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11/1 Gran Canaria

Gran Canaria – ein kleines Reisetagebuch

3.00 Uhr nachts klingelt der Wecker, ganz früh morgens wollen wir ab Frankfurt Richtung Süden fliegen. Unser Start verzögert sich weil kein Trinkwasser an Bord ist. Das Tanken klappt nicht weil einer vergessen hat, den Stöpsel rein zu stecken 🙂
Dann geht es los, enteisen und starten. Alles kein Problem, auf 1000 m sind wir über den Wolken und die Sonne strahlt mir ins Gesicht. Eigentlich wollte ich noch bisschen schlafen…

Lesen, quatschen, landen – kurz nach dem Mittag sind wir in Gran Canaria bei 24°C und Sonne. Im T-Shirt suchen wir die Dame mit dem passenden Schild die uns unseren Bus zuteilt – Pauschaltouristen halt.
Wir sind die Einzigen, die an unserem Hotel in Playa de Ingles aussteigen. Der Empfang ist nett, alle sprechen „natürlich“ deutsch. Unser Bungalow liegt am Ende des Geländes: schön ruhig. Bisschen muffig ist es drin, wir werden also immer gut lüften müssen. Die Einrichtung ist ok: ein Ottomanen-Sofa, kleine Küchenzeile mit dem Nötigsten, Tisch, draußen Liegen und Sessel.

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Die Terrasse ist abgeschirmt durch Kakteen und Büsche, darüber Palmen, man kann sich privat fühlen. Über die weiß getünchten Mauern hört man Fahrzeuge, abends auch die Musik aus irgendeiner Disco. Ist aber nicht nervig.
Wir gehen erstmal los, Wasser kaufen. Das Leitungswasser ist gechlort, das mag ich nicht trinken. Ein kleiner Supermarkt ist um die Ecke, wir decken uns mit Bananen und Keksen ein und spazieren an den Strand. Barfuß in strahlender Sonne durch die Dünen schlendernd beginnt der Urlaub 🙂 Heute morgen zu Hause waren es einige Grad unter Null…
Das Meer ist mir zu kalt, baden werde ich wohl nur im Pool, ich Weichei.
Wir laufen durch’s Dorf zurück, trinken in einer netten Bar noch einen Kaffee, schwätzen mit der Bedienung. Nicht, dass wir spanisch könnten, sie auch nicht deutsch, ist also lustig.
An der Strandpromenade stehen ohne Ende Palmen, Kakteen, alles blüht, es ist sooo schön warm! Ich tanke Sonne, Sonne, Sonne und Wääärme 🙂

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Wir fallen sehr früh müde ins Bett.

Tag 2

Morgens gibt es eine Inforunde des Veranstalters. 2 Paare sind gekommen, beide Mietwagenfahrer. Infos gibt es wenige, dafür jede Menge Werbung für die Busfahrten, die von uns keiner will. Fragen sind nicht erwünscht… Leider bin ich zu höflich, um einfach aufzustehen 😦
Wir machen uns bald auf den Weg, Maspalomas zu erkunden. Quer durch’s Dorf laufen wir bis zu den Dünen, einmal quer durch – das ist anstrengend aber witzig. Wir haben ja Zeit. Düne hoch und Düne runter, Fotos machen, die Sonne genießen, dann die Füße im kalten Atlantik baden. Überall liegen Sonnenanbeter – das würd ich keine halbe Stunde aushalten.
Mit Blick auf’s Meer machen wir eine lange Kaffeepause – wir sind angekommen.

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Zurück laufen wir wieder durch die Dünen, das waren wohl mehr als 12 km im Sand. Wir entdecken Hasen, viele Spuren etwas größerer Echsen und jede Menge Blümchen. Da es die letzten Tage geregnet hat sprießen nun weiße und rosa Blumenteppiche.

Nebenan liegt ein Golfplatz: sehr grün und sehr ordentlich – ein krasser Gegensatz zu der Wildnis, den Dornenhecken und Kakteen hier in den Dünen.

