Biki-Blog

10/8 Island

August 2010

Wir starten mit dem Twingo, Anhänger und den beiden Suzukis drauf. Eine DR 350, schon älter, optisch nicht mehr schick, technisch in Ordnung, 15l-Tank, Gepäckbrücke, billige Soft-Packtaschen, 1 Gepäckrolle. Dazu eine DRZ 400 Supermoto von 2005 umgebaut auf große Räder, 24l-Tank, breitere Sitzbank, Ortlieb-Packtaschen und Ortlieb-Rolle.

Beide fahren auf Pirelli MT 21 und stärkeren Enduroschläuchen.

An beiden sind die Vergaserschläuche und diverse Be- und Entlüftungen nach oben verlegt. Zum Teil mit Schlinge und durchsichtigen Schläuchen, damit übergelaufenes Benzin erkannt werden kann.

  • Luftfilter, Hebel, diverse Schrauben, 2 Ersatzkanister 5l, 2 Ersatzschläuche, Kettenspray, 1 l Motoröl
  • Draht, Kabelbinder, Panzerband
  • Luftpumpe, Schraubenschlüssel, Zangen, Montiereisen, Kerzenschlüssel
  • gefehlt haben Radlager, Speichen

Nach Esbjerg in Dänemark geht es erst flott, dann nervig auf der Autobahn. Abends packen wir die Mopeds, genießen noch einen Besuch im Aquarium und schlafen gut in einem Bauernhof. Hier bleiben auch Auto und Hänger stehen. Wir sprechen kein Dänisch, die nette Cchefin bemüht sich sehr, unsere Bitte nach einem Parkplatz für’s Auto zu verstehen – am Ende bleibt uns nur die bildliche Darstellung:

Am nächsten Tag bummeln wir die 200 km nach Hanstholm, liegen noch in der Sonne und bauen dann das Zelt am Meer, gar nicht weit vom Fährhafen auf.

9.00 Uhr müssen wir an der Fähre sein, also Wecker stellen. Das klappt alles prima und so rollen wir am Dienstagmorgen pünktlich auf die Norröna.

Bei wenig Seegang, Musik in der Bar, netten Gesprächspartnern und genug Lesestoff vergehen die Tage entspannt und mit Vorfreude.

Die Übernachtung in der Couchette ist ok, der Lärm hält sich in Grenzen. Wir schlafen gut.

Ein Spaziergang in Torshavn ist leider nicht drin, wir haben ein bisschen Verspätung.

Unsere Route im kurzen Überblick

Seydisfjördur – Karahnjukar – Askja – 910 – Nyidalur – 26 Sprengisandur – Landmannalaugar – Hekla – 208 – Kirkjubaerklaustur – Laki – Dörsmörk – Sellfoss – Gullfoss/Geysir/Pingvellir – 35 Kjölur – Kerlingarfjöll – Hveravellir – Blönduos – 752 – Laugafell – 821 – Akureyri – Myvatn – Krafla – Husavik – Asbyrgi – Detti West – Dyngjufjall – Askja – Herdubreid – 88 – Myvatn – Detti Ost – 864 – Kopasker – Rifstangi – 867 – Dorshöfn – 85 – Vopnafjördur – Seydisfjördur

Tag 1

Die Ankunft im Fjord von Seydisfördur ist neblig – wie ich den Fjord so kenne. Aber er lichtet sich und auf dem Pass nach Egilstadir klart es auf. Es gibt dort schon wunderbare Blicke aufs verschneite Hochland, den Vatna und ins Tal. Mit so sonniger Begrüßung haben wir nicht gerechnet. Die ersten Klamotten ziehe ich also schon an der Tanke aus weil es wirklich sehr warm ist.

Wir wenden uns nach Süden und rollen am Lagerfljot dahin. Am Hengifoss machen wir unseren ersten Stopp. So weit ist der Weg ja nicht – denken wir. Da können wir mal eben hoch laufen. Nach dem ersten Kilometer deponieren wir unsere Mopedjacken. Die Wasserflasche ist schon leer getrunken. Die Stiefel sind das erste Mal nass – von innen! 25°C waren das locker! Sehenswert sind der Litlanes- und der Hengifoss auf jeden Fall. Sie liegen in Basaltsäulen und fallen in schönen Stufen.

Verschwitzt und guter Laune gibt es auf dem Parkplatz dann erstmal Picknick.

Wenige Kilometer weiter schlängelt sich die gut ausgebaute Straße in großen Serpentinen den Berg rauf. Ich erwarte eine Asphaltstraße wie vor 2 Jahren bis zum Staudamm. Leider wird die Straße zur Schotterpiste mit frischem, weichen Schotter, der weithin staubt. Nicht schön.

Richtig schön dagegen ist der Blick ins Hochland. Weit weg sehen wir schon die Herdubreid. Ein besonders eindrucksvoller und mein Lieblingsberg. Fast vor uns der Snaefell und der riesige Vatnajökull. Beides liegt strahlend weiß und gewaltig vor uns. Nach einigen Fotostopps erreichen wir den Karahnjukar. Beim letzten Besuch war der Damm noch im Bau. Jetzt ist alles fertig. Auch ein paar Infotafeln sind aufgestellt. Auf einem Fußweg kann man den ganzen Damm entlanglaufen. Ein Teil des Wassers fällt als großer Wasserfall im hohen Bogen in die Schlucht. Er soll das Biotop in der Schlucht erhalten, das von der feuchten Luft lebt. Durch die strahlende Sonne sehen wir einen großen Regenbogen im Wasserfall.

Vom Damm aus fahren wir westlich der Jökulsá á Brú Richtung Norden entlang der Schlucht. Wir machen eine kleine Wanderung zur Schlucht, es geht verdammt tief und steil runter bis zum braunen Gletscherwasser und sieht fantastisch aus.

Noch ein paar Kilometer weiter wollen wir zum warmen Wasserfall. Dort ist aber sehr viel los und wir sind viel zu früh zum Zelten. Also fahren wir weiter. Vorbei am Saenautavatn über die F 907 treffen wir auf die alte 1. Sie ist einfach zu befahren. So kommen wir in der Dämmerung bis ins Mödrudalur. Kurz vorher, oberhalb der kleinen Ansiedlung gibt es einen wunderbaren Aussichtspunkt. Hier haben wir einen weiten Blick zur Herdubreid und der Askja, über das nördliche Hochland. Leider ist es jetzt zum Sonnenuntergang extrem windig und es wird kälter. Ich bin ziemlich müde und freue mich auf ein warmes reichliches Abendessen.

In Mödru gibt es einen Zeltplatz, leider ohne heiße Dusche, ein Café und Restaurant, dort gibt’s auch ein paar wenige Lebensmittel. Nebenan steht eine kleine Kirche und eine Tankmöglichkeit.

Wir treffen Mitfahrer von der Fähre wieder: 2 Paare mit BMW GSen. Klar werden die Pläne besprochen, mögliche Alternativen überlegt und wir verabreden uns mit einem Paar für den nächsten Abend an der Askja.

Tag 2

Das Tanken am Morgen ist spannend: die Benzinpumpe im Holzhaus ist kaputt. Die Bedienung meint „Nö, heute wird das nicht mehr.“ Wir stehen betrübt rum, kommen nicht mal bis zu einer anderen Tanke. Dann telefoniert sie doch und es kommt ein Bussi mit Benzintonnen. Prima. Per Kanister füllen wir die Tanks. Das dauert, aber dann kann es losgehen. Mit einem schönen Blick auf die sonnige Herdubreid ohne Schneekappe genießen wir das entspannte Fahren und die abwechslungsreiche Umgebung.

Die Piste ist einfach aber wellblechig, die Furten nicht ganz niedrig aber gut fahrbar.

Hier bin ich ganz froh, dass es eine Brücke gibt:

Wir tauchen ein in die Weite der Landschaft, schlängeln uns durch Sand und abwechslungsreiche Lavaflächen. Urlaub. Sonne. Einsamkeit.

Auf der F 905/F 910 Richtung Askja treffen wir das BMW-Paar wieder und fahren einen Teil mit ihnen zusammen. An den Furten unterstützen wir die beiden zunächst physisch beim Schieben und bei der nächsten psychisch mit lauten Anfeuerungsrufen. Da wir mit leichterem Gepäck und leichteren Mopeds unterwegs sind machen wir uns dann aber „aus dem Staub“ und treffen sie an der Askja wieder. Dort folgt die dritte Unterstützung, indem wir ihnen helfen, das Gepäck zu reduzieren: ein leckeres Abendessen aus den Tiefen des Versorgungspacksackes schont unsere Minimalversorgung. Wir wollen ja übers Hochland weiter und haben auf Gewichtsreduktion gesetzt. Besonders gut kommen bei uns die gefühlten 5 kg Käse, die frische Gurke und das Brot an.

Über Brot freut sich besonders auch der deutsche Wanderer, der seit 10 Tagen zu Fuß im Hochland unterwegs war. Verrückt, aber noch nachvollziehbarer als die Tour des polnischen Fahrradfahrers, der durch das Hochland die meiste Zeit geschoben hat. Man, was sind wir für Weicheier, dass wir ’nen Motor mithaben…

Wir hatten noch überlegt, an diesem Tag zur Kverkfjöll-Eishöhle zu fahren. Da wären wir aber am Mittag angekommen und das ist eine ganz schlechte Zeit, um in so eine Höhle zu gehen. Am Abend erfahren wir von anderen Touris, dass sie an diesem Tag komplett eingestürzt ist. Vermutlich war niemand drin. Puh, da haben wir Glück gehabt. Wären wir so vernünftig gewesen, nicht rein zu gehen?

An der Askja verlässt uns das schöne Wetter. Auf den letzten Kilometern erwischt uns eine Wolke, der Wind wird heftig. Aber die Hütte ist in Sicht. Nur die letzte, eigentlich echt kleine aber überraschend tiefe Furt bringt mich nochmal ins Wackeln und vom Weg ab. Mit gut Gas geht es ins Gelände, der entgegenkommende Autofahrer bekommt große Augen.

Wir retten uns in die Hütte und wärmen uns erstmal auf. Ein Tee und ein Schokoriegel helfen immer schnell. Später stellen wir das Zelt auf, quatschen mit anderen Campern, informieren uns bei den Rangern über den Pistenzustand durch’s Hochland.

Die Südroute ist offiziell gesperrt, sie raten uns davon ab, da das anhaltende warme Wetter viel Gletscherwasser produziert. Da Sand eh nicht soooo mein Lieblingsuntergrund ist scheint die Nordroute für mich besser zu sein: zu Beginn 25 km weicher trockener Sand, dann sehr steinig, steile Anstiege und viele Kilometer über einsame Lavafelder verspricht der Reiseführer. Am Ende sollen mindestens 3 tiefe Furten, zum Teil mit Gletscherwasser kommen. Die letzte ist die „gefürchtete“ Nyidalur-Furt. Vor dieser Strecke habe ich das letzte Mal gescheut – dieses Mal will ich sie unbedingt fahren.

Tag 3

Aber zunächst legen wir einen Wandertag ein. Bei nassem windigem Wetter steigen wir auf den Askja-Krater. Es geht weit hoch, sehr weit. Schnell noch ein Blick zurück zur Dreki-Hütte:

Zunächst ist die Sicht ganz gut, wir schauen über Lavafelder, entdecken verrückte Figuren, die durch die Erosion der unterschiedlichen Steinmaterialien entstanden sind und steigen immer höher.

Es wird immer kälter. Gut, dass ich die Mopedjacke anhabe. Es schneeregnet, die Sicht wird schlecht und wir stapfen durch Nebel. Gruselig. Plötzlich öffnet sich vor uns der Blick auf einen großen Kratersee. Der Askja-Krater.

Am südlichen Hang sind Solfatarene, die wir aber im Dunst nicht sehen. Auf unserer Seite steigen wir steil hinab, über Geröll, Schneefelder, zerklüftete Lavastreifen und einen schmalen Pfad umrunden wir halb den Krater. Vorbei an kleinen Solfatarenen, roten Sandfeldern schlängelt sich der Pfad.

Das interessanteste sind recht hohe Schneehaufen, von Dreck und Sand bedeckt. Drumherum ist alles getaut – warum bleiben die liegen? Es kann uns keiner beantworten, auch die Truppe Geologinnen nicht, die wir später an der Hütte treffen.

Am Viti-Krater ist richtig viel los. Hier ist es immer noch sehr feucht und windig und ein paar Verwegene liegen unten im warmen Wasser. Brrr. V.A. das Wiederhochsteigen nach dem Bad würde mich völlig abschrecken.

Nass, erschöpft und zufrieden kommen wir am Parkplatz an und trampen zurück zur Dreki-Hütte. Dort machen wir noch einen Spaziergang in die Dreki (Drachen) – Schlucht. Man kann bis zum Wasserfall laufen und auf dem Weg eine Menge bedrohlicher urweltlicher Drachen entdecken.

Nach dem Duschen verbringen wir den Abend in der sehr vollen Hütte.

Wir treffen hier

  • Nils, den deutschen Wanderer ohne Brot
  • einen leicht deprimierten polnischen Fahrradfahrer, der gerade von Nyidalur durch den Sand hierher kam und ca. 50 km sein Rad schieben musste
  • eine ältere, verrückte, sehr nette und zufriedene Schweizerin, die mit ihrem gemieteten 4×4 allein quer durchs Hochland fährt
  • Jochen, den ich hier vom Blog kenne
  • 3 Jeep-Familien aus der Nachbarschaft – aus Karlsruhe
  • Norbert, den Gummibärchen-Endurist
  • einen Womo-Fahrer aus Hannover, der mit seinem Renn-Womo hierher gefahren ist
  • Russische Gespannfahrer, die mitten in der Steinwüste auf eine Ersatz-Achse warteten, sie wechselten und gleich weiter ins Hochland fuhren
  • und natürlich jede Menge Italiener mit Rallye-Jeeps auf „absolutly adventure“
  • eine verrückte Truppe mit französischen Oldtimern: besonders aufgefallen ist mir die Ente – klar

Der Zeltplatz an der Askja:

Tag 4

Auf diesen Tag hatte ich hingearbeitet. Vor ihm hatte ich mich gefürchtet. Auf ihn hatte ich mich gefreut.

Wir brechen ganz früh auf und nehmen uns erstmal nur vor, es bis vor die Gletscherfurten zu schaffen. Unser schweres Gepäck und den Kanister Sprit haben wir einer sehr netten Karlsruher Jeep-Familie mitgegeben. Auf dem Heck verpacken wir nun nur noch Übernachtungskram, Nüsse und Thunfisch. Wir bunkern Wasser, verzurren alles gründlich und machen uns auf die Nordroute nach Nyidalur. Nach der Wärme der letzten Tage haben wir uns gegen die –offiziell sowieso gesperrten- Gletscherfluss-Route im Süden entschieden.

In der Nacht hat es noch ein bisschen geregnet, jetzt am Morgen sieht es aber schon wieder nach tollem Wetter aus. Schon 5 Minuten nach dem Start zappelt mein Sportkennzeichenhalter nur noch an einer Schraube. Also weg das Ding, fragt eh keiner. Das große Blech hatte ich schon vorsichtshalber in die Tasche gepackt.

Die ersten 20 km bestehen aus Sand, der heute völlig unkompliziert zu fahren ist. Meine Angst war völlig unbegründet. Klar kann man auch hier umfallen, muss man aber nicht. Nach 5 Minuten bin ich recht entspannt und zockel so mit 50 km/h vor mich hin.

Hier haben wir den Sand hinter uns, die Strecke teilt sich in Nord- und Südroute  – ich geb schonmal die Richtung vor

Nach dem Abzweig der Südroute wechseln sich Lavaflächen, Sand, kleine Steigungen, Kissenlava, Steinfiguren, einsame Hochebenen, wieder weite Lavaflächen miteinander ab.

Hier haben wir schon 35 km hinter und noch 95 km vor uns.

Die meiste Zeit scheint die Sonne, über dem Vatnajökull hängen schwarze Wolken, für eine Stunde irren wir durch Nebel. Aber das alles ist einfacher als der Reiseführer (für Autos) angekündigt hatte. Steigungen bringen wir mit 3 Gasstößen hinter uns, tiefe sandige Abschnitte sind gut umfahrbar oder eher Spielplatz, dicke Steine ein Slalomparcour. Die meiste Zeit habe ich ein fettes Grinsen im Gesicht – das soll meine Angststrecke sein?

Kleinigkeiten dürfen nicht übersehen werden. Wie können hier Pflanzen überleben? Die Flora ist sehr empfindlich, die Regeneration dauert sehr lange, zerstörte Pflanzen haben es extrem schwer.

Später filmen wir uns gegenseitig in der Kissenlava. Die mag ich sehr. Man kann ziemlich zügig und dynamisch fahren, muss manchmal den Weg suchen, aber es ist nicht schwierig.

Gegen Mittag sehen wir das erste Mal wieder Farben. Wir kommen in grüne Täler mit Bachläufen, Blumen, Pausenplätzen in der Sonne.

Weite

und Details

Durch 4 kleine Furten und wieder hoch auf die Ebene – bis hierher war alles nett, unkompliziert, nicht anstrengend. Etwa 90 km haben wir hinter uns und damit unser –pessimistisches- Tagesziel erreicht. Es ist 15.00 Uhr als wir auf die Südroute und die Brücke treffen – höchste Zeit für die Gletscherflüsse, schon ein bisschen spät.

3 tiefe und 3 flache Furten folgen.

Die erste können wir nach dem „Anschauen“ / Begehen einfach durchfahren. An dieser Furt steht ein Franzose, der uns in ein Gespräch verwickelt und nach uns los fährt. Später in Nyidalur informiert er die Ranger, dass wir schon längst vor ihm angekommen sein müssten. Nur hatten wir einen Umweg zu fahren.

Die 2. Furt ist zu tief für uns. Das Gletscherwasser strömt heftig, es zieht mir schon im Stehen die Beine weg, dicke Steine knallen gegen die Stiefel. Obwohl der Fluss sich in 2 Arme teilt gibt es hier keine Chance für uns. Wir brauchen eine Stelle mit mindestens 3 Armen oder müssen hier übernachten. Die finden wir auch ein paar hundert Meter flussabwärts. Ein bisschen abenteuerlich ist es, dorthin zu kommen. Ohne Gepäck habe ich mit den Fußspitzen auf dem Randstreifen des Flusses kaum noch Bodenkontakt, so ist die DRZ einfach zu hoch, um im dicken Geröll überraschend anhalten zu können. Nach 30 Minuten ist es geschafft, bis zur Überquerungsstelle zu kommen ohne umkippen – aber mit heftig klopfendem Herz, dann schieben wir beide Mopeds durch die 3 immer noch reißenden Flussarme– kalt ist uns nicht dabei.

Fahren geht hier gar nicht, wild herumliegende dicke Steine und überraschende Tiefen – ist halt ein richtiger Gletscherfluss. Drüben fahren wir direkt wieder auf den Weg, kommen wieder hoch auf die Ebene und haben einen tollen Blick auf den Gletscher.

Die 3. Furt ist dann wieder einfach: viele kleine Flussarme, ein überraschendes Sandloch und ein langes Stück Weg unter Wasser können uns nun auch nichts mehr anhaben.

Hier kommen uns nun Ranger entgegen, die uns vermisst haben. Der Franzose hatte nach uns gefragt, er muss uns an der tiefen Furt überholt haben. Die passen hier echt gut auf ihre Touris auf. Beruhigend. Aber wir hatten uns ja auch angekündigt durch das vor geschickte Gepäck. Ein kurzer Gruß, ein Hinweis auf die kommende Furt – alles sehr nett. Am Abend fahren sie immer die Strecke ab, um Liegengebliebene aufzusammeln. Verlassen möchte ich mich trotzdem nicht darauf.

Und dann kommen schon die Hütten von Nyidalur in Sicht

Die Furt vor Nyidalur fahre ich dann nicht komplett. Sie ist schon ziemlich breit, von der ausgefahrenen Spur darf man nicht abweichen, ich bin nach dem langen Tag ziemlich kalt und kaputt. Also gehe ich auf Nummer sicher, lehne mir mein Mopedchen auf die Hüfte und schieb sie rüber – natürlich immer mit Motor. Nicht anstrengend, sicher und am Ende die bessere Wahl: in der Mitte rutscht sie in eine tiefe Sandfläche, die bis zum Ufer tief bleibt. Da hätte ich mich sicher festgefahren. Wer hatte nochmal 2008 seine KTM hier versenkt und brauchte dann einen Kerzenschlüssel ;-)?

Nyidalur begrüßt uns mit vielen lila Blümchen, von der roten Sonne angestrahlten Bergen, einem eiskalten Wind und lustigen jungen Katzen. Wir machen einen entspannenden Fotorundgang und freuen uns über den wunderbaren Tag.

Der sehr nette Ranger gibt uns unser Gepäck und den Sprit. Wir amüsieren uns über einige verrückte Quad-Isländern und trinken viel Tee am bollernden Ofen. Auf dem gemütlichen Zeltplatz unter sternenklarem Himmel und dadurch eisigen Temperaturen bauen wir unsere Hütte auf. Den Abend beschließen wir auf der Terrasse mit einem genialen Blick zum Sonnenuntergang über dem Hofsjökull.

Dann lässt auch der heftige Wind nach und ich schlafe tief und fest durch.

Tag 5

Am Morgen unterhalte ich mich mit einem Reiseleiter, dessen Gruppe wir nun schon das 3. Mal treffen. Er fährt auch nach Landmannalaugar und bietet an, unsere große Gepäcktasche mitzunehmen. Na, das ist ja mal nett! Also packen wir wieder nur Tagesgepäck, Zelt und Schlafsäcke für den Notfall und alles andere geben wir mit. Das geringe Gewicht merkt man enorm. Wir wissen nicht so genau, wie die Piste sein wird also finde ich das sehr erleichternd. Unsere Route soll nicht über die normale Sprengi gehen sondern über alte parallele Strecken am Hofsjökull entlang.

Nachdem alle anderen Gruppen weggefahren sind genießen wir noch eine Zeit die Ruhe, die nur von den pfeifenden Vögeln unterbrochen wird und den weiten Blick übers Hochland bis zu den Gletschern. Das Wetter ist umwerfend: strahlende Sonne und nun taut alles langsam auf. Die Nacht war kalt bis eisig, aber in meinem kuscheligen Daunensack ist schnell alles gut.

Und hier sind wir nun – gekommen von rechts über die 910

Über eine kleine, holprige Piste fahren wir zunächst auf den Hofsjökull zu.

Schneeweiß, riesig und überraschend nah liegen die Gletscherzungen bis in die Ebene. Dort bilden sich viele Seen, deren Abflüsse wir immer wieder überqueren. Auf der anderen Seite sehen wir den gewaltigen Vatnajökull. Weit weg aber sehr imposant.

„Bitte tragen Sie hier Ihr Wunschziel ein“

Nach einiger Zeit kommen die Farben wieder: die steingraue Ebene wird von Moosen und Blumenteppichen überzogen, dann ist immer eine Furt nicht weit.

Die meisten Furten sind unkompliziert, an dieser mache ich fast einen bösen Fehler. Mein Freund läuft zum Schauen rein und ich denke: „Das ist ja grad knöcheltief, das kann ich locker fahren.“ Er stoppt mich mit lauten Rufen. Na gut, also selber gucken. Zwischen den Brocken auf denen er balanciert sind große tiefe Löcher, das Vorderrad wäre mindestens zur Hälfte weg. Eine hübsche Lavazunge, in der ich mich wunderbar hingelegt hätte. Das Rüberschieben ist dann so anstrengend wie an keiner anderen Furt sonst. Einer schiebt, einer führt vorne. Immer wieder heben wir die Räder aus den Löchern.

Ein Stück fahren wir auf einer schnurgeraden Wirtschaftspiste mit Staudämmen, alle Flüsse sind nun überbrückt und es geht richtig zügig immer mit Blick auf die beiden großen Gletscher und vorbei an vielen Seen mit Enten und Gänsen weiter.

Ein Versuch, eine kleine Piste noch weiter nach Westen zu finden endet im Nichts nachdem wir 2 Flüsschen und einige Morastlöcher durchfahren haben.

im Loch

im Nichts

Der südliche Teil der Sprengi ist fahrerisch eher öd, schnell fahren wir schwimmend auf dem weichen Schotter bzw. auf  Wellblech bis Hrauneyjar. Hier der Blick auf den Dorisvatn am Südende der Sprengi.

Hrauneyjar ist eine wichtige Versorgungsstelle: hier gibt’s wieder Sprit und Lebensmittel. Aber keinen Laden. Wir decken uns ein, machen alle Kanister voll, genießen einen leckeren Lammgulasch und einen Kaffeeklatsch mit deutschen Gespannfahrern. Am Wasserfall des Hrauneyjalon machen wir schöne Fotos. Hier in Island kann man noch überall selbst verantwortlich an alle interessanten Stellen klettern. Schön, denn so kann man ungewöhnliche Perspektiven finden.


Dann geht’s –immer noch bei toller Sonne- auf der 208 nach Landmanna. Anspruchsvoll ist die Piste nicht, bietet aber wunderbare Ausblicke auf den Frostastadavatn, den Vatnajökull und die bunten Berge.

Zügig fahren wir zum Zeltplatz, die beiden Furten davor sind nun keine Herausforderung mehr. Übrigens: Hier links halten, auch wenn es rechts erstmal leichter aussieht.

Tagesgäste können auch hier parken und über die Fußgängerbrücken laufen.

Wir genießen viel Tee unter völlig klarem kaltem Himmel, widmen uns dem Hausbau und kochen ein kleines Menü.

In der Hütte treffe ich eine lustige Wandergruppe vom mdr unterwegs, deren Film ich ein paar Wochen später anschauen kann. Sie haben schöne Bilder gemacht, sind dann aber bei ihrer Wanderung auf dem Laugavegur auch heftig in den Regen gekommen.

Beim abendlichen Rundgang zum Sonnenuntergang tauchen die bunten Berge in ganz unwirkliches Licht, die Streifen werden rötlich und eine romantische Ruhe legt sich über das Tal. Überall stehen Leute auf den Berghängen und bewundern das Schauspiel. Sicher kommen so ein Wetter und so ein Farbenspiel nicht so häufig vor. Bei meinem letzten Besuch war die Luft nur feucht, die Farben lange nicht so überwältigend.

Wollgras

Blümschen

Tag 6

Natürlich wollen wir das schöne Wetter hier nutzen. Der Zeltplatz liegt noch im Nebel, in dem sich ein Regenbogen bildet. Irre.

Bei strahlender Sonne steigen wir auf den Blahnukur, den Hausberg hier. Wir wandern weiter über die Brennisteinsalda und das Lavafeld zurück zum Zeltplatz. Der kleine Rucksack füllt sich mit Klamotten: oben hab ich nur noch T-Shirt und Wanderhose an. Immer wieder sitze ich lange staunend in der Sonne über den Liparitbergen, entdecke immer neue Lavastreifen, neue Farben, interessante Figuren. Mein Foto kommt an seine Grenzen: Videos und Panoramabilder füllen die ganze große Speicherkarte. Dieser und der folgende Tag wird zum absoluten Höhepunkt der Reise.

Der Rückweg über das große Lavafeld ist eine lustige Kletterei. Hier kommen uns Israelis in Ballerinas und weißen Turnschühchen entgegen. Die finden’s wohl nicht ganz so lustig.

An dieser Stelle möchte mal lobend meine Wanderschuhe erwähnen. Super bequem, stabil auf spitzen Steinen, weich genug für gelenkschonendes Laufen und inzwischen auch im Alltag mein Lieblingsteil.

Den Abend verbringen wir im hotpot – wo sonst? Noch ein opulentes Mal, da wir heute für unseren Einkauf im Supermarktbus die Hüttenküche nutzen und reichlich Tee und Kekse.

Wir sitzen noch mit den mdr-Leuten und den BMW-Fahrern Sanni und Karsten zusammen und freuen uns auf den nächsten Tag.

Tag 7

Nach dieser Wellnesskur sind wir fit für neue Abenteuer 😉 Eine große Hochlandrundfahrt ist geplant. Wieder strahlt die Sonne – wie langweilig 😉

Über Landmannahellir, eine einfache Piste die ich schon kenne fahren wir nach Hrafntinnusker. Wieder sehen wir auf diesem Weg viele viele Vögel und Schafe, alles Wasser ist flach und gut fahrbar, die Piste zum Teil frisch geschoben. Wir fahren auf den tollen Aussichtsberg und zum Blubbertal, beides kenne ich von der letzten Reise. Das Blubbertal hat sich verändert. Das Schneefeld mit kleiner Höhle ist nicht mehr da, ein neuer Kochtopf ist entstanden, ein kleiner Badeplatz vor dem Wasserfall lädt deshalb ein. Wir wandern ein Stündchen auf der brüchigen dampfenden Erde herum – das letzte Mal hatte ich hier Schneeregen.

Auf der Weiterfahrt ist mein Freund so fasziniert von den Blicken auf die rauchenden Hänge gegenüber, dass er in eine tiefe Wasserrinne knallt – das Moped seitlich des Weges parkt. Sie springt zwar erstmal nicht an, aber sonst ist nix passiert. Puh. Ich hab mich mehr erschrocken als er, glaub ich.

Das ist der Moment für meine Lobhudelei: Er fährt seit langer Zeit mal wieder Moped, mit einem fremden Maschinchen (meiner alten DR) und hat nicht wirklich viel Offroad-Erfahrung.

Aber mit der notwendigen Kaltschnäuzigkeit, ein bisschen Schicksalsvertrauen und meistens ziemlich viel Gefühl in der Gashand fabriziert er zwar ein paar Umfaller aber keine ernsthaften Unfälle. Sein Beitrag zur guten Laune sind v.a. spektakuläre Sanddurchfahrten mit hohen Fontänen und Pfützenergründungen. Leider bin ich mit dem Foto immer zu spät.

Vorbei am Laufafell fahren wir unkompliziert, durch einfache Furten und begeistert von der Landschaft und dem Wetter bis zur 210, dem Sydra-Fjallabak. An der Osteinfahrt dieser Piste scheiterten wir vor 2 Jahre, auch jetzt sind die Furten in diese Richtung schwierig. Wir machen einen Abstecher in eine nicht eingetragene Piste Richtung Tindfjallajökull, genießen die Ausblicke zum Myrdalsjökull und dem aschegeschwärzten Eyjafallajökull und fühlen als echte Entdecker 😉 Bei einem Wendemanöver an einem steilen Abhang rettet mich mein Freund dann wie ein Held. Da hätte ich mich so was von a… d… Fr… gelegt – na, ihr wisst schon …

Irgendwann müssen wir wirklich umkehren und bleiben nun brav auf der 210, biegen ab zur Hekla und düsen entlang der Lavafelder von 1980 und 1994 locker dem großen Spaltenvulkan entgegen. Am Vatnafjöll sammle ich noch ein Stück roten Lavastein ein, nur hier habe ich ihn so intensiv rot gesehen.

Hab ich schon gesagt, dass die Schafe IMMER zu dritt unterwegs sind? IMMER!

Vor dem jüngsten Lavafeld der Hekla

Die Auffahrt zur Hekla ist trocken und einfach. Es geht sogar noch deutlich weiter hoch als letztes Mal, bis zum Sæmundar Platz. Es ist erst 15.00 Uhr und wir stehen schon auf dem beeindruckenden Berg. In der Ferne sieht man den Vatnajökull, unter uns das Tal der Fossa, im Süden der Myrdalsjökull.

Nie hätte ich gedacht, dass wir so schnell sind, dass das Wetter so hält und dass ich die Gelegenheit hätte, dort hoch zu wandern. 😦 Ich habe keine normalen Schuhe dabei. Und in meinen Crossern dort hoch… Inzwischen weiß ich, es wären nur noch ca. 700 m bis zum Gipfel gewesen. 😦 😦 😦

Zurück wollen wir über den Krakatindur fahren, finden aber den Einstieg nicht. Komisch, von der anderen Seite habe ich den Weg gesehen, es muss ihn also geben. Wir nehmen dann eben die F 225 über Landmannhellir. Am Abend machen wir noch einen Abstecher zum roten Krater Fljotspollur und bleiben dort bis zum Sonnenuntergang.

Ein sehr ereignisreicher, wunderbarer, emotional schon überfordernder Tag geht zu Ende. Ein großer Topf Nudelsuppe und nette Gespräche mit Karsten und Sanni, schon falle ich in den Schlafsack.

Tag 7

Noch einen Tag soll das schöne Wetter anhalten.

Über die F 208 kommen wir zügig und ohne Probleme bis zur Eldgja-Schlucht. Unterwegs halten wir mehrfach, v.a. auf den Höhenzügen um zu filmen, zu fotografieren und die Aussicht zu genießen. Immer noch ist kein Wölkchen am Himmel, der Myrdalsjökull strahlt auf der einen, die Grimsvötn auf der anderen Seite. Und ich strahle unterm Helm. Diese Strecke, die vor 2 Jahren im Regen unter schwarzen Wolken völlig dunkel, bedrohlich und gefährlich wirkte ist heute hell, grün und freundlich.

Das dritte Schaf steht genau vor mir

Das ist fast wie fliegen… sooo schön!

Durch die Eldgja wandern wir im T-Shirt, bestaunen wieder vielfarbige und witzig geformte Lavasteine, klettern am Ofaeru-Wasserfall herum und diskutieren mit einer Horde Schafe, wer Vorfahrt hat. Der Wanderweg ist leicht, wir ziehen uns aber richtige Wanderklamotten und genießen 2 Stunden in der Sonne, in der absoluten Ruhe, in der abstrakten harten Natur, die doch Leben wachsen lässt,  in dem beeindruckenden tiefen Tal mit einem ausgiebigen Picknick.

„Such das Stöckchen!“ Auf manchen Hochlandpisten eine permanente Aufgabe. Wenn dann noch Nebel dazu kommt freut man sich über jeden Fund.

Insgesamt hatten wir etwa 18 Furten, davon 5 tiefere, viele schöne Ausblickspunkte, immer wieder Wellblech und tiefe Schlaglöcher. Leider können wir bei Buland nicht direkt zur Laki fahren also drehen wir um und versorgen uns in Kirkjubaerklaustur mit allem Nötigen: Sprit, Softeis, Zeltplatz am Stjornafoss, heißem Wasser in Form eines hotpots und einem leckerem Abendessen, dazu noch ein schöner Spaziergang bei Sonnenuntergang.

Tag 8

Heute sind die mdr-Leute mitten im Hochland auf dem Laugarvegur. Wir denken an sie als wir bei strömendem Regen wach werden und den Schlafsack noch mal über die Ohren ziehen. Eigentlich wollten wir heute ins Lakigebiet. Stattdessen schlafen wir noch mal ein, spazieren dann zum Schwimmbad, schauen einen Laki-Film in der Touri-Info, futtern Frust-Chips und Riesen-Hamburger und schreiben Tagebuch in der Tankstelle. Tankstellen haben hier eine viel umfassendere Funktion als bei uns: Treffpunkt, Versorgungsstation, Cafè, Busstation, Eisdiele, …

Wir buchen die Jugendherberge für die nächsten 2 Nächte im Þörsmörkgebiet, da das Wetter nass bleiben soll und richten uns darauf ein, dorthin über die 1 durch zu fahren. Laki macht keinen Sinn im Regen. Abends zerlegen wir den streikenden Kocher und stellen sein Ableben fest.

Abends wird es trocken und wir können noch einen netten Foto-Rundgang machen. Vielleicht regnet es dann morgen nicht den ganzen Tag? Hoffnung keimt auf.

Tag 9

Morgens regnet es gar nicht. Im Gegenteil! Über dem Hochland dampft es, aber die Sonne ist stärker. Wir packen das Nötigste, hüpfen auf die Mopeds und düsen zum Laki-Gebiet. Die tiefen Furten beim Einstieg klappen gut. Zwar mit Herzklopfen und viel Gas, aber ok.

Bei schönstem Wetter steigen wir auf einen Berg, ich denke, es ist der Varmafjell – oder doch der Laki? und haben einen traumhaften Blick auf die Laki-Spalte. Die ganze Kraterkette liegt vor uns, östlich und westlich die großen Gletscher und ich fühle mich sooo klein in dieser so fremdartigen grandiosen Landschaft. Wieder füllt sich die Speicherkarte. Diese Sicht ist ein Traum, die Sonne scheint aber es kommen die ersten Wolken an. Schöner kann man diese Natur nicht erleben.

Sorry, wenn ich so viel schwärme. Für mich ist das Erleben dieser letzten Tage bei diesem Wetter einfach überwältigend und die Erfüllung eines Traumes.

Wir fahren die Runde weiter, spazieren noch zum Tjarnargígur, einem kleinen See im Krater.

ein Bilderbuchkrater

Dann kommen wir zu der schmalen Lavafurt, die letztes Mal so schwierig und voller Steine war. Diesmal kenn ich den Mopedweg, ich scheue ein bisschen weil ich zu langsam ran gefahren bin, aber dann ist alles kein Problem.

Das kleine Tal an dieser Furt ist durchzogen von kleinen Wasserläufen, voller Blumen und ziemlich romantisch.

Dann kommen wieder die beiden großen Furten. Natürlich sind sie jetzt tiefer als am Morgen, trotzdem gut fahrbar. Gegenüber stehen 10 Autofahrer mit Kameras und wollen mal gucken, wie tief es ist. Sie warten also bis wir fahren. Na gut, spielen wir also bisschen Zirkus. Beim Rausfahren am Ufer stehen sie mir auch noch im Weg und ich fahre eine fast um – super! Wie wär’s mal mit Platz machen? Mein Freund lässt sich wohl verunsichern und kann die Linie nicht halten. Er fährt ins Weiche, gibt zu viel Gas, rutscht, gibt noch mehr Gas… und schon liegt die DR blubbernd im Wasser. Das mit dem Killschalter hatte er vergessen. Wir schieben das Moped gemeinsam raus – sagte ich schon, dass ich den gesamten Urlaub über nasse Stiefel habe? Will ja nicht erst die Wathosen anziehen um ihm zu helfen.

Ich vermute das Schlimmste. Wasser im Öl wäre schon richtig doof. Obwohl es schlimmere Plätze dafür gäbe. Ein erstes Kicken erzeugt nur unwilliges Blubben. Also alles aufmachen: Luftfilter raus, ausquetschen und in die Sonne hängen. Kerze raus, Moped nach hinten kippen und den Auspuff leeren. Und dann kicken, kicken, kicken. Jedes Mal schießt ein Schwall Wasser aus dem Kerzenloch. Neue Kerze rein, Lufi rein und Daumendrücken. Wir wechseln uns beim Kicken ab und tatsächlich springt sie an. Ohne Rasseln und Scheppern läuft sie richtig rund. Später schäumt das Öl ein bisschen aber nicht bedenklich. Was bin ich froh, so ein treues Arbeitstier zu haben.

Mein Freund wollte ja eigentlich mit seiner ganz neuen Transalp fahren. Das konnte ich ihm ausreden. Er sagte, wieder zu Hause, zu seiner Alp: „Gut, dass du nicht dabei warst. Es wäre gegangen, aber Spaß hätte es nicht gemacht.“

Auf dem Rückweg stoppen wir am Fagri-Foss. Er ist immer noch genauso hübsch. 🙂

Zurück am Zeltplatz fängt es pünktlich zum ersten Handgriff um alles zu packen an, zu regnen. Trotzdem müssen wir kurz mit dem netten Paar und Fotografen Kathrin und ihrem Freund sprechen. Sie sind noch deutlich verrückter als wir und machen tolle Fotos! Auf Krians Seite zu stöbern lohnt sich.

Dann packen wir schnell alles ein und brechen 17.30 Uhr auf ins 160 km entfernte Þörsmörk. Im Regen und unter dicken Wolken fahre ich nun schon das 2. Mal an Vik und Dyrholay vorbei. Wir halten kurz am Skogarfoss und futtern Müsliriegel – unsere Notversorgung, die wir immer dabei haben.

Blick zum Eyjafjallajökull im Sonnenuntergang

Die sehr günstige Jugendherberge im Fljotsdalur ist sehenswert. Ein kleines Grassodenhaus ohne jeglichen Komfort.

Mini-Zimmer, Wohnraum, kalte Dusche draußen, alles alt und ziemlich kaputt. Dazu passend die vermietenden urigen Engländer, die hierher ausgewandert sind. Ich fühle mich recht wohl, da wir einen Raum für uns haben, die patschnassen Klamotten trocknen und in Ruhe kochen können. Viel heißer Tee gleicht mein Flüssigkeitsdefizit aus und irgendwie ist es ja auch urig hier. Das Besondere ist eine Sammlung uralter isländischer Bücher.

Tag 10

Es regnet, sehr. Da es mir schon gestern nicht so richtig gut ging hatten wir zum Glück gleich für 2 Nächte gebucht und schmökern uns nun durch die Bibliothek, schauen uns den bewölkten Eyjafalljökull gegenüber an und wandern am Nachmittag, jetzt nur noch im Nieselregen, in eine kleine Schlucht.

Blick aus dem Fenster zum Eyjafallajökull. Der weiße Gletscher ist seit dem Ausbruch dunkel von der Asche, leider bleibt er komplett in den Wolken. Ein Aufstieg macht keinen Sinn.

von Asche verschüttete Pflanzen kommen wieder durch

Das ganze Tal ist von der Asche verschlammt. Und das sind nur die Reste. Die Vermieter erzählen, wie hoch die Asche im Garten lag, von ihrer Evakuierung und den Ängsten, die alle hier hatten.

Tag 11

Nachdem wir so schön ausgeruht sind, alles getrocknet ist und der Elan zurückgekehrt ist fahren wir heute den ersten Tag der Tour fast nur Asphalt. Die Sonne scheint wieder und so versuchen wir zunächst ohne Gepäck, wie weit wir Richtung Þörsmörk kommen. Über den ersten Fluss nehmen wir die Fußgängerbrücke. Ein paar Kilometer weiter stehen wir schon an der ersten Furt, die uns zu tief ist. Breit zieht sich das Wasser ins Tal, mehrere tiefe Stellen bremsen uns aber aus. Wir haben dieses Jahr noch viele andere sehenswerte Ziele und schreiben Þörsmörk auf die to-do-Liste für einen Wander-Urlaub.

Jetzt müssen wir nach Sellfoss. Nur dort haben wir eine Chance, Ersatz für unseren Kocher mit Schraubkartusche zu bekommen. Klappt auch gleich im 1. Laden, einem Baumarkt. Wo wir grad mal in der Zivilisation sind bunkern wir Lebensmittel, snacken nebenan ein Hähnchen und gönnen uns einen Milchshake.

Heute steht das Touri-Programm auf dem Plan. Im wieder einsetzenden Regen fahren wir westlich entlang des Þingvallavatn und vorbei an dem großen Kraftwerk an den heißen Quellen nach Þingvellir, der Gründungsstätte Islands.

Auf dem Weg kommen uns mehrmals Pferdeherden entgegen, einmal mit einigen Reitern, 2x frei laufend. Schööön!

Þingvellir ist voller Touris, das war zu erwarten. Wir bleiben gar nicht lange, laufen kurz durch die Schlucht und hören uns einen Geschichts-Vortrag für eine deutsche Reisegruppe an.

Dann fahren wir weiter zwischen den Schlangenlinien fahrenden Touri-PKW im Schritttempo über die übel löchrige Schotterstraße 365 zum Laugarvatn. Völlig ausgeglichen wird die nervige Fahrerei von dem interessanten Wetter: Sonne wechselt mit Platschregen ab und erzeugt immer wieder Regenbogen, schwarze Wolken, Strahlen bis auf den Boden und ein Lächeln in unseren Gesichtern. Kurz überlegen wir, uns hier ins heiße Wasser zu legen, da hört der Regen auf, die Sonne strahlt wieder und wir fahren noch bis Urhlid.

Im winzigen Schwimmbad können wir schnell duschen, trinken Unmengen von Kaffee im Café nebenan bis alle Klamotten getrocknet sind und bauen dann das Zelt auf dem Zeltplatz des Dorfes in einem Holzunterstand auf. Er ist eigentlich geschlossen, Wasser läuft keins. Aber das macht nichts. Wir sind hier völlig für uns und fühlen uns vor evtl. Regen in der Nacht gut geschützt.

Tag 12

Wir packen zügig unsere komplett trockenen Sachen ein und sind schon 8.30 am Strokkur. Wenig ist los, die Touris frühstücken noch 😉

Ein paar Mal schauen wir dem noch aktiven Geysir beim Ausbruch zu, amüsieren uns eher über Videofilmer, die minutenlang die Kamera hochkonzentriert halten und dann im entscheidenden Moment nicht hinschauen. Sehr dumm, wenn das am Nachbargeysir, dem Großen Geysir passiert, da der nur alle paar Monate, wenn überhaupt noch, ausbricht.

Nach einigen schönen Bildern und einem Rundgang durch das Thermalgebiet gibt’s Frühstück im Café gegenüber, die Mopeds und Kanister werden betankt und ich bekomme mein Island-Andenken: ein schönes T-Shirt „Lost in Iceland“.

Über die F 35, die Kjölur, geht es weiter Richtung Norden.

Wir halten natürlich noch mal am Gullfoss, haben eine tolle Sonneneinstrahlung mit dem wichtigen Regenbogen und freuen uns am schönen Wetter.

Diese so wichtigen Highlights liegen für uns auf dem Weg und müssen von einem Islandanfänger mal besucht werden. Aber sie spielen im ganzen Urlaub eine sehr nebensächliche Rolle im Vergleich mit den vielen überwältigenden Erlebnissen im Hochland, auf einsamen Pisten und hoch über weiten Lavawüsten.

Und so eine Hochlandtour steht nun wieder vor uns. Das zweite Ziel, das für mich ganz wichtig ist: Kerlingarfjöll.

Die 35 führt uns höher, in die Kälte des Hofsjökull, dem wir entgegen fahren über eine buckelige, aber locker fahrbare Piste, in kalten nassen Wind und in die Einsamkeit. Ein einziges Fahrzeug kommt uns entgegen, einen PKW überholen wir aber der scheint dann gedreht zu haben. An einer Hütte machen wir noch mal Kaffeestopp und erkundigen uns nach der Zufahrt zum Kerlingerfjöll. Sie soll ja seit diesem Jahr überbrückt sein. Ja, ja meint der junge Ranger, da war ich schon mit dem PKW – einem flachen Audi, der hier hinterm Haus steht. Er ist eigentlich Landschaftsgärtner und wird von seinem Chef schon seit Jahren jeden Sommer für drei Monate beurlaubt. Seine Form der Entspannung. Viel ist hier jetzt im August nicht mehr los, der erste Schnee war schon gefallen und wieder getaut. Wir fragen ihn, ob er nächstes Jahr wiederkommen wird: „Das darf man einen Ranger niemals im August fragen!“ ist seine Antwort.

Die 347 ist tatsächlich kein Problem, wir turnen an einem Wasserfall herum, filmen, genießen die Fahrt und kommen schon am Nachmittag am Zeltplatz an. Rüber über die Fußgängerbrücke –nicht runter ins Flussbett gucken 😉 -, schnell das Zelt aufbauen.

Eine Tanksäule gibt es hier unglaublicherweise wirklich. Ob was drin ist weiß ich nicht. Verlassen würde ich mich nicht darauf.

Dann düsen wir hoch zum Solfatarenfeld. Mal wieder verliere ich ein Mopedteil, diesmal ist es der vordere Kotflügel. Aber wir haben ja genug Schräubchen dabei…

Lange laufen wir hier durch die Blubberspalten, es stinkt sehr nach Schwefel, immer wieder laufen wir auch durch die Dampfschwaden. Hierher muss man Zeit mitbringen. Leider haben wir nicht viel Sonne, nutzen die wenigen Strahlen zum Filmen. In diesem Gebiet gibt es auch einen Bach, in dem man baden kann. Wir wandern lieber herum, laufen bis zum Gletscher und sehen hier noch einmal Island pur: Feuer und Eis.

Nach den sonnigen Tagen in Landmannalaugar und an der Laki steht für mich fest: was jetzt kommt ist nur noch Bonus. Alle Erwartungen sind bis dorthin schon erfüllt, alle Sinne völlig ausgelastet, ich bin berauscht von der Natur. Nur dieser kleine Wunsch, dieses Kerlingerfjöll, der war noch sehr wichtig. Und auch das liegt jetzt in der Sonne vor mir und ist noch viel bunter und isländischer als gedacht.

Auf dem kleinen Zeltplatz unten nisten wir uns kurz in der Camper-Küche ein, missachten das Restaurant und schwatzen noch lange mit Anita und Andi. Sie hatten wir schon kurz auf der Fähre getroffen und ihre Energie, mit Rädern über die Insel zu fahren, bewundert. Jetzt erfahren wir, dass sie über Osteuropa und Skandinavien nach Island kamen und das Ganze nur der Beginn einer Reise mit open end ist. Von Island setzten sie über auf den nordamerikanischen Kontinent. Wer wissen will wo sie jetzt sind muss in ihr Blog schauen.

Wieder getroffen haben wir hier auch den polnischen Fahrradfahrer, wieder wesentlich besser drauf kommt er gerade von einer Wanderung ins Fjöll, schwärmt vom heißen Bad und erzählt begeistert von seinen Erlebnissen und weiteren Plänen.

Tag 13

Relativ eintönig, stürmisch und holprig geht es weiter nach Norden auf der Kjölur. Den Frühstückscafé und einen Rundgang gibt es in Hveravellir. Eine Truppe Mopedfahrer startet grad vom Zeltplatz und ich erfahre später, dass ein Bekannter dabei ist 😦 schade.

Wir bleiben gar nicht so lange, irgendwie ist es uns hier unsympathisch. In der Hütte von Anweisungen übersääte Wände, auf dem Zeltplatz darf man nicht parken, Trinkwasser gibt es keins, die ersten Busse fahren schon ein, es regnet und ist eisig kalt.

Wir schlendern durch’s Gelände, schauen uns die Badeterrassen und die Solfatarenfelder an.

Wir entscheiden uns allerdings auch gegen die Querung über den Sander nördlich des Hofsjökull zur Ingolfsskali. Das Wetter ist nicht stabil, es stürmt, wir sind nicht ganz früh los und ich immer noch nicht richtig fit. Da möchte ich nicht in einer Sandfläche mit endlos vielen Furten stehen.

So fahren wir brav entlang des Blöndulon, biegen über seine Staumauer nach Osten ab und erreichen über die F 756 das Maelifellsdalur. Ich nenne es das „Tal der verrückten Schafe“. Ständig laufen uns welche vors Rad, gucken uns groß an als kämen wir vom Mond. Angst vor dem Motorgeräusch haben die nicht.

