Biki-Blog

14/8. Provence

Mein Single-Urlaub im Bussi mit Kajak und Fahrrädern endete nach ein paar Tagen, der Schatz kam auf 2 Rädern angebrummt und wir verbrachten erstmal einen gemütlichen Bummeltag am Lac de Sainte-Croix. Mit den Fahrrädern fuhren wir eine kleine Runde: nach Moustiers und an die Verdonschlucht. Ansonsten lagen wir faul in der Sonne. Am nächsten Tag erkundeten wir die andere Richtung mit den Rädern: Les Salles-sur-Verdon mit seinem netten Strand und ruhigen Plätzen.

image_00020Am Nachmittag zogen wir um nach Castellane. Auf dem Weg dorthin schauten wir uns natürlich in Ruhe den Canyon an. Schatz war her noch nie, also ließen wir uns Zeit. Unterwegs trafen wir uns immer wieder, denn wir waren ja mit 2 Fahrzeugen unterwegs.

In den folgenden Tagen fuhren wir noch zweimal an die Schlucht, umrundeten die Route de Cretes, aßen Crepes in Rougon mit Blick in die Schlucht, beobachteten Geier und Habichtsadler, die hier gehegt werden und besuchten die netten Dörfchen entlang der Strecke. Gerne wäre ich den 14 km langen berühmten Wanderweg Sentier Martel gelaufen, der am Chalet de la Maline startet und am Point Sublime endet. Aber dieser Urlaub stand unter dem Zeichen einer kaputten Hüfte. Mehr als 200 m laufen ging nur schlecht. Die meisten Wege machte ich daher mit dem Fahrrad oder wartete einen „guten Tag“ ab, an dem es mir etwas besser ging und wir eine kleine Tour mit vielen Pausen machen konnten.

An meinem Campplatz von vor einer Woche kamen wir auch vorbei. Gut, dass es damals nicht geregnet hat. Da hätte ich ganz schon im Wasser gestanden.

image_00026

Mehrmals stromerten wir durch das nette Städtchen Castellane und die angrenzenden Straßen, genossen Düfte und Geschmäcker auf dem bunten Markt, schauten den verwegenen Raftern auf dem Verdon zu, wanderten ganz gemächlich zur Notre Dame du Roc, eine Kapelle aus dem 12. Jahrhundert, die auf einem 184 Meter hohen Kalksteinfelsen über der Stadt thront und durchstreiften die verwinkelten Gassen und Plätze der touristischen Stadt. Wir wohnten auf dem Campingplatz Frederic Mistral. Ein schlichter Platz ohne Kinderbespaßung, nicht direkt am Fluss dafür fußläufig in die Stadt gelegen. Sicher ein wenig speziell aber mit Allem, was man zum einfachen Campen so braucht. Dafür auch günstig im Preis.

Jeder Tag begann mit einem frischen Frühstücks-Baguette, das einer von uns in der Stadt holte, Tapenade vom Markt und würzigem Käse. Den Feierabend läutete ein eisgekühlter Pastis auf unseren Liegestühlen ein. Überhaupt ließen wir es uns gut gehen. Im Bussi hatte ich einen Zweiflammenkocher mit Gasflasche und eine reichliche Küchenausstattung. Wir lebten im hohen Familienzelt mit richtigen Matratzen, Biertischgarnitur und Liege-Camping-Stühlen. Castellane hat einen großen Casino, leider inzwischen ohne Fischtheke. Das Meiste besorgten wir aber auf dem Markt. Leckeres Frischwasser füllten wir an der Quelle der Kirche St. Joseph im Ort ab. Wasser gekauft haben wir im ganzen Urlaub nur ein einziges Mal. Sonst fanden wir immer gute Quellen.