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Ziemlich erschöpft aber kein bisschen mehr winterdepressiv falle ich auf’s Sofa und lasse mich bekochen 🙂

Tag 3

Morgens bekommen wir unser Auto, gleich geht es ab in die Berge. Auf schmalsten Straßen, meistens nur einspurig in den Felsen gehauen und immer kurvig. Wir kommen in unser erstes Bergdorf. Weiße Wände, viele Rundbögen, dunkle Holzbalken, sich räkelnde Katzen, mal eine Kaffee-Bar, immer die Wände voller blühender Ranken: Gänsedisteln, Hortensien, blühende Mandelbäume. Für diese ist es eigentlich ein bisschen früh im Jahr, aber viele blühen schon.

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Auf einen der 1400 m – Berge klettern wir, wandern durch den Pinienwald und genießen die Ruhe und die Wärme. Oben haben wir Ausblick über die Berge. Leider ist es sehr diesig und die Felsreihen sehen wir nur als graue Riesen. Eigentlich sollten wir von hier die Südküste sehen…

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Wir fahren weiter und kommen an verschiedenen Stauseen entlang, die Straße bleibt einspurig, zum Teil ist es einfach eine Naturstraße. An den Hängen der Barrancos, der tiefen Schluchten, stehen riesige giftige Wolfsmilchgewächse, große Agaven und unten in der Talsohle immer wieder Bananenplantagen.

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In San Nicolas an der Westküste biegen wir ab Richtung Süden. Jetzt fährt es sich entspannter. Immer noch Kurve an Kurve aber immerhin hat nun jede Fahrtrichtung meistens ihre eigene Spur. Den Abstecher ins Tasartico-Tal brechen wir ab weil uns die Rinnen zu tief und die Steine zu groß werden. Die starken Regenfälle haben hier wohl den Weg überschwemmt. Eine Enduro wäre jetzt praktisch…

Wir beenden den Tag mit einem Sonnenuntergangsspaziergang in Puerto de Mogàn, dem Venedig von Gran Canaria. Ein touristischer Hafen mit vielen Cafès und Restaurants, aber nett und ruhig. Das Objektiv findet hier viele Details, überall blüht es und ich finde das erste Mal meine Lieblingsblume, eine Strelitzie.

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In dem außenliegenden Molerestaurant finden wir ein romantisches Plätzchen für einen Tintenfisch-Imbiss und Sonnenfotos.

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Die Täler im Süden sind z.T. gefüllt mit Plantagen, in denen Bananen, Avocados und Orangen gezogen werden. Alles ist abgedeckt mit Planen. Im anderen Teil werden Touristen gehalten. Viele viele Stockwerke hoch stehen die Bettenburgen dicht an dicht. Vom Tal sieht man nichts mehr. Im Talgrund Pools, Palmen und ein paar Meter Strand. Was macht man hier den ganzen Tag?
Über Puerto Rico fahren wir zurück in „unsere“ Bettenhochburg. Maspalomas und Playa de Ingles sind ausschließlich für Touris gebaut. Die Canario mieden diese Region weil sie zu trocken und zu heiß ist. Sie lebten nur im kühlen Zentrum und im grünen Norden der Insel.

Tag 4

Wieder fahren wir in die Berge. Diesmal sind einige der malerischen Dörfer unser Ziel.

Den morgendlichen, sehr guten! Kaffee trinken wir in St. Lucia, einem kleinen Dorf mit gestyltem Marktplatz und netter Touri-Beratung. Die Dame bemüht sich nach Kräften, uns was von der Gegend zu erzählen. Wir versuchen, unsere spanischen Brocken zu aktivieren und freuen uns über wirklich gut gemachte Broschüren. Danach sitzen wir lange in einem sehr kleinen, sehr spanischen Bar und schlürfen Kaffee.  „Dos cafè con leche“ ist inzwischen der wichtigste Satz der Reise geworden. Dazu Mandelplätzchen aus dem nebenan liegenden Dorfladen, geführt von Oma und Enkel …

Hier würd ich gerne mal eine Winterwoche verbringen. Ist ein guter Platz für Ausflüge und Wanderungen.