Die Landschaft hat sich geändert. Aus der öden Steinwüste heraus schlängeln wir uns nun wieder durch kleine grüne Täler, kommen an Seen mit Vögeln vorbei und schauen von kleinen Pässen über eine farbenfrohe abwechslungsreiche Landschaft.

Abwechslungsreich bleibt auch das Wetter. Regenschauer, blauer Himmel und alles dazwischen begleiten uns innerhalb von 2 Stunden.

In Reykir gefällt uns der untere Zeltplatz in einem Ferienzentrum. Es ist nichts los, wir sind heute Abend ganz alleine. Wir genießen ein langes ruhiges Bad im öffentlichen hotpot. Nichts außer den pfeifenden Vögeln ist zu hören. Ein paar Regentropfen stören nicht.

Später schauen wir uns auf dem Zeltplatz genauer um, quatschen mit dem Vermieter und fragen nach Trocknungsgelegenheiten für die nassen Klamotten. Am Ende dürfen wir uns in einer Art Abstellkammer ausbreiten, es gibt Matratzen, es ist wohlig und ganz ruhig, in der voll ausgestatteten Küche sitzen wir an der Heizung, schreiben, lesen. Ich schlafe fest und lange.

Tag 14

Erstmal geht es heute noch weiter in den Norden. Zuerst tanken wir in Blönduos. Dort sehen wir ein Auto mit dem Kennzeichen IS – 3. Wir fragen und erfahren von dem sehr netten Fahrer, dass es eines der Präsidentenautos ist. Aber im Moment würde er den Jeep mit der Nummer 1 benutzen.

In Island gibt es eine Menge interessanter moderner Kirchen.

Ohne Gepäck, endlich wieder ohne Regen und ausgeruht erkunden wir die Halbinsel Skari. Spektakulär ist sie nicht, eher sehr einsam, windig und sehr weit. Fahrerisch ist die 745 keine Herausforderung, wettertechnisch schon da ein heftiger Seewind weht.

In Saudarkrokur schauen wir uns eine Trockenfisch-Farm an. Es klappert und scheppert wenn der Wind zwischen die Fischkörper fährt. Skurrilste Formen entstehen wenn der Fisch trocknet.

Leider bekomme ich den ganzen Tag kein Softeis, dabei hab ich heute so einen Appetit drauf. Entweder keine Tanke oder die Maschine ist kaputt. Gemein!

Auf dem Rückweg kommen wir an Glaumbaer vorbei. Ein Museum, in dem man original eingerichtete Torfhäuser anschauen kann und einen Einblick in das gar nicht so ferne bäuerliche Leben erhält. Im angeschlossenen Cafè gibt’s auch Infos in Deutsch.

Und dann endlich an der großen Tanke von Varmahlid. Es gibt Sprit, den kleinen Supermarkt, Kaffee und … Softeis 🙂

So sieht ein typischer Wegweiser aus

Wir sitzen im Sonnenuntergang und schlecken zufrieden unser Eis. Ich schaffe nie ein ganzes, bekomme aber tatkräftige Unterstützung. Man sollte vorsichtig sein und erstmal die kleine Portion bestellen. Die große ist immer eine Herausforderung!

Inzwischen ist es Ende August. Das heißt, auch hier wird es nun nachts etwas dunkler, das Licht verändert sich und die Farben werden weicher und tiefer.

Der Abend verläuft ganz anders als gedacht. An der Tanke spendieren wir uns ein Bier in der Hoffnung auf eine gemütliche Stunde im hotpot. Stattdessen fahren 2 große Busse vor: eine Wandergruppe Isländer, die die Küche in Beschlag nehmen, einen großen Grill aufbauen und den hotpot belagern. Hm. Der Trubel schockt mich. Sicher wäre eine Kontaktaufnahme kein Problem gewesen, aber so viele Menschen auf einem Haufen, das war mir inzwischen völlig fremd geworden. Wir trinken also unser Bier auf der grünen Wiese, machen einen langen Spaziergang durchs Dorf und zum typischen Fuhrpark eines Isländers.

Irgendwann steigen alle wieder in die Busse und innerhalb von 15 Minuten kehrt völlige Stille zurück.

Tag 15

Wir sind hier schon an der F 752, der westlichsten Zufahrt zur Sprengi. Wir packen sehr exakt unser Gepäck, verzurren alles gut, sortieren die Lebensmittel und futtern alles auf was auslaufen könnte.

Abgesoffen?

Unser Ziel ist Laugafell. Die 752 führt uns zunächst in einsames Hochland, bei Þorljatsstadir schrauben wir uns einige enge, ausgewaschene Serpentinen hoch zu einem Ausblick über das dunkelgrüne Tal.

Es wird kalt. Saukalt. Ich ziehe konsequenterweise die Wathose an, hier möchte ich nicht so schnell wieder patschnasse Stiefel bekommen. Durch einige Furten fahren wir. Aber dann kommen die beiden undurchsichtigen Gletscherbäche. Diese 2 Furten müssen wir durchschieben. Sie sind voller Weichsand und ich bin froh, nicht die Sanderstrecke hierher gefahren zu sein. Mit vollem Gepäck ist selbst die DRZ nicht mehr so handlich. Aber sie ist unheimlich gutmütig und so lege ich sie mir wieder auf die Hüfte und mit Motorunterstützung bringen wir beide Mopeds gut rüber. Vielleicht wäre Fahren möglich gewesen. Aber spätestens in den radtiefen Sandlöchern hätte ich Probleme bekommen. Die Füße reichen dann nicht sicher bis runter und ich habe absolut keine Lust, hier am Ende der Welt bei eiskaltem Wetter mit dem ganzen Gepäck umzukippen. Meine Hände sind sowieso kalt und steif, da bin ich ganz Mädchen: unter 10° C friere ich. Immer.

Diese schaffe ich auch allein

Aber der Weg ist weit.

Die Strecke zieht sich, die vielen Furten reduzieren unser Tempo. Dann kommt Laugafell in Sicht und dort stehen schon Dietmar und eine Truppe Mopedfahrer aus Thüringen. Wir gurken noch mal drum herum, sehen die Hütte, aber den Weg nicht.

Begrüßt werden wir netterweise gleich mit Kaffee und Keksen, in die Hütte der Rangerin dürfen wir leider nicht. Inzwischen hat es angefangen, Schnee zu regnen, der Wind hat zugenommen und es ist nicht wirklich gemütlich. Wir entscheiden uns für einen Schlafplatz in der Hütte. Den Abend verbringen wir im hotpot: fürchterlich klischeehaft liegen wir im heißen Wasser, trinken Bier aus Dosen, schauen ins eiskalte Hochland und lachen über den Schneeregen. Danach grillen wir Lamm und Brot, schlagen uns den Bauch voll und fallen müde in die Schlafsäcke.

Tag 16

Wir schlafen gut und warm und ich wache auf vom Kitzeln der Sonne im Gesicht. Das Hochland ist weiß verschneit, es ist deutlich unter 0° C.

Da das Radlager der DR 350 auf den letzten Kilometern extrem schnell wackelig wurde fahren wir ganz früh los, um noch am Vormittag in Akureyri einen Laden zu finden – es ist Samstag. Ganz früh heißt: ganz kalt. Durch die weiß gepuderte Hochebene, bergauf, bergab zockeln wir über die F 821 nach Norden: eine tolle Landschaft, völlig einsam und abweisend. Mittendrin beginnt es zu schneien, ich friere. Sehr. Das Visier muss auf, damit ich überhaupt etwas sehe, für meinen Freund ist es noch schwieriger, seine Brille sauber zu halten. Der Atem geht etwas schwerer – wir sind ja schließlich auf einer groben Schotterpiste und fahren das Meiste im Stehen, dadurch beschlägt alles. Ich bin froh, immer mal anhalten zu können.

Irgendwann geht es bergab: steil, in Serpentinen, im Nebel. Wir kommen wir ins Eyjafjardadalur aber sehen nichts davon. Schade, es scheint wirklich schon zu sein. Ab und zu überqueren wir Zuflüsse, nicht dramatisch, aber interessant mit kleinen Wasserfällen, vielen Steinen und nicht geschoben. Hier fahren nur vernünftige Allradler, Busse nicht mehr.

Der Weg ist patschnass, schmierig und erfordert volle Konzentration. Wir sind auch nass und haben keinen Bock mehr 😉 Dann ist der Weg mehrere hundert Meter überschwemmt. Blind fahren wir weiter und hoffen, dass keine allzu großen Steine mit runter gekommen sind. Aber alles geht gut, die Piste wird zum glatten Schotterweg und wir geben Gas, um nach Akureyri zu kommen. Anhalten wollen wir nicht mehr, nur noch ins Warme.

In Akureyri fahren wir alle Moped- und Autohändler an, die ich kenne. Und das sind einige, denn hier hatte ich mal ein kaputtes Kettenrad…

Aber alles ist zu, kein Laden hat am Samstag überhaupt geöffnet. So sind wir schnell durch und steuern direkt das Büchercafé an. Hier tauen wir auf, breiten die Klamotten aus, packen Helme und Stiefel auf die Heizung und lesen uns durch Tageszeitungen, Internet und Islandbücher. Zum Glück hat die sehr nette Bedienung Mitleid und lässt uns gewähren. Der Umsatz ist schließlich auch gesichert: Kaffee, Kuchen und Muffins verschwinden in den Bäuchen – Energie!

Wir verbringen den Nachmittag hier bis Dietmar mit den Thüringern ankommt. Sie haben sich Zeit gelassen, sind mit dicken Mopeds unterwegs und fahren bald weiter. Sie haben nur 2 Wochen Zeit für die Insel.

Wir übrigen 3 entscheiden, uns auf dem Zeltplatz niederzulassen. Der Zeltplatz in Akureyri ist einer der unfreundlichsten, den ich in Island kennen gelernt habe. Küche draußen, keine Dusche, alles ziemlich schmutzig. Aber er hat einen unglaublichen Vorteil: 200 m gegenüber ist das große Thermalbad. In dem verbringen wir dann den Nachmittag, liegen ewig in den heißesten Pötten und selbst mir wird wieder warm.

In der Stadt lassen uns dann in der Stadt einen Döner schmecken und schauen aus der Bar wie schon 2008 bei einem Cocktail dem samstäglichen Autokonvoi durch die Innenstadt zu. Der ist allerdings deutlich kleiner als vor 2 Jahren. Liegt’s an dem Bankencrash oder ist einfach nicht der richtige Tag? Die Bar scheint der Treffpunkt der Jugend zu sein. Unglaublich hübsche hippe Teenies in unglaublich kurzen Klamotten pendeln zwischen Tanzsaal im 2. Stock und dem Eingang. Draußen wird vorgeglüht, an der Konvoi-Ecke posiert und manchmal auch eingestiegen.

An der großen beleuchteten Kirche vorbei steigen wir hoch zum Zeltplatz und dann versuche ich, meinen Schlafsack warm zu bekommen. So ein Haufen Daune will schließlich erstmal erwärmt werden. Heute schlafe ich nicht gut, ständig fahren Autos mit quietschenden Reifen und dröhnendem Radio vorbei. Und ich friere.

Tag 17

Es regnet. Wir drehen uns noch mal um. Es regnet weiter. Durch die Zeltwände hindurch verständigen wir uns auf: Bummeltag, Liegenbleiben, Schlafen.

Irgendwann muss man doch mal raus und so nach und nach treffen wir 3 uns unter dem Dach unter dem eine Bank steht und alle Leute Kaffee kochen wollen. Wir ergattern einen Sitzplatz und werden mit Kaffee und heißer Milch langsam wach. Es ist Sonntag, die Stadt bummelt so vor sich hin. Und wir mit. Erstes Ziel ist wieder das Büchercafé. Hier kann man viel Zeit verbringen. Der Kaffee mit Nachfüllfunktion ist prima, es gibt jede Menge Lesestoff und WLAN, eine warme Toilette mit warmem Wasser und eine Heizung. Es regnet den ganzen Tag. Zu zweit machen wir einen langen Hafenspaziergang, schauen uns das große Kulturhaus an und den Möwen bei der Jagd zu. Hier liegt einmal in der Woche ein Kreuzfahrtschiff. Dann fluten die Touris den Ort und die Souvenirgeschäfte machen den Umsatz der Woche.

Am Nachmittag haben wir nur ein Ziel: das Thermalbad. Das ist wirklich toll: Schwimmerbecken (brrrr…kalt), Dampfbad, flache warme Becken mit Wasserfall, großes warmes Becken mit Düsen und 2 sehr sehr warme Becken 40°C und mehr und mit Massagedüse.

Ich bin ein bisschen urlaubsmüde. Nach den wunderbaren trockenen Tagen im Hochland, den vielen erfüllten Träumen und den kalten Nächten im Zelt ist die Luft raus.

Jetzt kommt der Norden, kaum noch Schotter, keine neuen Highlights mehr. Dachte ich.