Der Schatz war ja mit dem Motorrad da und der Plan war, damit gemeinsam auch ein paar Touren zu fahren. Die wichtigste und damit erste Tour führte uns durch die Schluchten der Alpes Maritimes Var, Daluis, Cians, Tinée. Schon kurz nach dem Start zeigte sich, dass meine Hüfte nicht auf dem Soziaplatz sitzen wollte. Die Schmerzen waren trotz Schmerzmittel zu stark. Ich wechselte also auf den Fahrerinnenplatz und wir machten viele Pausen. Mit Mühe und Not hielt ich den Tag durch, es blieb leider für den Rest des Urlaubes bei dieser einzigen Mopedtour 😦

Die Schluchten beeindruckten mich und den Schatz sehr. Ich kannte sie von mehreren Touren, aber immer wieder staune ich über die markanten Felsformen und -farben. In den roten Felsen sonnten sich einige Urviecher, die uns entspannt anblinzelten. Langsam pendelten wir mit dem Moped durch die Kurven der Daluis. Die hohe Transalp mit dem großen Mann hinter mir forderte meine volle Konzentration. Über den Col de Couillole ging es hinüber in die Cians, vor Rigaud links ab über den Col de Sinne ins Tinéetal. Eine Traumtour! Auf dem Col de Sinne kann man prima zelten, Wasser und Wiese mit Picknickplätzen sind vorhanden. An diesem Tag mussten wir aber zurück nach Castellane. In Villars-sur-Var wurde es ganz dringend Zeit für eine Kaffeepause. Die älteren Herren auf dem Marktplatz, die immer hier sitzen, gaben mir den Tipp, das Moped doch im Schatten auf dem Platz zu parken statt auf dem Parkplatz 🙂 Im Café am Platz bekamen wir leckeren Cafè au lait, dazu eine Auswahl der regionalen Leckerheiten, die gerade von einer Feier übrig waren. So gut! Und die Dame erklärte uns alle Zutaten und woher genau jede Variante stammte. Im Tal des Var hielten wir in Entrevaux, bummelten durch das Dorf, füllten an der Quelle die Wasservorräte auf und trudelten langsam am Lac de Castellon entlang wieder nach Castellane. Den Rest des Abends verbrachte ich platt auf der Matratze und der Schatz kochte …

Einen wunderschönen sonnigen Tag verbrachte ich, als ich mit dem Rad Castellane halb umrundete. Südlich die Schlucht des Rayaup hinauf ging es weiter auf und ab, durch Wildschweingebiet hinüber nach La Bâtie. Es war Sonntag, von einer Jagd habe ich zum Glück nix gehört, die Würstchen gab es dann unten im Dorf zu kaufen. Bis hierher war mein Wasser komplett verbraucht und der Magen knurrte. In Le Garde machte ich deshalb eine ausgedehnte Pause. Im Artisanale La Gardoise kaufte ich selbstgemachte Kekse, ein Zitronen-Baiser-Törtchen, eine ganze frische Wassermelone und setzte mich mit Kaffee unter die großen Bäume am Haus. So ein toller Laden! Es gab auch Käse, Wurst, Aufläufe usw. Man konnte den Damen in der Küche zuschauen. Mein e-bike führte zu einer spannenden Diskussion mit Händen und Füßen. Satt und träge rollte ich zwei Stunden später hinunter nach Castellane und fiel nach der Dusche gleich auf meinen Liegestuhl. 40 Kilometer Bergfahrt mit 1000 Höhenmetern in der Hitze waren schön aber dann doch genug. Bin schließlich im Urlaub.

Nach dieser Anstrengung und wegen der drohenden Wolken wurde der nächste Tag eine Autofahrt in den Süden. Durch Weinfelder und kleine Täler fuhren wir bis zum Tal des Argens. Eigentlich hatte ich vor, hier zu paddeln, der Wasserstand war zum Spaß haben aber zu niedrig. Stattdessen radelten wir das Tal rauf und runter, saßen im Schatten an einer Quelle und schauten Kletterern zu. Weiter ging es zum Lac le Caramy. Hier sollte es einen wunderschönen Wasserfall geben. Auf einer winzigen Straße, gerade so breit wie das Bussi, schlängelten wir uns durch den Wald. Ein einziges Parkplätzchen gab es am Abzweig zum Wasserfall. Entlang eines gemauerten schmalen Wasserlaufes liefen wir bis wir das Rauschen hörten. Wahnsinnig romantisch lag er da in mediterraner Flora. Ich kletterte hinunter und genoss die kalte klare Luft.

