Biki-Blog

5. Mai 2015

Nagoldradweg Nagold – Pforzheim

Filed under: Fahrrad — bikibike @ 18:49

Nach unserer Paddeltour auf der Enz durfte es nun ein bisschen mehr Bewegung für die Beine sein.

DSCN0141_klein DSCN0144_klein

Wir schliefen im Bussi sehr erholsam oberhalb von Vaihingen, fuhren morgens zum Pforzheimer Bahnhof und zuckelten mit dem Regio das Nagoldtal hinauf bis Nagold. Oberhalb soll der Radweg weniger ansprechend und weniger komfortabel zu fahren sein. Die 60 km bis Pforzheim würden uns aber für diesen Tag auch ausreichen.

Am Ende waren wir wenig angestrengt, dafür patschnass von innen wie von außen, waren froh, angekommen zu sein und hatten jede Menge „Grün“ optisch inhaliert.

DSCN0217_klein

Der Weg war bis auf ein kleines Stück sehr gut asphaltiert, es gab Raststellen, Biergärten und Bänke. Die Steigungen waren minimal und bei diesem Wetter sonst kaum jemand unterwegs. Auffällig: Die wenigen Radler unterwegs grüßten, solange es regnete. Danach trafen wir nur noch Rennfahrer, die grüßen eh nie.

In Nagold stiegen wir mitten in einer Regenwolke aus dem Zug und zogen erstmal alles isolierende und wasserdichte Equipment an. Missmutig rollten wir hinunter zum Fluss. Ab da wurde es schon netter: guter Weg, gute Ausschilderung, hübscher Bach, jede Menge Natur. Und so ging es erstmal im strömenden Regen weiter, der aber zum Glück langsam nachließ.

In irgendeinem Dorf wurde mir eine Bordsteinkante zum Verhängnis. Nass und glitschig, ich hab mich auf das Abbiegen konzentriert und flutsch, rutschte das Rad weg. Der Klassiker. In Gedanken nur bei den Gelenken drehte ich mich elegant, traf mit der Schulter zuerst auf und rollte mich gekonnt ab. Ähem. Sah wohl gar nicht so spektakulär aus. Schnell war ich auch nicht. Also nix groß passiert: aufstehen, das Krönchen richten, die Außenbereiche abklopfen, blaue Flecken erwarten, fertig.

Mitten auf dem Weg entdeckte ich plötzlich einen wunderhübschen Feuersalamander, genauer die Unterart Salamandra salamandra ssp. terrestris. Wow! Er bewegte sich nicht. Da hier gelegentlich Autos fuhren wollte ich ihn gerne dazu bringen, an den Rand zu laufen. Gaaaaanz langsam stapfte er vorwärts. Und dann wieder zurück. Hm. Am Ende hielt ich ihm ein Plastikschild hin, er stieg darauf und ich setzte ihn einige Meter in der Wiese ab. Gestresst wirkte er nicht. Weder ging er in Abwehrhaltung noch verspritzte er sein Gift.

DSCN0168_klein DSCN0174_klein DSCN0167_klein

Wir radelten durch eine wirklich schöne Gegend: Fachwerkhäuser, kleine Dörfchen, Seitenbäche, kleine Brücken und jede Menge Wald und Wiesen. Neben uns immer die Nagold, die ich interessiert mit Paddleraugen betrachtete.

Hier könnte man heute prima paddeln. Dieser Abschnitt fehlt mir noch und kommt auf die Liste der offenen Rechnungen. Von Hirsau bis Weißenstein sind wir schon gepaddelt.

In Calw konnten wir unter dem Dach eines Eiscafés Pause machen, ab hier tat mir dann doch mehr weh – das Adrenalin hatte nachgelassen.

Und gerade in Hirsau verlässt uns der Regen, wir genießen den schönen Kurpark und den Natur-Spielplatz und entledigen uns voller Optimismus der nassen Klamotten. Nun in Jeans ist es sooo schön zu fahren. Die sind bald auch trocken gepustet und ich fühle mich endlich wie im Frühling. Trotz der abfallenden Höhenmeter wird beim Radeln halt schon Feuchtigkeit produziert, die nun endlich raus kann.

Nun können wir ungenervt die Gegend beschauen und halten immer mal wieder kurz. Am Wehr in Unterreichenbach wird immer noch gebaut. Momentan sieht es so aus:

DSCN0193_klein

Wegen des hohen Wasserstandes ist das Schott geöffnet. Ein geplanter Weg für kleine Boote ist nicht zu erkennen.

Auf der zweiten Weghälfte begegneten uns Vogelfamilien, jede Menge Weinbergschnecken, diverse künstlerische Tiere und Figuren, ein spektakuläres Baumhaus. In Weißenstein begann es wieder zu regnen, wir mussten uns für die letzten 6 Kilometer wirklich nochmal anziehen. Dann trafen wir in Pforzheim auch schon auf die Enz, in die die Nagold mündet.

Fahrräder verladen, in Bietigheim die Boote abholen, zwischendurch was Schnelles zu futtern und ab auf die Autobahn, um zu Hause die Boote abzuladen und den ganzen Krempel wieder auszupacken und aufzuhängen. Wenn das Drumrum nicht wäre wären Ausflüge viel entspannter 🙂

Advertisements

3 Kommentare »

  1. So schöne Reiseberichte und Naturaufnahmen findet man nur hier! A.

    Kommentar von A. — 5. Mai 2015 @ 22:52 | Antwort

  2. Scheint ja eine prima Gegend zu sein für tolle Radtouren – zumindest bei gutem Wetter 😉 Jedenfalls ein netter Bericht mit interessanten Fotos!

    Kommentar von speichenschreiber — 9. Mai 2015 @ 18:20 | Antwort


RSS feed for comments on this post. TrackBack URI

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: