Biki-Blog

26. Juli 2015

Stella Alpina 2015

Filed under: Moped — bikibike @ 23:48

Dieses Jahr fand die 50. Stella, das höchstgelegene Mopedtreffen im Alpenraum, auf der Auffahrt zum Sommeiller in Italien statt. 2009 war ich das erste Mal auf der Stella Alpina. Damals mit der Speed Triple. Nicht gerade für’s Schottern geeignet, dafür wunderbar auf den französischen Pässen.

Nun wollte ich mal sehen, ob das mit dem Mopedfahren wieder klappt und hatte mir dieses schöne Ziel vorgenommen. Abenteuerlich ist sowas für mich ja nicht (mehr). Klamotten packen, Landkarte dazu und los.

Um nervige Autobahnkilometer zu sparen verlud ich die DRZ ins Bussi und düste nach der Arbeit direkt zum Genfer See. Ein Schlaf- und Parkplatz war schnell gefunden. Am nächsten Tag startete ich durch das nette Haute-Savoie mit dem Moped. Über mehrere Schottersträßchen arbeitete ich mich bis zum Mont Blanc vor. Knapp westlich von ihm tuckerte ich über den Col de Joly und die Cormet de Aréches nach Süden und vertrödelte noch Zeit im Skigebiet oberhalb von Les Arcs. Dann musste ich aber weiter: über den Iseran. Hinter dem Pass traf ich auf meine Verabredung aus dem Karawaneforum: Markus aus dem Schwarzwald. Zusammen suchten wir uns einen netten Übernachtungsplatz und fanden ihn ganz schnell. An der Südrampe des Iseran gab es einen kleinen Wirtschaftsweg, der uns auf ein Plateau unter dem Col des Fours brachte und einen perfekten Biwakplatz abgab.

Nach einem schnellen Kaffee am Morgen ging es schotterig über die Westroute des Mont Cenis hinunter ins Susatal und gleich rauf auf die Assietta. Bei trübem Nebelwetter schraubten wir uns hoch und sahen oben am Colle delle Finestre genau: nichts. Nach einigen Kilometern verzogen sich aber die Wolken, es klarte auf und unser Picknick am Colle del Assietta gab es schon in strahlender Sonne. Die Strecke war komplett trocken, leicht zu fahren und nicht zu voll. Am Colle Basset bogen wir ab nach Oulx, machten noch eine nette und informative Kaffeepause am Sportinia (das letzte Haus am Weg) und rollten hinunter nach Oulx und weiter nach Bardoneccia. Hier versorgten wir uns noch mit dem Wichtigsten und nahmen die Auffahrt zum Refugio Scarfiotti. Oben waren schon etliche Zelte aufgebaut, wir fanden den von Freunden reservierten Platz und verbrachten den Abend am Feuer mit einem sehr guten Whisky und netter Unterhaltung.

Am Samstag fuhren jede Menge Mopedfahrer rauf zum Sommeiller. Wir waren faul und wollten eigentlich erst auf andere Berge. Im Café entschieden wir uns aber für noch mehr Faulheit und vertrödelten den Tag an der Assietta. Im Sportinia ließen wir es uns in Liegestühlen und bei leckerem Essen gut gehen.

Noch ein bisschen Nachschub für den Abend besorgen und dann ging es wieder rauf zum Camp. Auf dem Rückweg belud ich die DRZ mit Holz, um es am Abend warm zu haben. Ergänzt mit den reichlich rumliegenden Kuhfladen wurde es immer ein kuscheliges Feuer. Und schon wieder gab es einen leckeren Whisky…

Vorher aber wollten wir noch zum Sommeiller. Man konnte dieses Jahr tatsächlich bis ganz rauf fahren. Das einzige Schneefeld im Weg konnte umfahren werden. Begleitet von zwei KTM-Fahrern machte ich mich auf den Weg. Die beiden sollten die Gegend genießen können, ich ließ ihnen also viel Zeit, um beim Warten zu gucken und tuckerte schön langsam hinterher. Rauf kam ich gut, nur vor zwei verschneiten Kurven musste ich tief durchatmen. Oben bejubelte sich gerade ein italienischer DRZ-Club, ein paar spielten im Schnee und auf einem Nebenberg und ein Ural-Gespann versenkte sein Moped im Schneefeld. Gute Unterhaltung!

