Biki-Blog

14/3 Hamburg

An einem  kalten Februarabend kam ich in Hamburg an und freute mich, aus dem Auto zu kommen. Auto parken, mit dem Fahrrad in die Stadt: Landungsbrücken, Fischmarkt (ohne Marktstände), St. Pauli hat mir gefallen.

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Es ist Sonntag. Der Wecker klingelt um 6.00. Punkt 7.00, die Sonne kam auch grade raus, war ich auf dem Fischmarkt, versorgte mich mit Kaffee, geräuchertem Fisch und frischem Salat. An der HafenCity konnte ich schön in der Sonne frühstücken.

Dann zog es zu und mich wieder auf`s Rad zum Warmstrampeln: Speicherstadt, Altstadt und zurück. Gegen Mittag konnte ich die Ausstellung „Dialog im Dunkeln“ besuchen. Gar nicht so einfach, die sind ziemlich ausgebucht. Sehr interessant, 90 min im Dunkeln verschiedene Lebensszenen zu erleben, dabei wird man von einem blinden Guide geführt. Leider war die Gruppe, mit der ich drin war permanent am Quatschen. Es war furchtbar laut. Nein, keine Kinder, alle schon deutlich volljährig.

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Wieder schwang ich mich auf’s Rad und durchstreifte den heute sehr ruhigen Hafen. Pause gab es am Theater im Hafen beim König der Löwen. Drin war ich nicht, aber der Blick auf Hamburg mit Elbphilharmonie, Landungsbrücken und die vielen Kirchen ist von dort toll. Zurück durch den Elbtunnel, noch einige Schleifen durch St. Pauli bei Tag und einen gemütlichen Spaziergang durch Planten und Blomen.  anklicken = Diashow

Früh verdrückte sich die Sonne und nach 50 Fahrrad Kilometern ist mir dann doch kalt geworden. So kalt und grau wie es auf den Bildern aussieht war es wirklich.

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Ein passendes Lokal für den Abend war schnell gefunden. Als ich heraus kam, um den Heimweg an zu treten lief eine Prozession mit Fackeln über die Straße. Ein Stück lief ich mit und entdeckte die vorderen Teilnehmer: Künstler hatten sich mit venezianischen Gewändern verkleidet. Sehr beeindruckend. Lustig war, dass sie an den roten Ampeln jeweils hielten und ganz geordnet weiter liefen. Ihr Weg ging bis zum Rathausplatz, wo sie einen großen Kreis für eine Feuertanzgruppe bildeten. Wow! Ein toller Tagesabschluss!

Klick auf’s Bild macht’s groß und führt zur Diashow.

Tag 3

Strahlende Sonne kitzelte mich wach. Heute stand eine Runde um die Alster auf dem Programm, bevor es in irgendein Quartier zum Frühstücken gehen sollte. Auf dem Fahrradweg um den See war ganz schön viel los. Jogger, Hunde, Radler. Man muss echt aufpassen. Sehr problemlos ist bisher das Queren von Straßen, die Autofahrer sind sehr aufmerksam. Ein schwerer Unfall mit einer getöteten jungen Radlerin vor Kurzem hat vielleicht sensibilisiert.

Um die Außenalster zu fahren ist unheimlich schön, viel Grün, die Sonne im Gesicht, der Blick auf die Skyline der Stadt… Als ich eine kleine Anschaupause machte sprach mich eine auch auf das Wasser schauende Dame an und schwärmte von ihrer Stadt. Wir kamen ins Gespräch und sie erzählte viele Anekdoten, was sie hier in 77 Jahren schon erlebt hatte. Wir setzten uns – es war sehr unterhaltsam, ihrer humorvollen Art zu zu hören. Irgendwann musste sie los und ich fuhr weiter Richtung Stadt. An der Binnenalster hielt ich wieder für ein Foto und fragte meinen Banknachbarn, ob er ein nettes Café empfehlen könne. Wir kamen ins Gespräch, er erzählte von seinen Urlaubsplänen für Heidelberg. Ich setzte mich …

Inzwischen war es schön warm geworden und ich erst die 7 km um die Alster gekommen. Es würde also ein Bummeltag werden. Ich holte mir Kaffee und Frühstück zum Mitnehmen und fuhr zurück an die Außenalster. Dort suchte ich mir ein windgeschütztes Plätzchen und genoss lange die Sonne.