Nach zehn schönen Tagen in Castellane brachen wir auf Richtung Nordwesten. Wir wollten die Provence in 3 Stationen erleben. Unser nächstes Ziel war der Luberon. Auch an diesem Umsetztag konnten wir tiefe Schluchten bestaunen. Höhepunkt war im wahrsten Sinne des Wortes der 1826 m hohe Montagne de Lure. Eine wunderbare Aussicht bis zum Mont Ventoux und im Süden bis zum Meer hatten wir. Auf- und Abfahrt führten über spektakuläre schmale Straßen. Bei der Überquerung des Luberons nach Süden hielten wir schon Ausschau nach einem Übernachtungsplatz. Und irgendwo hier wollten wir das Auto mehrere Tage stehen lassen und eine Fahrradrunde machen. Leider vermiesten uns Massen an Bremsen die Freude an einem Spaziergang. Und auch übernachten wollten wir nicht hier unter ihnen. Also weiter. In Grambois fragten wir uns durch und wurden an das biologische Weingut Domaine Regard moi venir verwiesen. Sehr freundlich wurden wir aufgenommen und durften unter Obstbäumen parken und schlafen. Auch das Auto durften wir dann hier stehen lassen.

Und so radelten wir am nächsten Tag los in die Berge, nach Norden auf der D956 über den Luberon. Die Region ist geologisch und biologisch interessant. Das ganze Karstgebirge ist als Naturpark geschützt und wird aktiv als Fahrrad-, Wein- und Melonenregion vermarktet. Wir hielten nach dem Pass zunächst für einen Kaffee in einer lustigen Musikkneipe in Reillane und fuhren weiter nördlich des Gebirges bis Apt. Unterwegs ging es durch Sonnenblumenfelder, Melonenfelder, Olivenhaine, Weinhänge. Die Strecke zog sich, es war sehr heiß, wir machten öfters mal Pause. Auf den Melonenfeldern wuchsen neben dicken glatten Melonen die bekannten Cavaillon-Melonen und eine davon trug zur Wiederherstellung unserer Energie bei. Sehr nett fand ich die Beschilderung. Ein kleiner Radfahrer wies uns den Weg nach Apt mit dem roten Pfeil bzw. in die Gegenrichtung mit weißem Pfeil. In Apt bummelten wir durch den nicht so sehr interessanten Ort, fanden ewig keine geöffnete Bäckerei und wollten auch sonst bald wieder weiter. Wir verließen hier den ausgeschilderten Radweg und orientierten uns nach Süden. Leider bedeutete das, den zweiten Pass für heute in Angriff zu nehmen. Anstrengend führte die verkehrsfreie kleine Straße bergauf. Unser Ziel war eine Lavendeldestillerie. Eine kleine Ausstellung konnte man anschauen und natürlich die Produkte kaufen. Das Wichtigste für uns war der Wasserhahn, an dem wir die schon wieder geleerten Flaschen füllen mussten. Weiter ging es bergauf, manchmal nur noch mit Schieben. Leider waren an den geplanten Stellen ein gemütliches Campen nicht möglich. So zogen wir noch ein paar Kilometer weiter als geplant. Nach 70 km, 2 Pässen und etwa 1100 Höhenmetern fanden wir im Tal L’Aigue Brun direkt am Wasser neben leeren Urlaubshütten mit trockenem Vordach einen passenden Platz. Das Abendessen bestand aus einer Sammlung vieler Kleinigkeiten. Eine Auswahl an Käse, Brot, Obst und Panaché war selbstverständlich dabei.