Zurück am Camp genoss ich eine kalte „Dusche“ aus der Quelle und spazierte zum Wasserfall. Drei Nachwuchsbiker hatten hier viel Spaß und ich saß lange in der Sonne.
Leider überschattete ein sehr schwerer Gespannunfall den Abend. Der Heli flog den Fahrer in die Klinik.

Zum Abfahrtstag startete ich mit einem neuen Bekannten aus Karlsruhe, ebenfalls verabredet im Karawaneforum. Sehr angenehm ließ es sich mit Pip reisen, wir waren uns einig, dass auch Schotter unter die Räder kommen sollte. So fuhren wir nach einem Kaffee in Bardoneccia über den Col de ‚l Echelle ins Nevache-Tal. Von dort schraubten wir uns viele Serpentinen hinauf zum Fort de ‚l Olive und dem Fort Lenlon und genossen den sonnigen Ausblick. Dann gleich weiter über den Col de Lautaret zum Col de Galibier. Schotterich über den Col de Chaussy, mit Picknick am See stießen wir am Col de la Madeleine wieder auf Asphalt. Ein frei laufendes Lama guckte uns verwundert an und machte sich schnell in den Staub. Die Gorges de ‚l Arly war leider gesperrt und es wurde immer später. Wir entschlossen uns, den schnellsten Weg zum Genfer See zu nehmen und dieser führte am Mont Blanc im Sonnenuntergangsrot entlang. Wunderschön!

Am Auto angekommen verluden wir gleich die DRZ. So konnte ich, mit zwei Schlafstopps, sogar noch nach Hause fahren. Pip suchte sich ein Zimmer und kam ebenfalls wohlbehalten gegen Mittag an.

Die letzten 7 Bilder sind von Pip.

Es war eine schöne Tour, die erste über 20 Kilometer seit der letzten Hüft-OP. Das Fahren, Auf- und Absteigen und Stehen in den Rasten klappte super. Meine Grenzen sind deutlich enger geworden und ich verweigere schneller mal oder fahre deutlich langsamer, wenn ich mich offroad unsicher fühle. Das ist ok. Immerhin fahre ich wieder 🙂 Und ein gutes Training für Ladakh war es allemal.

Viele liebe Grüße nach FDS, KA und Zürich!

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4 Kommentare »

  1. HAch ja. Wenn ich das so lese möchte ich direkt meine Sachen packen und losfahren. Schöne Bilder, schöner Bericht.

    Kommentar von schrm — 27. Juli 2015 @ 08:12 | Antwort

  2. Großartig, Dich endlich wieder auf dem Bock zu sehen. Sieht ja so aus, als wenn da oben der Bär steppt… mit Einsamkeit ist da wohl nicht so viel, oder?
    Die Bilder sind schön, aber Deine Linse hat „Flusen“, die Dich ggfs. auf Deiner Reise ärgern könnten, bzw. mehr werden, wenn die Kamera großen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist (ist mir im albertanischen Winter so ergangen…).

    Kommentar von SonjaM — 27. Juli 2015 @ 16:39 | Antwort

    • Ja, hat Spaß gemacht, wieder zu fahren 🙂
      Ne, einsam war’s nicht. Da muss man an einem Herbstwochenende kommen, dann ist alles leer.

      Die Kamera hat wohl einen Pixelfehler, ist leider nicht zuändern. Für die Reise hab ich ’ne andere.

      Kommentar von bikibike — 27. Juli 2015 @ 16:41 | Antwort


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