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Die Ureinwohner der Insel, die Guanchen, lebten häufig in Höhlen. Diese sieht man überall, v.a. aber im Nordteil. Ein eindrucksvoller Berg voller Höhlen ist das Fortalezza Grande:

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Von dort fahren wir zum Cocodrillo-Park. Der war ziemlich enttäuschend. Zwar sieht man wirklich viele Krokodile, aber die Fläche, die den Tieren zur Verfügung steht und die Krokoshow entsetzt mich. Das ist echt Tierquälerei. Später lese ich, dass es im Norden den einzigen Zoo gibt, der den Tierschutz umsetzt und artgerecht hält. Schade zu spät.
Noch einige Tiere mehr kann man anschauen, alle in kleinen Käfigen und ziemlich gelangweilt: Affen, 1!Tiger, Vögel, Echsen, …

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Weiter fahren wir ins Barranco Guayadeque. Hier leben heute noch Familien in den Höhlen. Am Eingang der faszinierenden Schlucht besuchen wir das schön gemachte Museum. Es liegt in einem Berg wie die Wohnungen und zeigt das Leben der Guanchen.
In der Schlucht gibt es einige Höhlen, die man besuchen kann, die heute Cafès und Restaurants sind, aber auch viele Wege und Türen, die als privat markiert sind. Die Wände sind bröckelig und gestreift durch die vulkanische Entstehung und die folgende Erosion.
Überall stehen blühende Mandeläume, hohe Eukalyptusbäume, Kakteen und Agaven.
Am Ende des Tales landen wir in einem der beiden hoch in den Felsen liegenden Restaurants. Mit Blick über den Barranco lassen wir uns mal wieder  Kaffee und ein Gericht mit Ziegenfleisch schmecken. Ziege ist hier normales Essen, wie bei uns die Kuh. Es schmeckt schon sehr deutlich nach Ziege, wollte mal probiert werden.

Am Hang stehen viele Zitronen- und Mandelbäumchen, auf den einen hängen reifende Früchte – die anderen in voller Blüte. Darunter räkeln sich auf kleinen Steinterrassen bunte Katzen, in den Bäumen zwitschert und tschilpt es ohne Ende.

Es wird dunkler und kälter, also raus aus den Bergen und die engen Serpentinen bis zum Meer bei Licht bewältigen.

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bunte Felsen, vulkanisch

Eine kurze Strecke über die Autobahn bringt uns zurück nach Playa de Ingles.

Tag 5

Heut ist unser längster Autotag. Und ich war mir überhaupt nicht sicher, wie schnell wir sein werden und wie viele Kilometer da eigentlich vor uns liegen. Auf Canarias Straßenschildern stehen fast nie Kilometerangaben. Und das Tempo ist nun mal wesentlich abhängig von der Breite der Fahrspur und der Anzahl und Enge der Kurven.

Schnelle Straße hin – in den Nordwesten, über die Berge zurück und so lange oben bleiben wie die Zeit reicht.

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Wir fahren die Süd-Westküste bis San Nicolas, schauen uns einen kleinen Fischerhafen an, dann weiter an der steilen und extrem kurvigen Westküste bis Agaete. Dieser Straßenabschnitt wird bei Regen gesperrt. Wir haben aber nicht herausfinden können, warum: Wind, Rutschigkeit, …?
Viele beeindruckende Blicke über die Küste, ab und zu ein „Mirador“, ein Aussichtspunkt. Auf diesen stehen immer mal Verkaufswagen. Da gibt es alles. Zuerst kommt der ausschließlich spanisch sprechende Händler mit einem Mandelkeks (lecker!) ans Auto – zum Touri-Anlocken. Dazu kann man alle Sorten von Getränken bekommen: viele verschiedene Arten von Kaffee, Tee, Kakao, Wasser usw. Dazu eine extrem reichhaltige Auswahl von Spirituosen und Süßkram. Und für all das ist er natürlich Spezialist :-). Der Wortschatz umfasst immer „no problem“, „gut gut“ und „probieren, probieren!“. Am Strand kommt noch „alles fresh“ dazu. Sehr unterhaltsam, immer sympathisch und offensichtlich auch von vielen Touris genutzt.

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Das Tal von Agaete ist voller blühender Pflanzen, Plantagen, Fincas. Da müsste man mal wandern. Heute haben wir leider zu wenig Zeit dafür – es liegt am anderen Ende der Insel und wir müssen noch über die Berge zurück.
Gleich hinter Agaete fahren wir in die Berge – in den höchsten Ort der Insel: Artenara. Die Flora hat sich geändert. Hier gibt es hohen Pinienwald, alles ist grün. Man merkt, dass hier kein Wassermangel herrscht.