Nachts schüttete sich ein Gewitter über unserem kleinen Zelt aus, am Morgen blinzelte uns schon wieder die Sonne entgegen. Sehr schön! Wir packten nass ein und rollten in die Combe Lourmarin zum gleichnamigem Künstlerdorf. Unseren teuersten Kaffee des Urlaubs tranken wir hier. Aber wir genossen die Sonne, beobachteten das Aufwachen des Dorfes um uns herum und ich hatte danach eine voll geladene Batterie.

Relativ eben durch Wein-, Melonen- und Olivenfelder führte unsere Etappe südlich des Bergmassivs durch brennende Sonne wieder nach Osten. Wir nahmen uns Zeit, rasteten lange am Étang de la Bonde. Am Nachmittag waren wir nach 40 km und 400 Höhenmetern zurück an unserem Weingut. Am kalten Wasserschlauch konnten wir duschen und blieben noch eine Nacht.

Über Aix-en-Provence fuhren wir am nächsten Tag nach St. Remy. Dort hatten wir eine weitere Woche Aufenthalt geplant. In Aix ließen wir das Auto und das Moped im Wohngebiet stehen und fuhren mit den Rädern in die Stadt. Dadurch konnten wir auch weitere Stadtteile anschauen. Nach der Radtour konnte ich nicht gut laufen und wir hätten nicht viel von der schönen Stadt gesehen. Märkte, Brunnen, Lädchen, Plätze, Gassen. Nett. Einen erfrischenden marokkanischen Minz-Tee gab’s und dazu ein paar süße Leckerli.

Wir fanden einen sehr schönen ruhigen Platz unter Schilf, direkt an einer Wasserstelle und eingerahmt von hohen Bäumen. Ein kleiner Tiger wählte uns als Gastfamilie und begrüßte uns nach freundlicher Aufnahme morgens pünktlich zum Hungerbeginn und täglich nach unserer Rückkehr mit fröhlichem Maunzen. Vorsicht! Katzencontent!

Am ersten Tag und an den folgenden immer mal wieder erkundeten wir St. Remy. Der große Markt zieht viele Touristen aber auch Einheimische an. Ich fand ihn nett und sehr vielfältig. Lavendeldüfte zogen um die Nase und 1000 andere Düfte, die kaum zu differenzieren waren. Eine Jazzband vergnügte uns, wir schauten den Boulespielern zu, ich verliebte mich in eine kleine Crêperie und fühlte mich in der verwinkelten Altstadt wohl. Ein guter Ort zum Urlauben und für Ausflüge zwischen Avignon und der Camargue gelegen. Da wir nach Ende der französischen Ferien da waren hielt sich der Trubel in Grenzen.

Ein erster Ausflugstag führte uns rund um das kleine Bergmassiv Alpilles, ebenfalls ein Naturpark. Hier findet man auch das römische Dorf Glanum. Am Vormittag wollten wir uns einen kleinen Bauernmarkt anschauen. Dabei fand ein Stiertreiben statt. Die armen jungen Tiere tun mir leid. Sie setzten ab und zu auch ihren Kopf durch und liefen einfach gar nicht los oder wieder zurück zum Anhänger. Unterwegs besuchten wir la meunerie hydraulique et les aqueducs romains de Barbegal in Fontvieille. Beeindruckend, welche Technik schon im 3. Jahrhundert entwickelt wurde. Leider wurde es sehr stürmisch, weshalb die Neben- und Waldwege selbst für Spaziergänge gesperrt wurden. Der starke Wind hielt die nächsten Tage an. Sehr ungemütlich wurde es zeitweise unter dem hohen Schilf, das die ganze Nacht einen heftigen Lärm machte.

An einem Tag, als die Vorhersage etwas weniger Wind ankündigte, fuhren wir mit dem Auto Richtung Arles und Camargue. Nach einem Stadtbummel packten wir die Räder aus und machten uns auf zur Umrundung des Étang de Vaccarès.

Der Wind blies uns entgegen, es war schwierig, in Gang zu kommen. Schon auf der ersten Weide stand und lag eine Herde schwarzer Stiere. Wow, sind die hübsch!