Tag 18

Am Morgen fahren wir zuerst zum Mopedladen. Ein neuer Besitzer, ein neues Konzept, alles sehr freundlich und kompetent besorgen die Jungs innerhalb einer halben Stunden die passenden Radlager –  aus einer Fischfabrik. OK, solange sie passen…

30 Minuten später sind sie in der Werkstatt nebenan eingebaut, der Preis völlig OK.

Wir frühstücken in der islandbesten Bäckerei Kaffee und Leckereien (Westausfahrt, links am großen Supermarkt), bauen Zelte ab, laden die Mopeds voll und brechen Richtung Osten auf. Es regnet.

Freilaufende Pferde flüchten vor mir. Weder sie noch ich können ausweichen. Zum Glück finden sie dann einen Durchschlupf auf die Wiese. Schön anzuschauen sind sie wenn sie voller Energie und mit wehender Mähne galoppieren.

Über einige unbefestigte Umwege kommen wir zum Myvatn und steuern nach dem Einkauf direkt die Pension vom Käpt’n an. Bei der haben wir schon 2008 gezeltet und den Luxus eines Wohnzimmers mit permanentem Kaffeenachschub genossen.

Hier erwartet uns Erholung pur. Das Haus am See mit neuer Terrasse zum Ufer, Kaffee und heiße Schoki zur Selbstbedienung, Küche zur freien Verfügung, kuschelige Sofas mit flauschigen Schaf-Fellen …

Wir schlafen draußen im Zelt, können aber inkl. Bad alles im Haus nutzen. V.A. müssen erstmal wieder die Klamotten trocknen. Dann kochen und den Seeblick genießen. Hinter dem Wasser geht die Sonne unter, verschiedene Entenarten paddeln im spiegelnden Wasser, rundum liegen Lavablöcke wie hindrapiert. Mücken gibt es keine.

Beim Captain

Tag 19

Heute fahren einen Bogen in den Norden. Das Wetter ist trockener – heißt: es regnet weniger. Wir starten an der Tankstelle in Reykjalíd und finden dann auf Anhieb die Piste über die Reykjaheidi. Sie führt uns westlich der Krafla und des Gaesafjöll über eine gut befahrbare Strecke bis nach Husavik. Unterwegs schauen wir uns zwei kleine Solfatarenfelder und Minikraftwerke an, genießen die weite Landschaft und lachen über die bunten Schafe, die zottelig und tollpatschig durch die Wiesen stapfen.

Vorsicht! Brüchig.

Der Weg ist ganz besonders: wie eine Achterbahn schlängelt er sich durch die Wiese, geht dann wieder schnurgeradeaus, dabei in großen und kleinen Wellen hoch und runter. In den Senken stehen tiefe Pfützen, die wir mit viel Schwung leer spritzen 🙂

In Husavik wärmen wir uns im Café am Hafen auf, schauen uns die Walbeobachter-Schiffe an und beschließen, weder eine Waltour zu machen noch das Penismuseum anzuschauen. Stattdessen ist unser Ziel eine besondere Steilküste etwas nördlicher. Hier in Ytritunga/Tunguvellir gibt es eine Wand mit Muschelkalk: uralte Muscheln liegen hier in Schichten, unten liegt ein verlassenes Fischerhäuschen und alte Boote.

Im großen Bogen fahren wir weiter bis kurz vor Asbyrgi. An der einsamen Tankstelle hatten wir das letzte Mal Thomas kennen gelernt. Wir fragen nach ihm und tatsächlich ist eine Frau im Laden, die ihn kennt und uns mal eben seine Telefonnummer gibt. Er wohnt „nur“ 38 km von hier.

Wir verputzen wieder den sehr leckeren Lammteller und biegen dann ab nach Süden. Auf der gut befahrbaren F 862 geht es westlich zur Jökulsá á Fjöllum bis zum Dettifoss. Schon von Weitem sieht man die aufspritzende Gischt über der Schlucht. Auf dem Zufahrtsweg zum Parkplatz buddeln riesige Bagger die Erde platt. Die Hälfte der Strecke ist schon verbreitert, nächstes Jahr wird wohl alles asphaltiert sein.

Der Detti ist riesig, beeindruckend, schäumend. Er ist der energiereichste Wasserfall Europas. Das glaubt man, wenn man daneben steht und das dumpfe Grollen hört.

Wir laufen ein ganzes Stück die Abbruchkante entlang, der Blick in die Schlucht verändert sich, von hier sieht man die ganze Breite des Falls.

Blick zum Sellfoss

Weiter wollen wir die F 862 bis zur 1 fahren landen aber überraschend auf einem nagelneuen Asphaltband. So geht es schnell aber nicht so schön bis zur Ringstraße und zurück zum Myvatn.

Es regnet wieder und über uns steht ein glitzernder Regenbogen vor den schwarzen Wolken. Dann strahlt noch durch ein winziges Loch die Sonne und schon wird mir wieder wärmer.

Wir fahren noch zum Solfatarenfeld Namafjall, diesmal auf den Berg. Über eine matschige klebrige Lehmpiste schaffen wir es bis hoch. Wir spazieren vorbei an stinkenden Schwefellöcher und haben ein schönen Überblick über das ganze Gebiet des Myvatn und bis zur Herdubreid.

Blick zum Myvatn

Blick zur Krafla

Nach der Lehmpiste hatte die DRZ Scheibenräder

Treffen mit Onroad-Mopeds am Namafjall 😉

Aber dann mussten alle unter die Dusche

Eigentlich wollen wir heute noch in die grüne Lagune. Aber die kostet inzwischen 2500,- Ikr und ist nicht umgebaut worden. Nicht gut.

Tag 20

Nach so vielen Regentagen ist es heute endlich ein bisschen trockener. Ich möchte so gerne an der Krafla durch das Lavagebiet Leirhnjúkur wandern. Wir parken kurz vor dem Kratersee Maar Viti auf der Krafla, ziehen uns die Wandersachen und Regenjacken an und stapfen los.

Insgesamt 4 Stunden laufen wir hier über tiefe Risse, dampfende Löcher, eingebrochene Höhlen, bröckelige Steine. Durch den Regen, der auf den warmen Boden fällt liegt ein geheimnisvoller Dampf über dem Gebiet.

Ich sammle eine Menge Lavastücke in verschiedensten Farben – ist ja nicht mehr lange bis zum Abschied, da kann ich die Packtaschen voll machen mit Steinen 🙂

Wer mehr wissen will über die Geologie sollte das sehr informative Buch „Lebende Erde“ lesen oder hier mal reingucken.

Auf dem Rückweg halten wir noch an der Grjotagja, einer Lavahöhle mit heißem Wasser. Von einem Reiseleiter erfahren wir, dass es einen Jungen- und einen Mädcheneingang gibt. Das Wasser hatte im 18. Jahrhundert Badetemperatur und so war die Höhle ein Treff- und Kennenlernpunkt für junge Leute. Dann stieg die Temperatur durch Vulkanausbrüche um 1980 auf 50°c und sinkt nun langsam wieder. Jetzt soll sie etwa 43°C haben. Leider haben wir nix zum Umziehen und Trocknen dabei.

Der Eingang der Badehöhle

Zurück am Zelt gibt’s erstmal Kaffee und Picknick, dann gehen wir nochmal los, um uns Dimmuborgir anzuschauen. Hier ist Lava in verschiedensten Formen erkaltet. Es gibt eine Kirkja (Kiche), viele Tierfiguren und Höhlen. Das Gelände ist umzäunt, sodass die Schafe nicht rein können. Auf verschlungenen Wegen spazieren wir durch Wald und Steine, sammeln tütenweise Pilze und genießen endlich mal wieder die sich hier stauende Wärme und ein bisschen Sonne. Jede Menge Blaubeeren müssen verputzt werden und überall blüht und duftet es. Ein besonderer „Garten“ in all der grauen Lava der Region.

Abends kochen wir eine riesige leckere Pilzpfanne mit Nudeln. Genial! Dann ab auf’s Sofa, auf dem dicke kuschelige Schafsfelle liegen. Das ist so schön warm. Begeistert höre ich, dass der Hausherr auch Felle verkauft. Er verschweißt mir drei und so habe ich nun ein weißes, ein schwarz-buntes und ein braunes Fell auf meinen Stühlen zu Hause liegen.

Tag 21

Vor 2 Jahren sind wir ohne Gepäck um den Bláfjall gefahren. Die Strecke war damals im Rückblick recht unkompliziert und eine Halbtagestour. Nachdem wir uns bei den Rangern nach dem Weg zur Askja erkundigt haben und unser Hochland- und Schotterhunger noch nicht gestillt ist entscheiden wir uns, vom Myvatn westlich an der Askja durch das Dyngiufjalladalur zu fahren. Mit leichtem Gepäck, da wir an der Askja oder in Herdubreidarlindir um diese Jahreszeit sicher ein Bett bekommen würden.

Beladen nur mit einer Tagesration Futter, Schlafsack und warmem Pulli machen wir uns am Graenavatn, bei Gardur auf den Weg nach Süden. Das erste Stück kenne ich noch: ganz guter Schotterweg, keinerlei Markierungen, Sonne. Mithilfe von Ringbuch und den sichtbaren Bergen ist die Orientierung trotzdem nicht schwierig, wir halten uns westlich vom Bláfjall bis wir auf den Sellandafjall treffen.

Weite

unverwüstlicher Wegweiser – dem kann auch ein Sandsturm nichts anhaben

Was tut man nicht alles für schöne Bilder 😉

Hier halten wir uns auf der westlichen Spur, biegen nochmal westlich ab um am Ufer der Sudurá entlang zu fahren. Die Enduros sind hier gefordert. Ich würde sagen, das war die anspruchsvollste Strecke des Urlaubs. Nicht lang, aber kaum befahren, nicht beschildert und über lustige Lavafelder, dicke Steine und durch viele Wasser- und Matschstellen. Große Enduros und lange Autos wären hier vermutlich erledigt, weil man gut Bodenfreiheit braucht und es immer wieder in tiefen Rinnen steil um’s Eck geht. Als Anfänger sollte man das auch nicht versuchen. Freund spart sich eine Neulackierung der DR indem er sie erst rechts, dann links in die braun-grauen Farbtöpfe wirft.

Ja, hier geht die Piste lang.

Die Gegend ist unheimlich schön. Das Ufer ist sehr grün bewachsen, überall blühen Blümchen, der Gegensatz zu den trostlos grauen Lavaflächen ist heftig.

Mit wunderschöner Sicht auf die Herdubreid nähern wir uns dem Askja-Massiv. Beeindruckend wild, frisch eingeschneit liegt sie vor uns. Wir genießen die Fahrt über Lavafelder mit und ohne Piste, weggeschwemmte Piste, 2 kleine Furten, Sandflächen und zugewachsene Spuren. Hin und wieder gibt es nun ein Schild oder ein Steinmännchen, der Berg zeigt uns aber auch den Weg: rechts vorbei 😉

Das müsste der Trölladyngia sein.

Gegen Mittag treffen wir auf die Nordroute der F 910 zwischen Askja und Nyidalur, biegen links ab und kommen nun wieder an die 20 km weichen Sand, vor dem ich so viel Angst gehabt hatte. Aber nun weiß ich ja, dass das alles fahrbar ist. Noch ein Päuschen im Nichts, dann wedeln wir runter zur Hütte an der Drekagil.

Nun ist die Herdubreid verschneit.

Die Hütte ist kalt, verlassen und schon geputzt, die Rangerin nicht so richtig begeistert, Gäste zu sehen. Es ist saukalt und 16.00 Uhr, der Weg zurück zum Myvatn wäre heute nach schon 200 km offroad purer Stress. Da es ja noch die Hütte Herdubreidarlindir gibt, fahren wir über die holprige F 88 dorthin.

Auch hier ist alles kalt, aber die nette Rangerin erklärt uns den Ofen und kündigt weitere Gäste an. Wir kochen aus allem was wir haben und den in der Küche vorhandenen Lebensmitteln ein nettes Abendessen. Zum Nachtisch gibts leckere frische Heidelbeeren, die rund um die Hütte in Mengen wachsen.

Es ist wirklich schön hier: sehr grün, ein schöner Blick auf die nahe Herdubreid, plätschernde kleine Bachläufe, auch jetzt noch blühende Blümchen, tschiepende Vögel. Ich schlendere durch die Umgebung, klettere auf den Lavaflächen herum und freue mich an der fantastischen Natur und den beruhigenden Geräuschen. Es ist sehr einsam hier um diese Jahreszeit. An diesem Tag haben wir bis auf die Rangerinnen an den Hütten niemanden gesehen.

Ich schlafe im geheizten Aufenthaltsraum. Bin echt ein Mädchen und friere schon wieder. In der Nacht wache ich immer wieder mit Fieber auf. Na toll!