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Jedes Tal ist hier bewohnt, verstreute Fincas und wieder viele Höhlen sehen wir. Die Region heißt „schwarze Berge“ und so sehen sie auch aus. Zwischendrin ein Krater, allerdings mit rotem Boden.

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In Tejeda machen wir dann einen langen Spaziergang. Das Dorf ist sehr hübsch gemacht, liegt am Hang und viele Kleinigkeiten snd zu entdecken.

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Seit heute ist die Luft klarer. Wir können die Felsen ein bisschen besser sehen, die so typisch für das Inselinnere sind. Das ist der Roque Bentayga, 1415 m hoch und das erste Wahrzeichen in Richtung Westen.

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Viele andere Berge liegen im Dunst, es wirkt alles sehr romantisch.

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Auf dem Cruz de Tejeda machen wir noch einen Spaziergang bis ganz nach oben und genießen den Rundum-Blick.

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Tag 6

Heute ist ein Besuch der Nordseite und Las Palmas geplant. Es ist Feiertag auf Gran Canaria und wir versprechen uns dadurch ein bisschen weniger Verkehr in der spanischen Großstadt.
Zunächst schauen wir uns die Caldera de Bandama an. Ein tiefer schwarzer Krater, in dem noch ein altes Bauernhaus steht. Vom Pico de Bandama kann man tief hineinsehen – leider genau nach Süden, sodass ein Foto nix wurde. Ein sehr stolzer, sehr bunter Hahn, der hier oben lebt wird dafür bei uns zum Fotomodell.

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Ebenfalls in Tafira schauen wir uns den Jardin Canario an. Ein wunderschöner großer Botanischer Garten, der am Felshang liegt und dadurch alle Vegetationszonen der Insel zeigen kann. Wir entdecken hier eine große Kanarische Echse, die leider für den Foto zu schnell ist. Der Moment, an dem ich sie gesehen habe hat mich sehr beeindruckt. So frei und so riesig sitzt sie unter einer Steinmauer und kriecht dann sehr schnell in ihr Loch in der Wand. Die ist so etwa 50 cm lang + Schwanz. Genial!

Ich könnte ja ständig Palmen fotografieren, die find ich einfach zu schön. Am liebsten lieg ich natürlich drunter. In diesem schönen ruhigen Garten gibt es ganz ganz viele Kakteen, von denen auch viele blühen. Und natürlich jede Menge andere blühende Bäume, Büsche, Blumen. Wir wandern bestimmt 2 Stunden auf- und ab, laufen den Hang hoch, schauen an Wasserläufen und fotografieren viel .
Und jetzt: zurücklehnen und genießen 🙂

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Kurze Stadtspaziergänge in Teror und Arucas, jeweils um die großen Kirchen herum reichen mir. Ich genieße eher die Kaffees in den kanarischen Bars. Die sind immer lecker, gar nicht teuer und man kriegt mal was von den Einheimischen mit. Dieser riesige Baum ist sehr beeindruckend.

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Über die Nordküste fahren wir nach Las Palmas. Gemütlich ist es heute hier. Die Canarios verbringen den Tag am Stadtstrand. Wir flanieren auch ein bisschen die Terrassen entlang, sitzen in der Sonne, essen Eis und schauen uns die Sandskulpturen internationaler Künstler an.

Danach fahren wir in die Vegueta, die Altstadt. Leider ist die Markthalle heute zu, so können wir nur die Kathedrale Santa Ana und die umliegenden alten Häuser anschauen.

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Nun habe ich diesen Stadttag überstanden, vor dem mir eigentlich graute. Aber heute war es wirklich schön, entspannt, kaum Verkehr. Ich hatte in Barcelona so schlechte Erfahrungen mit dem spanischen Großstadtverkehr gemacht, das war aber nun gar nicht zu vergleichen.

Auf der Heimfahrt über die Autobahn wird es schon wieder dunkel. Ich bin sehr zufrieden und ruhig. Wir finden nun schon völlig rouiniert den Weg zum Hotel. Ganz ohne Navi 🙂

Tag 7

Heute haben wir den letzten Tag das Auto. Es ist geniales Wetter und endlich haben wir Sicht. Auf in die Berge!