Leider sahen wir die Camargue-Pferde nicht. Dafür aber jede Menge Flamingos. Zunächst nur in der Ferne, dann etwas näher und kurz vor St. Maries de la Mer ganz nah und ganz viele.

Zuerst fuhren wir an der Ostseite die asphaltierte Route de Fielouse südwärts. Zum Glück war der Straßenrand ein wenig bewachsen – der seitliche Wind war heftig. Unterwegs besuchten wir die Natianalparkinformation, in der außer Prospekten und Postkarten nicht viel zu erfahren war. Flamingos sahen wir von Weitem, riesige Libellen düsten um uns herum. Am Meer angekommen wurde die Piste zum gut zu fahrenden Schotterweg. Links Meer, rechts See, auf dem Damm der Weg. Am Leuchtturm Phare de la Gacholle machten wir lange Pause. Leider gab es keinen Kaffee, dafür ein großes Fernglas zum Vögelgucken. Wir waren schon ziemlich platt, fuhren ja seit etwa 3 Stunden in brennender Sonne unterwegs. Hier gab es Schatten für das Picknick, der Platz war v.a. durch Fahrradfahrer gut besucht.

Über den Damm ging es gegen den Wind weiter: rechts Vögel, links Meer und Strand. An manchen Punkten kam der Sand bis auf den Weg, dann war mal ein Stück Schieben angesagt. St. Maries de la Mer war nicht mehr weit und ich schon etwas enttäuscht über die wenigen Flamingos standen sie auf einmal da: hunderte stecken die Köpfe ins Wasser. Ab und zu kabbelten sich ein paar dann schlugen sie mit den roten Flügeln. Starts und Landen sahen sahen besonders spektakulär aus. 2 Stunde saßen wir hier und schauten ihnen zu. Dann fuhren wir nach St. Maries de la Mer. Hier gab es einen kleinen Supermarkt, in dem wir 2x! 5 Liter Wasser kauften. Der erste Kanister war gleich wieder leer getrunken. Die Strecke war schon bis hierher lang und gegen den Wind echt anstrengend. Zur Belohnung gab es noch ein Eis und Obst. Dann machten wir uns auf zur letzten Etappe. Etwa 20 km lagen bis zur D 37 vor uns, dann noch 10 bis zum Auto. Zunächst rollte es auf der D 85 A gut. Dann zweigte die Fahrradroute ab nach Nordosten, Richtung Arènes de Méjanes, dem Anwesen von Paul Ricard. Leider wurde die Piste jetzt furchtbar schlecht. Es rüttelte nur so, das Waschbrettgehoppel zehrte an Handgelenken, Gepäck und Nerven. Ab und zu sah man von Weitem schwarze Stiere, aber sie konnten uns nicht mehr begeistern. Endlich waren diese 18 km geschafft und wir bogen ab auf die Asphaltstraße. Leider hatte nun gegen Abend auch der Wind gedreht und kam schon wieder von vorn. Schatz hatte so gar keinen Nerv mehr, ich fuhr vor, um das Auto zu holen. 70 Kilometer hatten wir hinter uns, jeder etwa 5 Liter Wasser weggekippt und beide knackige Sonnenfarbe bekommen. Mit dem Haibike war es ganz ok, aber ich war sooo froh, da ein Motörchen dran zu haben. Abends gab es das im kleinen Supermarkt geshoppte große Stück Rindfleisch. Das brut sich allein und wir konnten ihm mit dem Pastis in der Hand dabei zuschauen. So, und hier nun Flamingo-Content.

Für den folgenden Tag hatten wir uns nicht viel vorgenommen: Bummeln, Spazieren, Faulenzen, Klamotten waschen, Essen. Ganz bedeutend wurde die Zeltkatzen-Betüddelung nachdem wir nichts von unserem Essen abgeben wollten und lieber Katzenfutter kauften.

