Biki-Blog

12. Mai 2015

Ardeche? Nein, obere Donau!

Filed under: Kajak — bikibike @ 16:18

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Endlich bot sich die Möglichkeit, auf der oberen Donau zu paddeln. Jede Menge Vorschriften begrenzen den Spaß, sich damit auseinander zu setzen. Nun gab es einen Verein, der noch angemeldete Plätze frei hatte und ich konnte mit. Übernachtet wurde in der Dietfurter Mühle. Ein empfehlenswertes Restaurant mit Gästezimmern.

Normalerweise verhindert ein zu niedriger Pegel die Fahrt auf der Donau. Nach dem reichlichen Regen der letzten 2 Wochen stand er zu Wochenbeginn bei über 200 cm. Der Pegel Beuron fiel zu unserem Start auf akzeptable 150 für die Strecke Hundersingen – Zwiefaltendorf und am Tag danach 143 für Hausen – Laiz. Fahrbar. Die Gruppe hatte natürlich alle erforderlichen Genehmigungen.

Hundersingen – Zwiefaltendorf

Es begann zackig mit einer schnellen Schnelle unter der Brücke von Hundersingen, die zuvor ausgiebig betrachtet wurde. Die Mitte war gut fahrbar aber man sollte steuern können und Wellen mögen.

Der Fluss schlängelte zunächst ruhig aber schnell durch das breite Tal. Dann wurde das Flussbett schmal und beidseitig wuchsen durchgängig überhängende Bäume. Einige Schwellen und Stufen waren völlig abgesoffen, übrig blieben unangenehme Pilze und Verschneidungen. Eine davon brachte kurz vor Riedlingen das Boot einer Mitpaddlerin zum Kentern, die leider an letzter Stelle der Gruppe gepaddelt hatte. Das hohe Wassertempo führte dazu, dass sie nach dem Unterwasser-Ausstieg in den dichten Baumbewuchs getrieben wurde, sich aber zum Glück selbst befreien konnte. Mühsam war es, danach das Material einzufangen und bergen. Der Schreck saß ihr heftig in den Gliedern, sie brach die Fahrt ab und verbrachte mit ihrem Mann einen sonnigen Nachmittag in Riedlingen.

Wir anderen rutschten das Riedlinger Wehr hinunter und konzentrierten uns für die restlichen Kilometer bis Zwiefalten auf das unruhige Wasser. Im Süden konnten wir den Heiligen Berg Oberschwabens erkennen, den Bussen. Ziemlich plötzlich tauchte unser Ziel auf: das Schloss Zwiefaltendorf mit seiner eigentlich schönen, diesmal aber schlammigen Ausstiegsstelle. Nach kurzem Weg über die Brücke ließen wir uns direkt über der Zwiefalter Ach im Biergarten der Brauerei Blank nieder und stillten unseren Durst. Der Tag war komplett trocken und sonnig geblieben, darüber haben wir uns sehr gefreut. Auf der Rückfahrt sammelten wir unsere Abbrüchler samt ihrer Boote ein und beschlossen den Abend mit leckerem Essen und gemütlichem Sitzen an der Dietfurter Mühle.

Tag 2 führte uns von Hausen nach Laiz, einem Teil des Donaudurchbruchs bei Beuron. Graue Wolken und wechselhafter Wind kündigten ein spannendes Wetter für diesen Tag an. Zunächst blieb es trocken und nett. Wir warteten auf die Umsetzer zusammen mit einer Jugendgruppe und konnten dabei ein Wetterschauspiel über Schloss Werenwag betrachten. Die Schafe dagegen waren nur am strahlend grünen Gras interessiert. Der Flussverlauf war deutlich ruhiger als am Vortag, der Fluss blieb offener und hatte weniger unruhige Strudel. Mit dem kurzen Mamba war das deutlich entspannter und ich musste weniger korrigieren. Es gab viel zu sehen auf diesem Stück: hohe Felsen und Felsnadeln, kleine Stromschnellen, Reiher, Bachstelzen, Wasseramseln, Biberspuren, kleine Burgen und eine Karstquelle im Bach. Ein bisschen fühlte ich mich wie an der Ardéche. Nach kurzer Zeit rotteten sich die grauen Wolken zu einem kurzen aber heftigen Schauer zusammen. Das hieß: Kapuzen hoch, rausgrinsen, weiterpaddeln. Die Wehre konnten wir alle befahren, was zum Teil zu heftigem Wassereinbruch in die Wanderjacken bedeutete. Aber die Lufttemperatur blieb hoch, wir ließen die Vesperpause aus und konnten uns an der Dietfurter Mühle trockenlegen. Ein Schild am Uferrand blieb mir völlig unlogisch: Paddler sollen sich ruhig verhalten. Gerade beim Lesen ratterte ohrenbetäubend ein Güterzug über unsere Köpfe. Ne, klar, die lärmenden Paddler sind da wesentlich lauter.

Danach kam der landschaftlich wunderschöne Teil um Inzigkofen. Wieder paddelten wir unter hohen Kalksteinfelsen, unter anderem dem Amalienfelsen. Bald danach kam auch schon Laiz in Sicht, wo uns die Autos erwarteten. Es blieb noch genug Zeit, um nach der Dusche in der Sonne zu sitzen und einen gemütlichen Kaffee zu genießen.

Es war schön, mal wieder mit einer neuen Gruppe zu paddeln, einen neuen Flussabschnitt kennen zu lernen und das ganze mit einem erfahrenen Fahrtenleiter, auf dessen Entscheidungen man sich verlassen kann.

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1 Kommentar »

  1. Donau ist doch auch ganz schön, oder?

    Ardeche… hatten wir gerade, allerdings „nur“ mopped-technisch. War wegen des Feiertag höllisch viel los. Wir waren froh, dass wir weiter kamen 😉

    Kommentar von sonjakm — 16. Mai 2015 @ 21:08 | Antwort


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