In allen Hochlandhütten und in den Jugendherbergen, oft auch auf den größeren Zeltplätzen gibt es eine Küche für alle und Sitzgelegenheiten. Für uns ist das immer sehr schön, mal nicht auf dem Boden zu sitzen und vor dem Zelt zu kochen. Meistens liegen im Regal Lebensmittel, die Andere übrig hatten. Verlassen kann man sich darauf nicht, aber manchmal ergänzen sie die eigenen Vorräte wunderbar oder bieten ein völlig neues Geschmackserlebnis – schließlich kommen die Reisenden aus vielen verschiedenen Ländern. Selbstverständlich ist es, Eigenes zur Verfügung zu stellen, zu tauschen, abzugeben. Sehr sehr gefreut habe ich mich, als mir eine kleine Gruppe Deutsche Orangensaft geschenkt haben, nach dem ich lechzte und den ich natürlich schlecht durchs Hochland transportieren konnte. Manchmal -je nach Route- ist die nächste Einkaufsmöglichkeit eben 4 Tage weit weg…

Tag 22

Früh und nach zu kurzem Schlaf nach diesem anstrengenden Tag weckt mich die Sonne, die durchs Fenster linst. Die Wiesen glitzern weiß gefroren, unser Frühstück -Käsebrot und leckere warme Heidelbeersuppe- zieht sich, bis wir uns raus trauen.

Spannend wird unser Weg heute. Geplant war, wieder über die 910 nach Mödrudalur zu fahren, dann auf der 1 zügig zurück zum Myvatn. Die F 88 ist seit Wochen gesperrt weil die Lindaá ihre Ufer eingerissen hat und die Straße überflutet bzw. weggeschwemmt hat. Die Rangerin sagt uns, dass sie ab heute für Motorräder befahrbar sein müsste, fährt nochmal nachschauen und gibt uns das ok. Wir dürfen also, haben aber keine Ahnung, wie die Strecke aussehen wird. 3 größere und ein paar kleinere Furten liegen auf dem Weg. Da wir mit der Möglichkeit, dass die 88 geöffnet ist gar nicht gerechnet haben haben wir auch keine Wathosen dabei. Na, mal sehen.

Erstmal bleibt es unkompliziert, einige kleinere Furten queren wir, Abschnitte des Weges stehen noch unter Wasser, sind sehr matschig und zerfahren, Bagger und Tieflader kommen uns entgegen oder stehen herum. Wir erwarten gespannt die erste große Furt, befahren sie dann nach einer kurzen Inspektion ohne große Probleme. Dann kommt die zweite, tiefe, sehr tiefe. Wir beobachten zwei, drei entgegenkommende Autos, staunen über die Bugwellen und horchen auf die Reifengeräusche. Der Untergrund scheint fest zu sein, die Strömung machbar. Aber ich finde es zu tief.

Nach einer Denkpause schafft Dietmar Tatsachen und fährt rüber.

Ach, wenn ich doch diese männliche Kaltschnäuzigkeit besäße … Als ich sein Vorderrad im Wasser fast verschwinden sehe klopft mein Herz noch stärker. Freund schiebt rüber, er ist eh noch nass von gestern und will nichts riskieren.

Am Ende hilft es nichts, ich stehe allein am Ostufer, „meine“ beiden Männer drüben. Schieben und alles nass bekommen will ich nicht, dann würde ich sicher richtig krank werden.

Also los und nicht vom Gas gehen. Natürlich geht alles gut, konsequent im Bogen fahren, ein kurzer Fußstopp am Drehpunkt, ansonsten zieht die DRZ zuverlässig durchs Wasser. Meine Stiefel sind trotzdem nass: es war einfach zu tief. Da Freund eh schon patschnass ist hat er sich erbarmt und in den Fluss gestellt, um im Notfall helfen zu können.

Drüben atmen wir tief durch, schwätzen noch mit Autofahrern und machen uns auf den jetzt leichten Weg zur 1. Es zieht sich, regnet und es ist furchtbar kalt. Ich friere und mag gar nicht schnell fahren. Mich hält nur noch der Gedanke an das kommende Bad in der Höhle aufrecht.

Die nächste Furt unterschätzen wir. Sie ist nicht tief aber sehr steinig und ich habe mehr Mühe als in der ersten großen. Alles geht gut trotz der kalten Hände und der Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren.

Hier müssen wir zum Glück nicht durch

Eine schöne Unterbrechung ist ein kleiner romantischer See, in dem Schwäne schwimmen.

Irgendwann sind wir endlich auf dem Asphalt und biegen nach Westen, Richtung Reykjalíd ab. Nach der Enttäuschung über die grüne Lagune haben wir heute ein anderes Ziel: die Lavahöhle Grjotagja nicht weit von der Lagune. Im Reiseführer steht, sie wäre zu heiß zum Baden, vielleicht taugt sie aber zum Füßewärmen? Am Ende sitzen wir 3 wohlig stöhnend und seufzend wie die Isländer im deutlich über 40° C heißen Wasser unter einer Lavabeule. Wow, ist das schön!

Nachdem wir uns so richtig aufgewärmt haben zwängen wir uns wieder in die Mopedklamotten und fahren die letzten Kilometer zu unserem Seehaus.

Eine wunderbare Tour, mit allem, was Island zu bieten hat: vielen Offroad-Kilometern, genialen Landschaften, einem Privat-Hotpot und einem Abend mit Nudeln, Fisch und Lammfleisch, Keksen, heißer Schoki und abnicken auf dem Schaffell.

Tag 23

Bei Regen fahren wir am Myvatn los Richtung Dettifoss. Über die 1 und die 864 kommen wir im Schneeschauer zum Ostufer der Jökulsá. Eisiger Wind fegt über die tiefe Schlucht des Flusses, es riecht nach Winter.

In der Asbyrgi-Tanke wärmen wir uns -mal wieder- auf, diesmal futtere ich Schokokuchen, schwer, mit riesigem Energiegehalt!

Draußen stehen 2 sehr saubere thüringische KTM’s mit Aufklebern „Iceland extrem“. Wir 3 grinsen uns an.

Wir rufen Thomas an und verabreden uns. Er ist vor vielen Jahren ausgewandert, hat vor 2 Jahren seine Freundin nachgeholt und sie haben nun ein Haus gekauft und fühlen sich halbwegs heimisch. Für seine Freundin war die Einsamkeit und die Distanziertheit der Menschen hier gewöhnungsbedürftig. Die Kontakte verteilen sich auf viele Kilometer, Anschluss zu finden ist für eine junge Frau hier nicht einfach.

Wir trinken in Kopasker mit Thomas einen Kaffee und verabreden uns für den nächsten Tag in seiner Fischfarm.

Ein warmes Bett und eine schöne Küche finden wir in der Jugendherberge, spielen noch ein bisschen mit der Hauskatze, hören in die hauseigene Plattensammlung rein, stöbern in der Büchersammlung und machen noch einen Spaziergang zum Leuchtturm. Dabei beobachten wir 2 Robben und jede Menge Wasservögel. Hier an der Küste bläst der Wind die Regenwolken weg und so können wir einen roten Sonnenuntergang am Öxarfjördur genießen.

Tag 24

Ausgeschlafen brechen wir auf, den nördlichsten Punkt Islands zu besuchen. Entlang der Treibholzküste voller Baumstämme aus Amerika bummeln wir zunächst auf der 85 zum Leuchtturm Sölvanöf. Am Vogelfelsen können wir noch viele Möwen beobachten, spazieren ein bisschen am Meer entlang und lassen uns den angenehmen Wind um die Nase pusten. Wir bereiten wieder das Abendessen vor, indem wir auf einer abgesperrten Wiese Pilze einsammeln.

Weiter fahren wir zum Leuchtturm Rifstangi, dem nördlichsten Punkt. Die fürchterliche Steinpiste ist nervig, aber schließlich muss man dagewesen sein 🙂

Hier oben befinden wir uns in der Melrakkaslettá, der Fuchsebene. Wir sehen zwar keinen, aber es soll doch jede Menge geben. Die Ebene ist einsam und es gibt quasi keine Wege durch.

Zurück in Kopasker laden wir unser Gepäck auf und fahren in die Fischfarm.

Thomas zeigt uns seine Farm, erklärt die Zucht der Lachse, Schollen, Heilbutt und Steinbutt. Bis zu 14000 Fische sind in jedem der großen Becken, es sieht sehr gedrängt aus und die Lachse springen zum Teil weil sie im Stress sind.

Wir kaufen bei ihm noch das Abendessen ein: einen gerade gefangenen 3,5 kg-Lachs. Prima eingeschweißt passt er genau hinten quer auf’s Moped.

Über eine nette Schotterpiste, die 867, durch die karge Ebene Öxarfjardarheidi geht es nun weiter Richtung Osten.

20 km vor Þorshöfn, schon auf der asphaltierten 85, knallt es hinten an meinem Rad, das blockiert und ich komme quer auf der Straße zum Stehen. Leider hab ich nicht schnell genug die Füße unten und falle am Ende vor Schreck noch um. Passiert ist aber außer dem Schreck und dem Frust nichts.

Beide Männer sind schon lange außer Sichtweite und so versuche ich erstmal, das Rad wieder frei zu bekommen. Später beim Ausbau sehe ich, dass sich das Radlager völlig zerlegt hat und die Kugeln Spiralen in die Nabe und die Achse gefressen haben. Mit ein bisschen Hin- und Herschieben löst sich das Ganze in bisschen und ich kann zumindest langsam und mit viel Knarzen weiterrollen.

In Þorshöfn gibt es eine Tankstelle, an der ich erfahre, dass es auch eine „Alles“-Werkstatt gibt. Es ist mal wieder Sonntag, also bleiben wir über Nacht hier. Nicht der schlechteste Ort. Es gibt ein Schwimmbad, einen kleinen Supermarkt, und außerhalb eine Jugendherberge. Die supernette, aber kein Wort Englisch sprechende Frau an der Tanke – dem Kontakt- und Versorgungsplatz des Ortes ruft ihren Mann an und der fährt mich und das Gepäck direkt in die JH: 15 km! Es hätte ihm viel Spass gemacht und mehr als ein „Takk fyrir“ will er nicht dafür. Das Moped bleibt gleich an der Werkstatt stehen.

Die Jugendherberge Ytralon liegt einsam zwischen Pferde- und Schafsweiden und Feldern. Aber sie hat alles was wir brauchen: freie Betten, warme Duschen, eine große Küche, ein kleines Radio, sogar einen Hotpot und sehr interessante Kühe.

Die Küche wird Zeuge eines Massakers. Ich zerlege den riesigen Lachs, nehme ihn aus, schneide ihn in dicke Steaks. Dazu Pilze, Knobi und Soße. Mnjam!

Tag 25

Am Montag kann ich mit dem Herbergshelfer ins Dorf fahren. Er stellt mich auch gleich in der Werkstatt vor, bleibt den Vormittag dabei und gibt lustige Kommentare dazu ab. Da er Husquarna-Fahrer ist passt das prima und scheinbar ist es für ihn auch so spannend, dass er mal eben in seiner Firma absagt.

Nun stehen wir am nördlichen Ende einer Insel. Da kreisen so Gedanken: ein passendes Lager gibt es hier eh nicht…ich brauch ja sogar 4 – 2 rechts, 2 links …vielleicht aus Reykjavik morgen mit dem Flieger…oder gleich den ADAC anrufen…in 3 Tagen geht die Fähre…mit dem ganzen Gepäck im Bus dorthin…eigentlich wollten wir noch…

Am Montagmorgen darf ich noch das Rad ausgebauen, dann nehmen mir die Jungs das Werkzeug aus der Hand :-).

Innerhalb von 30 Minuten sind die kaputten Lager rausgeholt, Nummern gecheckt, in der, natürlich auch hier vorhandenen, Fischfabrik angerufen und die neuen SKF-Lager abgeholt. Diese Fabriken produzieren nicht nur Fisch, sondern auch alle notwendigen Geräte. So sind immer Teile wie Lager vorrätig und Leute, die mit Werkzeug kreativ umgehen können.

Leider haben sich die Kugeln in sämtliche Teile gebohrt: die Nabe, die grosse Distanzhülse und die äußere Hülse werden eine Tür weiter platt geklopft, gefeilt und abgedreht bzw. mit Hammer und Meißel passend gemacht. Ich kann gar nicht hingucken. Mit dem Hammer schlägt er die Lager in die demolierte Nabe ein.

Inzwischen stehen 4 Männer um die Werkbank herum, andere kommen immer mal wieder gucken, schwätzen kurz, begutachten und gehen wieder mit einem kurzen Nicken. Geschraubt und gedreht wird vor allem von einem, der heute eigentlich Urlaub hat und nur mal „Hallo“ sagen wollte. Macht ihm Spass, sagt er…

60 Minuten dauert das Ganze, dann steht meine Kleine fix und fertig mit gespannter und geschmierter Kette auf dem Hof. Wer hätte das gedacht? Da haben wir 2008 schon gaaaanz andere Erfahrungen hier in Island gemacht.