Eigentlich hatten wir deutlich mehr Wanderungen vor. Aber dann war so viel zu sehen und meine Wanderkraft begrenzt sodass wir diese Planungen auf tägliche längere Spatziergänge eingegrenzt haben. Ich muss also nochmal hierher, will ja den Wanderführer nicht umsonst gekauft haben 😉
Wir nehmen eine der Ministraßen, die uns westlich von Maspalomas durch einen Barranco in die Höhe führt. Eng, sehr eng und sehr kurvig geht es steil hinauf. Oben haben wir wieder einen schönen Blick auf kleine und größere Stauseen, die zwischen den braunen steilen Canyons liegen. Von diesen vielen Stauseen wird so wie früher über lange Leitungen und Wasserrinnen das lebenswichtige Wasser nach Süden zu den Plantagen geleitet. Der trockene Süden wäre sonst kein bisschen fruchtbar.

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Unser Ziel ist der „Wolkenfels“, der Roque Nublo. Gesehen haben wir ihn bisher jeden Tag von unten und von allen Seiten. Es ist absolut prägnant: ein hoher aufrecht stehender Monolith und daneben der Roque Rana, der kleine „Frosch“, der ihn bewacht. Auf dem Weg dorthin begegnen wir dem Mönchsfelsen, der tatsächlich einem in eine Kutte gehüllten Mönch gleicht.

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Dahinter der höchste Berg der Insel, der Nieves. Genannt „der Busen“ weil das Militär auf ihm zwei runde Sender installiert hat. Hier ist nur einer zu sehen:

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Der Weg ist einfach: ein bisschen Kletterei, ab und zu mal eine heftigere Steigung. Nach 45 Minuten sind wir oben am Wolkenfels und klettern um ihn herum. Echte Felskletterer bereiten sich auf eine Besteigung vor, einige andere Touris picknicken hier.
Wir haben einen tollen Blick nach Süden bis Maspalomas, nach Westen bis San Nicolas und sogar den Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa sehen wir über den Wolken. Das Meer ist verhangen, aber dafür haben wir den klaren Blick auf die Berge rings um uns. Überall sehen wir Felsspitzen und tiefe Barrancos – die Bergketten wollen gar nicht aufhören.
Hinter mir – gleich „nebenan“ wieder der vorgestern von unten so riesige Bentayga:

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Nach dem Abstieg fahren wir weiter zum nächsten Riesen: dem Pico de las Nieves, mit 1949 m der höchste Berg Gran Canarias. Ganz nach oben kann man nicht, dort ist militärisches Sperrgebiet. Aber man hat auch ein paar Meter drunter einen schönen Blick auf den Nublo und in die Barrancos.

Ein kleines unterhaltsames Erlebnis hatten wir auf dem Nieves. Ein Paar Marke „Pauschaltourist“ – aber immerhin mit dem Mietwagen unterwegs 😉 fragt den natürlich auch hier stehenden Händler. „Und, ist das hier der höchste Berg?“ Der knuffige Spanier antwortet: „Alles gut, no problem, no problem“. Herr Tourist ganz enttäuscht „Der versteht mich gar nicht“ Sie dazu „Wie, kann der kein Deutsch?“ Ergänzen muss ich dazu die Optik: Sie in Ballerinas, ansonsten in Rosa mit Rüschen gekleidet, er in kugelbauchschmeichelndem Hawai-Hemd und unvermeidlicher knielanger bunt gemusterter Schlabberhose. Wieso ziehen Männer sowas an???

So, weg mit dem Bild aus meinem Kopf. Lieber wieder zur wunderbar ästhetischen Natur.

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Nach einem leckeren Kaffee unterm Mandelbaum – dabei lassen wir uns auch hier unterhalten von der Vorstellung einer deutschen Familie mit pubertierendem Teenager, einem langen Sonnenbad und genialem Ausblick ins Tal von Ayacata fahren wir zum Chira-Stausee. Leider können wir von dort mit unserem Auto nicht die Schotterstraße in den Süden weiterfahren – Enduros wären jetzt passend…
Also spazieren wir ausgiebig über Staumauer und durch die Vegetation und fahren brav über S. Bartolomè nach Maspalomas zurück.