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Irgendwann machte ich mich doch auf, fuhr an der Alster Richtung Norden, dann immer weiter bis zum Friedhof Ohlsdorf. Das ist der größte Waldfriedhof der Welt. Und er ist der Hammer! Den ganzen Nachmittag rollte und lief ich durch den Wald. Kleine Teiche, viele Büsche, alte große Bäume gibt es zu sehen. Kleine verschlungene Wege, aber auch Straßen mit Buslinien führen hindurch. Gräber- und Urnenfelder, Kapellen, Mausoleen, uralte und neue Gräber, einige Berühmtheiten, geborene und ungeborene Kinder, viele Familien wurden hier begraben. Verstreut zwischen den Bäumen und abgetrennt durch schmale Wege und hohe Büsche findet man überall einzelne und gruppierte Grabstellen. Viele sind gut gepflegt, andere haben nur noch die Platten oder Steine und Gras drum herum. Immer wieder schauen einen Engelfiguren oder andere Skulpturen hervor, auch sehr kreative. Ich komme aus dem Schauen nicht heraus. 3 Stunden lasse ich mich treiben. Fotos gibt es keine, diese Stimmung und diesen Gesamteindruck kann ich mit meiner Kamera nicht wiedergeben. Das muss man selbst sehen.

Besonders schön wird es sein, wenn der Rhododendron und die Rosen blühen. Dann plätschert auch mehr Wasser und man kann länger irgendwo sitzen bleiben. Jetzt fand ich die sprießenden Knospen an den Bäumen und. Die Frühblüher aber auch sehr schön. Ziemlich spröde wirkte noch alles. Und sehr aufgeräumt, diese kahle Natur. Am wohlsten habe ich mich auf dem Weg der Stille und am Südteich gefühlt. So richtig urig ist es da.

Der Tag endete mit einem Treffen mit den beiden Paddlern, mit denen ich die nächsten 3 Tage unterwegs sein werde. Es wurde ein langer Abend. Der Rückweg durch die ruhige und so friedlich wirkende Stadt, der wieder die 50 km voll gemacht hat, war viel zu kurz. Aber die Matratze ruft laut, morgen geht’s früh auf die Alster 🙂

Merkt man eigentlich, dass ich mich gerade verliebt habe?

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Wir sind heute morgen am Ostufer der Alster gestartet: ein Hamburger, ein Hannoveraner und eine Heidelbergerin. Zunächst mal paddelten wir von der Außenalster in die Binnenalster. Die Stadt lag im Dunst, die Sonne schaffte heute nur selten, durch zu lugen. Trotzdem ist die Skyline schön an zu schauen. Im Gegensatz zu gestern war es heute windstill – auf dem großen Teich fand ich das auch besser so. Wir machten kurz Stopp am Rathausplatz , umrundeten die Binnenalster und fuhren zurück in die äußere.

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Weiter alsteraufwärts wurde es immer schmaler. Viele schicke Villen säumten den Weg, überall gab es private Anleger. Wasservögel in Massen: Gänse, Enten, Blessrallen, 2 Teichhühner, schwarz-gelbe Minienten (wie heißen die?). Bis in die Tarpenbeck ging es. Wir haben die über den Winter gut versorgten Schwäne besucht und die vielen schon Knospen den Weiden bestaunt. 

 

Zurück durch den Leinpfadkanal, weiter in den Rondeelteich und den Goldbekkanal in den Stadtparksee. Dort haben wir Picknick gemacht und den schwimmenden Hunden zu geschaut.

 

Auf dem Rückweg durch den Barmbeker und den Osterbeker Kanal waren es ein paar Villen weniger. Dafür um so mehr Kanus, die am Ufer lagen. Am Feenteich wurde es wieder schicker und weitläufiger. Meinen ersten Eisvogel des Jahres hab ich auch gesehen 🙂 Und schon waren wir nach etwa 19 km wieder in der Außenalster, genossen nochmal den Blick auf die immer noch im Trüben liegende Stadt, den Fernsehturm und die Spaziergänger, die das Ufer bevölkerten.