2 Tage verbrachten wir in Avignon. Wieder war es unheimlich windig, da ist eine Stadt ein gutes Ziel. Das Parken ist immer ein bisschen nervig, also blieben wir außerhalb stehen und fuhren mit den Rädern rein. Sehr entspannend. Das Programm in der Stadt: Papstpalast gucken, Rumsitzen, auf den Rocher des Doms laufen und runter gucken, an der abgebrochenen Brücke schlendern und auf die Rhône gucken. Auf dem Palastberg gab es am Abend eine Festlichkeit, die Schweine am Spieß hingen schon am Mittag überm Feuer. In einem marokkanischen Lokal haben wir lecker gegessen, dabei die Hochzeit am Rathaus gegenüber und das touristische Leben auf dem Platz beobachtet.

Nach zehn Tagen mussten wir an Aufbruch denken. Wir wollten uns für die Rückfahrt Zeit nehmen. Da der Schatz noch nie an der Ardèche war machten wir den Bogen dorthin. Bei der Anreise mit Auto und Moped benutzten wir natürlich die D290 entlang der Schlucht, aßen in St. Martin Crêpes, hielten immer wieder an den Ausguckspunkten, lachten über die Ziegen, spazierten am Pont d’Arc herum und fuhren ein paar kleine Dörfer an. Abends kochten wir im Sonnenuntergang auf dem Berg. Wir schliefen im Auto auf dem Sampzon mit traumhaftem Sonnenuntergängen, weiten Blicken auf die Schluchten der Ardèche und des Chassezac und frischer Morgenluft auf dem Berg.

Einen Tag lang fuhren wir die Schluchten rauf und runter und quer hinüber und freuten uns an den interessanten Felsformationen. In einem eiskalten Bach spielte ich im Wasser, wir füllten die Kanister noch einmal an einer Quelle und wanderten 2 kleine Wege an Schluchten entlang. Unterwegs besuchten wir Ruoms, Balazuc, Pradon und Vogüé. Den Nachmittag und Abend verbrachten wir in La Beaume. Wir saßen lange am Marktplatz, schauten den Boulespielern zu, liefen entlang der Beaume auf dem schönen Wanderweg und beschlossen den Abend und de Urlaub im Restaurant bei einer herrlichen Pizza.

Der letzte gemeinsame Tag war geprägt von einer langen aussichtsreichen und kurvenreichen Fahrt durch das nördliche Zentralmassiv, dem Karstgebirge Vercors und der Schlucht Combe Laval. Wir fielen nach fast 400 Kilometern Landstraße auf einem Picknickplatz an einem kleinen Bach bei Chambéry im Auto in tiefen Schlaf.

Es war eine laaaange Tour einmal quer durch die Provence. Bekanntes und Unbekanntes, aktiv sein und faulenzen, Natur und Kultur wechselten sich ab. So viel intensive gemeinsame Zeit habe ich sehr genossen. Wir hatten 3 Wochen strahlende Sonne, bis auf den Wind in St. Remy war das Wetter genial. Beeinträchtigt war die Tour sehr von meinen Hüftproblemen, die dazu führten, dass ich kaum laufen konnte. Wir stiegen dafür oft auf die Fahrräder und änderten je nach Befinden die Pläne. Jetzt folgt die OP der Hüfte, danach kann es nur besser werden 🙂

Am Morgen mussten wir uns trennen, da ich noch eine Verabredung in der Schweiz hatte, auf den Schatz aber der Job wartete. Seufz.

Advertisements

1 Kommentar »

  1. Eine wunderschöne Tour, die viele Erinnerungen weckt. All diese Plätze habe ich auch besucht, bestaunt, dort Cafe au lait getrunken und auf den Märkten eingekauft. Allerdings war ich – trotz gesunder Hüfte – viel weniger aktiv. Bei mir war „nur“ Mopped Fahren angesagt. Danke für die schönen Bilder.

    Kommentar von SonjaM — 9. Februar 2015 @ 21:33 | Antwort


RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Erstelle eine kostenlose Website oder Blog – auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: