkeit und Fürsorge waren überwältigend. Günstig war es noch dazu.
Also merken: Camping Gräveneck in Weinbach, Bahnhof direkt daneben, Pizzeria, frische selbstaufgebackene Brötchen, Miniladen, Waschmaschine/Trockner, Picknickplätze. Auch mit dem Boot ein- und aussteigen darf man hier nach Absprache. Im Moment ist nur der 3. Anleger geöffnet, also nicht wundern, man fährt eine ganze Weile an 2 Anlegern und dem kleinen Strand vorbei.

Einen großen Nachteil hat Gräveneck: Man wird hier von der Natur quasi verschlungen. Auf der einen Seite die Lahn, dahinter der Berghang, auf der anderen gleich hinter der Bahnlinie der andere Hang. Dazwischen Wasser, Wald, Wiesen und Unmengen an Vögeln, die lautstark kundtun, dass es ihnen gut geht. Nachts ruft das Käuzchen, morgens wird man von lebensfrohem Gezwischter geweckt. Ein Traum 🙂

Hier lernten wir auch eine Canadierfamilie kennen, mt denen wir quatschenderweise den Abend verbrachten bis es uns in die Daunensäcke zog.

5. Tag Gräveneck – Limburg  28 km

Prima ausgeruht und versorgt mit Frühstück, Kaffee und Teewasser machten wir uns schon 8.15 Uhr auf eine lange Etappe. Wir stellten fest, dass wir uns nun nach 2 Tagen Aua in den Muskeln und einem Tag Erholung sehr fit fühlten und die Wegstrecke verlängern konnten. Das Bootshaus in Limburg wurde uns sehr empfohlen und die Stadt lohnt sich in jedem Fall. Da wir die Übernachtung schon per Telefon angekündigt hatten und die Schleusen alle SB waren sollten die 28 km gemütlich machbar sein.

Wieder genossen wir den Tagesanbruch inmitten der Vögel und mit der sehr frischen Luft. Nach einer herzlichen Verabschiedung schoben wir die Kajaks über den Sandstrand ins Wasser und ließen uns erstmal treiben. Die leichte Strömung brachte uns lautlos vorwärts.

3 SB-Schleusen sorgten für Abwechslung und Pausen. In Runkel banden wir die Kajaks an der Schleuseninsel fest, verspeisten unser leckeres Picknick mit Lachs, Salami, Käse, Paprika, Orange, Apfel und Brot. Danach machten wir einen kleinen Spaziergang und genossen einen abschließenden Kaffee in der Eisdiele gegenüber. Diese kannte ich aus meiner NRW-Zeit das „weltbeste Eiscafé“. Das Café gibt es noch, ist allerdings nach Besitzerwechsel nun ein ganz normales italienisches. Warm war’s drinnen und der Apfelstrudel hat geschmeckt. Das Auto brachten wir nach Limburg, unserer nächsten Station.

Die Landschaft hat sich geändert. Das Tal ist höher geworden, gegenüber den Wiesen bisher wächst hier Wald, es gibt viel weniger Wasser-, mehr Waldvögel. Reiher begleiteten uns weiterhin und dort wo Menschen sind gab’s auch immer Schwäne und Enten. Auf den Bergen stehen häufig beeindruckende Burgen und der Blick in die kleinen Altstädte ist nett. Aber auch der Blick in den Hinterhof vieler Häuser aus den 50ern ist interessant.

Gleich hinter Runkel kam eine lustige Stromschnellenstrecke mit den höchsten Wellen, die wir bisher hatten. Das Befahren war ganz einfach: Blick voraus und paddeln, um schneller als der Fluss zu sein. Das gelbe Bootchen wird hier schon bis zur Spritzdecke überspült, das rote Prijon lächelt darüber nur.

Warum hat eigentlich noch keiner das „Paddel-In“ erfunden? Zum Beispiel an einer Brauerei, einem Mineralwasserproduzenten oder einfach einem Sportbootanleger? Wir fanden das sehr praktisch: einer rechts, einer links am Steg, in der Mitte das Picknick und die Getränke. 5 km weiter dann der Toiletten-Stopp …

Ach ja, zum Thema Toiletten. Die Lahn sollte ja wasserwandermäßig so gut ausgebaut sein. Vielleicht waren wir einfach zu früh. Es gab an keinem Rastplatz, an keiner Schleuse eine Toilette. Wenn dort, wo wir anlegen durften keine Toilette zu finden, das nächste Gasthaus weit ist legt man woanders an – was man nicht darf. Um diese Zeit war das kein Problem weil an den Rastplätzen keiner war. Aber im Sommer, wo man trockenen Fußes über die Lahn wandern kann kann man das eben nicht.

Ich hätte mir auch mehr Hinweise auf Cafés, auf Restaurants und Biergärten gewünscht. Man muss wissen oder ziemlich suchen. Und es gab Orte ohne einen einzigen Hinweis, wo man hier übernachten kann. Sind die alle so ausgebucht, dass Werbung nicht notwendig ist? Das Lahntal lebt doch vom Tourismus, dachte ich.

So, genug der Beschwerden. Unser Fluss führte uns durch eine wunderschöne Landschaft, durch 2 riesige Brücken und dann tauchte auch schon der Limburger Dom auf. Kurz davor liegt im Wehrarm der KC Limburg. Einge Paddler packten gerade die Autos für ihre Ardechefahrt, wir wurden trotzdem nett empfangen, bekamen einen Schlüssel und Restaurant-Tipps. Auch hier durften wir im Haus schlafen, die Nachttemperaturen hielten sich immer noch zurück.

Im Clubhaus lernen wir Irma und Bernhard kennen. Sie sind mit Auto, Wohnwagen, Kajak, Fahrrädern und viel Zeit unterwegs. Schön. Auch schön, sich abends nett zu unterhalten.

Nach einer heißen Dusche – hach, wie schön, der schnellen Nudelsuppe und einem Radler sanken wir sehr früh auf unsere Isomatten.

Tag 6 Limburg

Dieser Tag war ein Ruhetag. Das Wetter war gut, wir hatten zeitlich genug Luft, fuhren schneller als gedacht. Also setzten wir das Auto um ans Ziel: RC Lahnstein an der Mündung in den Rhein.

Dabei schauten wir uns Bad Ems an, wollten eigentlich auch in die Therme. Nur gibt’s die nicht mehr. Schade. 2 Stunden heißes Wasser wären schön gewesen. Na gut. Wir bummelten durch das Lahntal zurück nach Limburg, buchten in Laurenburg die nächste Übernachtung und schauten uns am Nachmittag Limburg an. Durch die schöne Altstadt laufen, im T-Shirt vor’m Cafe sitzen und das Leben genießen 🙂

Abends kochten wir uns eine große Gemüsepfanne und Fisch  – das Restaurantessen ist schon sehr fleisch- und kohlenhydratlastig.

Wo wir gerade beim Essen sind muss ich doch mal das Motto der Fahrt erklären. Paddeltrauben gehören seit den Neckartouren zu unseren Paddeltagen. Nun auf der Lahn werden sie ergänzt von Schleusenkeksen. Der, der in der SB-Schleuse sitzt friert schnell und in den automatischen Schleusen muss man auch warten. Dann kommt der Schleusenkeks zum Einsatz. Wir sind nicht festgelegt auf eine Sorte. Der große Doppelkeks ist dem kalten Wetter geschuldet, da braucht man einfach mehr Energie 😉

Diese Paddelgruppe trafen wir in Limburg: 2 Falter, ein Prijon. 3 Erwachsene, 2 Kinder.

Husch, zurück ins Nestchen. Du musst doch die Kleinen wärmen.

Wehrbesichtigung für den nächsten Tag. Wir wollen am nächsten Tag nicht auf den Schleusenwärter um 10.00 warten und deshalb die Wehre umtragen. Befahren geht nicht, das sieht man ja.

Tag 6     Limburg – Laurenburg  26km

Start am KC Limburg. Wir treideln die Boote und steigen unterm Wehr wieder ein.

Über uns ein Baum voller Geier Reiher.

Mit einem letzten Blick verabschieden wir uns vom Dom

Und da kommt das zweite Wehr, das wir gut umtreideln können.

Er schaut uns die ganze Zeit zu.

Unterwegs treffen wir Irma und Bernhard wieder. Sie paddeln kleinere Tagesetappen, fahren jeweils mit dem Fahrrad zurück, das Auto holen. Wir werden uns wiedersehen 🙂

Der untere Teil der Lahn ist sehr ruhig. Das Wasser steht meistens, manche Abschnitte, v.a die mit Gegenwind ziehen sich. Es wurde leider nicht wirklich wärmer, immerhin regnete es nicht mehr. Warm anziehen mussten wir uns trotz der Bewegung. Wir haben nun die Ruhe des Flusses übernommen, haben unseren Rhythmus gefunden. Es könnte tagelang so weitergehen. Aber bitte bei mindestens 15°C!

In Laurenburg übernachten wir im Gasthof Lahntal. Warum der Gasthof überall empfohlen wird versteh ich nicht ganz. Vielleicht ist es zum campen schön. Das Preis-Leistungs-Verhältnis bei den Zimmern kann ich nicht nachvollziehen. Das Bemühen und die Freundlichkeit waren wirklich groß, konnten nur leider das kalte Zimmer, die Räumlichkeiten v.a. der Dusche und das nicht leckere Essen nicht wett machen.

Tag 7  Laurenburg – Bad Ems  25 km

Der Start in Laurenburg war kühl, 2 Schleusen mit freundlichen Wärtern durchfuhren wir bis Nassau. Die Landschaft blieb bergig und gemütlich. Das Paddeln wurde ab und zu anstrengend wenn der Gegenwind stark war. Dieser Tag war unser vorletzter. Ein bisschen war die Luft raus. Am nächsten Tag sollte alles vorbei sein? Wie doof!

Dauerhaft kalte Füße sind auch doof. Deshalb war der Brückenimbiss in Nassau meine Rettung. Es gab Fußbodenheizung, Kaffee, lecker Essen und nette Bedienung. Zuerst wärmten wir uns auf und kamen nach einem Stadtrundgang zurück zum Mittagessen. Da wir es nicht weit hatten bis Bad Ems konnten wir uns Zeit nehmen …

… und uns mit einem der allgegenwärtigen Schwäne anlegen. In Nassau biss mir das erste Mal einer in den Popo, also meinem Boot, meine ich.

Die 8 km nach Bad Ems waren dann bald gepaddelt. Am Ruderclub hatten wir uns über mehrere Nummern angekündigt. Leider bekamen wir keine Antwort und die anwesenden Ruderer waren nicht sehr offen. Jaaaa, dann gingen wir erstmal die Stadt anschauen, vielleicht meldet sich noch jemand.

Kurz vor 6 mussten wir uns entscheiden: pokern oder die letzte Schleusenchance zum Zeltplatz nehmen. Zum Glück haben wir nicht gepokert, eine Antwort kam gar nicht mehr. Hinter der Schleuse liegt gleich ein Zeltplatz und auf dem stand schon das Auto und der Wohnwagen von Irmi und Bernhard. Wie schön! Wir verbrachten einen sehr sehr netten Abend  und genossen eine herzliche Gastfreundschaft.

Tag 8   Bad Ems – Deutsches Eck   17 km

Und wir schmiedeten einen Plan. Weil wir am letzten Tag nur noch so wenige Kilometer zu paddeln hatten wollte ich so gerne bis in den Rhein fahren. Allein hätte ich mich aber nie getraut. Die beiden änderten ihre Pläne und so zogen wir zusammen los: 2 kleine und ein großes Kajak. Der Schatz lud am RC Lahnstein sein Boot und mein Gepäck auf und in den Panda und holte uns hinterm Deutschen Eck wieder ab.

Auf dem Rhein fahren ist schon ganz anders. Die Strömung hat mich nicht besonders beeindruckt. Die Weite, die deutlich höheren Wellen bis 80 cm und die großen Schiffen, die an denen schuld sind, schon. Mir gefallen wohl die kleinen, romantischen Flüsse besser. Am Deutschen Eck und auf der Mosel fühlte ich mich dann wieder ganz wohl, die werde ich sicher bald mal fahren.

Eine Woche voller neuer Erfahrungen geht zu Ende. Die nächsten Paddelziele spuken schon im Kopf herum. Ich glaube, ich habe ein neues schönes Hobby gefunden. Das Mopedfahren bekommt nach 450 000 km echte Konkurrenz. Nicht mehr Endurowandern sondern Flusswandern. So groß ist der Unterschied gar nicht. Der Untergrund ist wackelig, ein bisschen anstrengend ist es immer und abends baut man irgendwo seine Hütte auf, sorgt für Futter und kippt den Tee oder das Bier oder den Rotwein. Und wenn’s mal ein Lagerfeuer gibt wird’s noch schöner. Und morgens packt man den ganzen Kram zusammen, flucht über Nässe und Kälte und freut sich auf die ersten Meter, die man unter die Räder oder den Kiel nehmen kann und darauf, was hinter der nächsten Ecke Neues auftaucht.

6 Kommentare »

  1. Schöne Beschreibung, schöne Bilder.

    Bis irgendwannn und irgendwo.

    bye Gunter/gwlap

    Kommentar von Gunter — 9. April 2012 @ 17:17 | Antwort

    • Willkommen auf dem Blog und danke!

      Kommentar von Biki — 9. April 2012 @ 17:37 | Antwort

  2. Daumen hoch, liest sich locker! Auch wenn ich die Lahn durch schon einige Fahrten her kenne, aber so früh im Jahr habe ich noch keine Gepäcktour unternommen-
    Selber starte ich Mitte Mai zu einer Werra – Wesertour..

    vielleicht schaust Du ja auch mal bei mir vorbei http://eifelehrlich.de.tl/

    Konrad

    Kommentar von Konrad Ehrlich — 10. April 2012 @ 15:42 | Antwort

    • Das Schöne um diese Jahreszeit ist die friedliche Idylle weil einfach noch keiner unterwegs ist.
      Wünsche Dir viel Spaß auf Werra und Weser.

      Kommentar von bikibike — 15. April 2012 @ 08:27 | Antwort

  3. Hallo Biki,
    das ist ein schöner Bericht von Eurer Kanutour. Da werden sicher noch einige andere schöne Touren folgen. Vielleicht klappt auch mal eine gemeinsame Fahrt?

    Viele Grüße aus Mannem,

    Gerhard von der MKG

    Kommentar von Gerhard Maier — 15. April 2012 @ 17:34 | Antwort

    • Herzlich willkommen hier, Gerhard.
      Das ist ja schön, von Dir zu lesen! Ich hab von Eurer schönen Belgien-Tour gelesen. War ja ziemlich kalt überall. Hoffentlich kriegt Deine Hand nun mal die Kurve und Du kannst endlich wieder mitpaddeln.

      Gerne fahren wir mal mit Euch. Eure Termine sind notiert 🙂

      Und vielleicht sehen wir uns schon am Donnerstag bei der Diashow.
      Jetzt stöber ich erstmal durch Deine Website…

      Kommentar von bikibike — 15. April 2012 @ 18:00 | Antwort


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