Ein schöner Tag, der dank des ausgeliehenen Zweierkajaks sehr bequem war und dank der beiden netten Mittpaddler auch sehr unterhaltsam. Jetzt muss ich aber losradeln: die Essenseinladung ruft 🙂

Heute war wieder ein Fahrradtag. Mit der S-Bahn fuhren wir Drei nach Wedel. Am dortigen Willkomm Höft wird jedes größere Schiff mit der jeweiligen Nationalhymne und einem Spruch begrüßt. In alter deutscher Sprechweise klingt das amüsant. Wir radelten am Elbufer zwischen Villen und Strand Richtung Hamburg. Ab und zu konnten wir einen der dicken Frachter beobachten. Ich schaute genau auf die Wellenbildung und den Verlauf der Fahrrinne. Schließlich fehlt mir dieser Abschnitt der Elbpaddelei noch und ist mit unseren kleinen Wanderbooten nicht so einfach zu befahren.

Eine Weile vergnügte ich mich im Sand, sammelte Muscheln und Schnecken und spielte mit den Wasserläufen. Urlaubsfeeling 🙂

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Ganz langsam radelten wir immer  mit dem Blick auf die Elbe und die permanent passierenden Frachter weiter und kamen zu dem havarierten Schiff Jade. Am Morgen war im dicken Nebel ein anderes Schiff mitten in den Sojafrachter geknallt. Das Leck ist groß, der Kapitän hat ihn an den Strand gesetzt damit er nicht in der Elbe versinkt.

Kurze Zeit später trafen wir auf den Alten Schweden, einen Findling aus der Eiszeit, der aus der Elbe geborgen wurde, um die Fahrrinne frei zu halten.

 

Ganz toll sahen die Frühblüher in den vielen gepflegten Gärten aus. An alten Kapitänshäusern in Övelgönne führte uns der Radweg vorbei, die liebevoll gepflegt sind, kleine Bänke stehen vor den Türen und überall blühen Krokusse, Schneeglöckchen und Weiden. Die strahlende Sonne genossen viele Spazier- und Hundegänger. 

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Und schon waren wir im Historischen Hafen Övelgönne. Wir schauten uns die alten Kähne an, aßen Labskaus, Pannfisch und Matjes und ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen.

Am Ufer entlang rollten wir bis zur Mündung der Süderelbe. Nach einem Blick in den Elbtunnel und einem kurzen Disput mit den überaus unfreundlichen Aufzugswächtern rollten über den Fischmarkt nach Hamburg rein, quälten uns durch den Berufsverkehr in der Innenstadt und dann gab’s erstmal Kaffee. Dunkel war es inzwischen, das Tageslicht hatte so gerade ausgereicht für die 30 km mit allen Stopps und Besichtigungen.

 

Tag Die Tage in Hamburg haben mich gut beschäftigt und die langen Abende mit den Paddlern waren sehr unterhaltsam. Beschäftigt war ich vor allem mit Paddeln: Tag Nummer 6 führte uns von der Alster durch die Hamburger Innenstadt, 2 Schleusen und einen Teil des Hafens bis in die Billwerder Bucht.

Wir paddelten zunächst wieder von der Außenalster bis zum Rathausplatz. Die sehr lustigen und sympathischen Schleusenchefs brachten uns knapp 4 m tiefer auf Elbeniveau. Die zweite Schleuse drehte nach oben auf. Sehr interessant an zu schauen.

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Wir kamen bei ablaufendem Wasser an. Unser erster Weg führte uns zum Niederhafen und um den Kehrwiederfleet herum in den Hafen mit historischen Schiffen. Ich fühlte mich in der hohen Sitzposition im Zweier so gar nicht wohl. In meinen Kajaks sitze ich immer sehr tief und kannte bisher gar nichts anderes. Mehr Hafen und mehr Wellen wollte ich gar nicht haben. In den Sackgassen und in der Speicherstadt ging es aber prima. Da war ja alles ruhig. Spannend ist der heftige Unterschied von alten, schönen und stilvollen zu modernen, möchtegern-eleganten Bauten.