OK, die Lager sind nicht perfekt gedichtet, aber das Rad muss eh neu sein und bis nach Hause hält es sicher.

Der Preis dafür ist lächerlich, in jeder deutschen Werkstatt würde ich mehr bezahlen.

Eine tolle Hilfe am Ende der Welt und tolle Typen, die improvisieren können mit guten Ideen und den begrenzten Mitteln.

Zur Entspannung legen wir uns nun über Mittag in den Hotpot des Ortes, trinken gemütlich Kaffee in der Tankstelle und schauen uns den Trubel des Dorflebens an. Inzwischen beginnt es zu regnen sodass für die Fahrt auf der Naturstraße nach Ytralon meine Wanderhosen und Turnschuhe mit Einkaufstüten geschützt werden.

Abends gibt es dann die zweite Runde Fisch, diesmal mit Gemüse.

Tag 26

Dieser Tag verläuft völlig unspektakulär. Über die 85, 917, 925 und die 93 kommen wir nach Seydisfjördur.

War das mal ’ne Güllepumpe?

Östlich von Vopnafjördur halten wir an der kleinen Schlucht des Gljufursadalur.

Unterbrochen wird die Fahrt ansonsten vom Softeisschlecken, Meeresausblicke gucken, Mopeds abspritzen, Mitnehmsel einkaufen, Postkarten schreiben, essen.

Höhepunkt war die Fahrt über die geschotterte Hellisheidi mit wunderschönem Blick über das Tal der Jökulsá á dal.

In Seydisfjördur liegt die Nörröna schon im Hafen.

Wir checken in der Jugendherberge ein. Inzwischen ist es empfindlich kalt geworden und jeder von uns freut sich über ein Bett, einen Platz zum Klamottentrocknen und die Küche. Hier haben wir sogar Internet und ich schreibe endlich mal wieder einen Blogeintrag.

Die JH würde ich ansonsten nicht mehr besuchen. Da passt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht so wirklich. Ist halt eine Frage von Angebot und Nachfrage an diesem Ort 😉

Tag 27

Diesen letzten Tag verbummeln wir im Fjord, fahren auf beiden Seiten bis zu den Landenden, liegen auf einer duftenden Blumenwiese in der Sonne, kraxeln an einem Wasserfall hoch, schauen dem hochsteigenden Nebel überm Wasser zu, trinken Kaffee.

Noch ein Blick auf einen privaten Oldtimerparkplatz

Noch ein letztes Mal Schotter, Fjord, Wasser, Islandsonne

Nach ein bisschen Fragerei dürfen wir sogar noch in den Hotpot des Schulschwimmbades. Nett und warm.

Am frühen Abend können wir einchecken, unsere Kabine beziehen und es uns an Deck bequem machen.

Und tschüß!

Tag 28

Auf dem Schiff lerne ich Leute einer Reisegruppe kennen, die auf einer „Kreuzfahrt“ sind. Smyril line ist clever: Sie verkaufen die Tour Dänemark – Island (2 Tage Aufenthalt) – Färröer – Dänemark als Kreuzfahrt. Naja, wer das glaubt… Die Leute sind jedenfalls ziemlich unzufrieden weil sie sich eben nur auf einer Fähre befanden und nichts zu sehen bekommen.

Netterweise dürfen wir bei der 3-Stunden-Färröer-Rundfahrt im Bus mitfahren und werden überzeugt, dass das für uns ganz sicher keine Alternative gewesen wäre.

Zum Abschluss noch einen Kaffee, ein Kebab und eine Stadtführung in Torshavn, dann gehen wir auf das Schiff.

Tag 29

Bummeltag auf der Nörröna: Tagebuch schreiben, Kekse essen, schwätzen, sonnen, lesen

Tag 30

Die Ankunft in Esbjerg gestaltet sich langwierig. Der Hafen ist schon in Sichtweite, da dreht der Dampfer plötzlich ab und fährt 3 Stunden im großen Kreis. Schuld ist ein Bugstrahlrohr, das das Schiff braucht, um auf der Stelle drehen zu können. Das ist im Hafenbecken nunmal nötig und so können wir nicht anlegen.

Am Ende fahren wir bis an den Hafen ran und werden von einem Schlepper reingezogen. Mit 4 Stunden Verspätung fahren wir runter, da das Anlegen seine Zeit braucht.

Erst am Nachmittag können wir die Motorräder auf den Hänger laden und losfahren. Die Hoffnung, noch zum Motorrad-Reise-Treffen in Gieboldehausen zu kommen habe ich längst aufgegeben. Wir fahren also durch und sind nachts 4.00 Uhr zu Hause.

19 Kommentare »

  1. Island ist so schön. Ich durfte es mir auch schon ansehen, leider ohne Motorrad, nur mit einem Geländewagen. Ich wünsche Dir viel Spaß, wenn Du jetzt gleich schon wieder die Möglichkeit hast Island per Motorrad zu erleben.

    Kommentar von Micha NordMeerBiker — 9. Mai 2011 @ 18:56 | Antwort

    • Island erleben – ja. Leider dieses Jahr auf 4 Rädern und nicht mal 4×4. Diesmal eher als Reiseführerin. Aber zu dieser Jahreszeit kann ich beruflich bedingt nur zeitsparend fliegen und nicht mit Fähre und Moped rüber.
      Der nächste echte Urlaub kommt aber bestimmt.

      Kommentar von bikibike — 9. Mai 2011 @ 19:04 | Antwort

  2. Seeehr schön!!!
    Hach, was ich mich auf die Insel…
    🙂

    Kommentar von Ernie Trölf — 16. Mai 2011 @ 23:19 | Antwort

  3. Servus Birgit,
    Hach, Island! Wie herrlich! Danke fuer die Erinnerung an diese toole Zeit, die fuer uns schon wieder sooo weit weg liegt! Mittlerweile haben wir’s mit unseren treuen Drahteseln nach nunmehr ueber einem Jahr bis Kolumbien geschafft, in zwei drei Tagen gehts nach Ecuador. Eine aehnlich imposante Landschaft haben wir hoechstwahrscheinlich erst in Bolivien wieder zu erwarten!
    Dir alles liebe und weiterhin viele atemberaubende Enduro-Erlebnisse in deinem Lieblingsland,
    Andi und Anita

    Kommentar von nandita — 16. Mai 2011 @ 23:30 | Antwort

    • Hallo Ihr Zwei,
      ich warte immer gespannt auf Eure Newsletter. Ist wirklich spannend zu lesen.
      Das kann ich mir vorstellen, dass nach so vielen Kilometern die Zeit in Island schon ganz weit weg ist.
      Ich wünsche Euche weiter eine tolle Zeit!

      Kommentar von bikibike — 18. Mai 2011 @ 13:08 | Antwort

  4. Was fuer ein grossartiger Reisebericht. Ich habe jedes Wort, Bild und jeden Clip genossen, bei den Furten mitgefiebert, im Schneeregen mitgefroren und mich virtuell in den Hotpots aufgewaermt. Geologie ist ein Hobby von mir, meine Packtaschen waeren sicher auch voller Lavasteine. Vielen Dank fuer’s Mitreisen. Ich wuensche einen ganz tollen Tripp. Keep the rubber side down!
    Cheers for Canada’s We(s)t Coast
    SonjaM

    Kommentar von SonjaM — 17. Mai 2011 @ 05:49 | Antwort

  5. Hallo Birgit,
    wirklich klasse, großes Lob. Beim Lesen fühle ich mich gleich „Zurück in der Zukunft“. Einmal müssen wir auf jeden Fall noch mit Moped hin. Die Bilder peppen den Bericht zusätzlich. Es war allemal besser „life“ auf Island, als sich auf einen Vortrag für das MRT vorzubereiten, das können andere „Synonyme“ besser kommerzialisieren :-).
    Ich wünsche dir auch auf vier Rädern viel Spaß und grüß mir den Captain und Thomas, falls ihr vorbei kommt.
    Dietmar

    Kommentar von Dietmar — 18. Mai 2011 @ 20:15 | Antwort

    • Demnächst mal rund um den Hofsjökull und über die Südroute zur Askja?

      Zum Captain fahren wir auf jeden Fall – mit Mitbringsel diesmal. Das passt noch ins Gepäck 🙂

      Kommentar von bikibike — 18. Mai 2011 @ 20:43 | Antwort

  6. Danke für diesen tollen Reisebericht, sehr schöne Bilder 🙂

    Kommentar von Bas — 9. Juni 2011 @ 08:22 | Antwort

  7. Hi, hier melden sich die Bmw Fahrer und der TT Fahrer die mit Dittmar kamen. (Bier im Hot Pot)
    Pit hatte mir dein Bericht schon länger geschickt aber Jetzt ist Urlaub und Zeit.
    Hast du total geil gemacht. Immer wieder schön sich daran zu erinnern.
    Dieses Jahr haben wir uns für warm entschieden. Morgen gehts nach Portugal.
    Grüße Katrin und Mathias.

    Kommentar von Mathias Munsche — 8. August 2011 @ 16:58 | Antwort

    • Ah, hallo Ihr Zwei! Bier im Hotpot war witzig 🙂

      Ja, diesen Gedanken „dieses Jahr warm“ hatten wir ja auch. Island ist für jedes Jahr mit dem Moped schon kalt.

      Viel Spaß in Portugal!

      Kommentar von bikibike — 13. August 2011 @ 20:14 | Antwort

  8. Salü Islandfreunde
    Danke erstmals für Euren tollen Reisebericht. Ist sehr spannend geschrieben war fast etwas enttäuscht als ich hier bei den Kommentaren angelangt war. könnte echt noch weiterlesen und Bilder schauen…… Klasse.
    Für unsere Reise auf der Insel in 4 Wochen habe ich von Euch so manches gelernt.
    Wir sind zu zweit während drei Wochen auf Fotopirsch.
    Erlaube mir eine Frage zu stellen: Ihr habt Pilze gekocht. gibt es irgend welche, die man auch auf Island besser stehen lässt? oder sind die (fast) alle geniessbar. oder gibts irgendwo einen Ratgeber was man so aus Islands Natur essen und geniessen kann?

    Alles Gute auf Euren weiteren Biketouren.
    Gruess Erwin

    Kommentar von Wini — 17. August 2011 @ 23:00 | Antwort

    • Hallo Erwin,
      Pilze gab es viele, wir haben besonders im Hochland witzige Fotos von vielen kleinen gemacht. Zum Essen haben wir nur die genommen, die wir kannten – v.a. Birkenpilze und Rotkuppen.
      Dazu gab’s oft massenhaft Heidelbeeren, seltener Preiselbeeren.
      Na, und falls Dir ein Schaf zu groß ist findet man Fisch auch öfters rundherum 🙂

      Gegessen habe wir auch diese hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarze_Kr%C3%A4henbeere
      http://floraislands.is/engflora.htm
      http://floraislands.is/cappic.htm#top

      Ich wünsche Euch viel Spaß und gutes Licht und bin ein bisschen neidisch!
      Würde gerne auch mal im Herbst hinfahren. Richtet Euch auch auf Kälte und Regen ein! Und vielleicht könnt Ihr ja Nordlichter sehen 🙂

      Kommentar von Biki — 29. August 2011 @ 23:48 | Antwort

  9. Tolle Geschichten und klasse zu lesen, tolles Blog. Komme gerne mal wieder.

    Kommentar von Peter — 13. April 2012 @ 09:56 | Antwort

  10. Wow! Das ist Vulkanerleben pur und wunderbar beschrieben. Danke fürs Teilhaben lassen, jetzt auch als erster (!) Beitrag bei meiner Blogparade Vulkane.

    Kommentar von merkurina — 29. Juli 2014 @ 08:32 | Antwort

  11. Mir fehlen immer noch die Worte!!!!

    einer der besten Reiseberichte ever!!

    Wuerde mich ueber Kontakt mit Euch freuen….. Wir starten dieses Jahr mit gefuehrten Jeep Touren und einem speziell umgebauten Fernreisebus ( MB O 303 mit 8 Schlafplaetzen in 4 Kabinen–ueberdimesionaler Bordkueche-und den Bauch voll mit Outdoor Equipment). Dieses Auto begleitet die Tour und wird immer …Zentral–Campingpl. od. Farmen abgestellt. Das macht uns unabhaengig von der Suche nach Uebernachtungsplaetzen. Obwohl ich mit meiner Family schon seit 2007 auf der Insel zuhause bin—-hab ich den Bericht und die Bilder echt genossen , und viel mir unbekanntes gesehen.
    Denke im Moment verstaerkt darueber nach , an unsere Jeep Touren auch Enduro´s anzuhaengen,
    und haette fast Lust Euch als Tourenfuhrer einzuladen………

    Wuerde mich spaeter nochmal melden……Danke nochmal fuer diesen Beitrag

    Kommentar von Andreas Jung — 2. Januar 2015 @ 11:26 | Antwort


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