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Noch schnell tanken und einkaufen und es lockt der Abend auf der schummrigen Terrasse und der Sonnenuntergang hinter den Palmen.

Ich liebe die Berge – und die Täler, den Ausblick, hohe Schluchtenwände, Schattenspiele,  geschlängelte Wege, die man mit dem Blick verfolgen kann, das Auf und Ab und der immer wieder neue Blick, wenn man um Ecken oder über Kuppen kommt.

So ein wunderbarer Abschluss unseres Urlaubs 🙂

Tag 8

Ein Tag ohne Auto. Wir lassen es lagsam angehen, sonnen uns das erste Mal faul auf der Liege am Bungalow und spatzieren dann über die Strandpromenade und durch den Ort nach Maspalomas. Das ist immer ein Weg von 2 Stunden, wir wohnen ja am anderen Ende. Nett anzuschauen aber sehr exklusiv ist das Golfgelände mit seiner großen Wohnanlage, dem perfekten Rasen und dem wunderbaren Blick auf die Dünen.
Und immer wieder Blumen.

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In Maspalomas genießen wir nochmal ein großes italienisches Eis und einige Kaffees, sitzen lange am Strand und beobachten Wellen, Surfer, Kinder und andere Touristen. 10.00 Uhr das erste Bier zu trinken scheint hier völlig normal zu sein …

Zurück bummeln wir den langen Weg am Strand entlang, lassen uns die Nachmittagssonne auf den Rücken scheinen und hüpfen in den Wellen herum.

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Tag 9 und Abflug

Ausschlafen, frühstücken, sonnen, packen, bummeln, in der Sonne liegen. Ein letzter Strandspaziergang.

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Angekommen sind wir bei den letzten Wolken einer Regenwoche. Danach gab es 8 Tage strahlende Sonne und um die 25°C. Heute zieht es wieder zu. Über den Bergen hängen dicke Wolken, es weht ein kräftiger Wind und auch über Maspalomas haben es die Sonnenstrahlen schwer.
Das Bad im Pool lassen wir bleiben, setzen uns lieber nochmal in des nette Kaffee um die Ecke, lesen die letzten ungelesenen Zeitschriftenseiten und freuen uns über die wunderbare Woche.

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Pünktlich kommt unser Transfer, wir gurken nochmal zu vielen Hotels an den Stränden um noch mehr Touris abzuholen und kommen irgendwann am Flughafen an. Kontrolle, Abflug, alles ganz unkompliziert. Ankunft um 1.00 Uhr in Deutschland: -3°C, leichter Regen, brrr.

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Gran Canaria – Fazit

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Nach Gran Canaria fahre ich sicher mal wieder. Das ist eine prima Winterflucht. So viel Sonne und Wärme kann ich im Januar gut gebrauchen. Sicherlich wird es nicht wieder pauschal und mit Mietwagen, sondern eher individuell und mit der Enduro sein. Zelt wäre auch nicht schlecht, es gibt genug schöne Plätze und das Klima ist prima dafür.
Überflüssigstes Gepäckstück waren die Bücher. Wir waren ja jeden Tag unterwegs, um uns was anzuschauen. Und die Sonne, das viele Laufen und die Konzentration auf die Straße hat bei mir dazu geführt, dass ich abends platt war. Bisschen Schmökerstoff in Form von Zeitschriften war gut, hat aber auch gereicht.
Wenn ich das nächste Mal alleine fahre brauche ich dann doch wieder Bücher 🙂
Und ein Tagebuch, um die vielen kleinen Beobachtungen am Strand und im Dorf aufzuschreiben. Da könnte man glatt ein Buch draus machen.

Bekleidungstechnisch war ich auf kühleres Wetter eingestellt, ein Trägerhemd und noch ein Paar kurze Hosen wären gut gewesen. Die wärmere Jacke für den Abend war trotzdem wichtig. Bin schließlich ein Weichei.
Die wasserdichten Wanderschuhe haben wir nicht gebraucht, hatten ausschließlich trockenes Wetter, das kann aber auch anders kommen.

 

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