Wir paddelten bei Niedrigwasser, hatten also einen guten Einblick in die Unterwelt der Stadt: verrottete Stützen, Schlammbänke, Müllberge in den Ecken der Fleete, beeindruckende nasse Wände, …

Klick auf’s Bild macht’s groß und führt zur Diashow.

Durch den Zollkanal und den Oberhafen kamen wir in die Norderelbe. Das Wasser war kurz vor der Kehrtwende, wenig Abfluss war zu spüren. Wir waren ein bisschen zu schnell gewesen, hatten eigentlich die Flut abwarten wollen. War aber sehr problemlos, hinauf zu paddeln. Durch das beeindruckend große Sperrwerk vor der Bilwerder Bucht glitten wir bis zum Anleger der Niederdeutschen Wanderpaddler.

 

Hier waren unsere Boote zu Hause, die nun geputzt und aufgeräumt wurde. Für uns gab es einen Kaffee- und Kuchentisch in der Sonne.

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Tag Nummer 7 war ein Pausentag. Mit dem Rad rund um die Alster, dem Flusslauf folgend „bergauf“ und wieder hinunter. Die gepaddelte Strecke nochmal von oben und mit viel Zeit sehen, die explodierende Natur bewundern. Das Ganze endete in einer laaaangen Pause am See. Es ist Ende Februar. Eigentlich ist Winter 🙂

Am Nachmittag packte ich mein Auto ordentlich und verbummelte die Zeit in St. Georg. Ein sehr sympathischer bunter Stadtteil mit netten Cafés, besprühten Häusern, schicken hohen Altbauten, hier liegt auch der Hauptbahnhof. Bilder von meinem Nachmittagsplatz in der Langen Reihe.

 

Und dann: Start Richtung Süden. Für den Abend war ich in Hannover verabredet.

Tag 8 in Hannover

Mit einer kleinen Gruppe des KSC Hannover fuhren wir an die Oertze. Ich bekam einen Prijon Kombi ausgeliehen und hatte mit ihm viel Spaß. Die Oertze ist ein kleiner lustiger Fluss, der quasi nie geradeaus fließt. Und wenn doch hat er bestimmt einen Baum über sich gelegt, den man umschiffen oder überspringen muss oder er hat das Gezweig vom Ufer so dicht zusammen gezogen, dass man kaum durchkommt. Langweilig ist er jedenfalls nicht. Steuern sollte man aber auch können. Im Vergleich zu unseren süddeutschen Bächen war die Strömung allerdings nicht beunruhigend.

Auf den etwa 19 km zwischen Eversen und der Mündung in die Aller bei Winsen gab es niedrige Brücken, viel Geäst, viele Kurven, nette Gespräche, eine stählerne Brückenwache, Paddel-Lehrer-Instruktionen an einem Mini-Schwall an dem sogar ich mich gewagt habe zu üben, 3 paddler-unerfahrene Jungschwäne, ein Wehr und der folgende traumhafte sonnige Sandstrand. Wir wollten gar nicht mehr weg. Pünktlich kurz vor Dämmerung kamen wir am Ausstieg an, holten das Auto nach und schlugen uns den Bauch voll im richtig guten „Stadt Bremen“ in Winsen/Aller. Ich hatte Heidschnucke und Bohnen: mnjam!

Und jetzt: Bilder genießen!

 

 

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3 Kommentare »

  1. Hamburg… meine Heimat. Ich muss unbedingt mal wieder vorbei.

    Kommentar von SonjaM — 3. Februar 2015 @ 19:07 | Antwort

  2. Hamburg – eine grüne Stadt – eine Weltstadt – 1956 ein Achtwochenbesuch in einer Ruinenstadt.
    Hast Du den „Michel“ auch gesehen ?

    Kommentar von A. F. — 6. Februar 2015 @ 18:16 | Antwort

    • Aber sicher! Bin ich ja mit dem Rad immer drumherum gefahren 🙂

      Kommentar von bikibike — 6. Februar 2015 @ 18:17 | Antwort


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