Biki-Blog

6. Juli 2014

Moder und Illingen – zwei Seiten eines Wochenendes

Filed under: Kajak — bikibike @ 23:01

Endlich waren wir mal auf der Moder. Gelegenheit dazu bot ein Verbandspaddeln des Baden-Württembergischen Kanuvereins beim PC Illingen. Gepaddelt wurde trotz des „Verbandes“ eher sehr einzeln: Einsetzen – Lospaddeln war die Devise. Miteinander losfahren war nicht angesagt. Entsprechend zog sich an beiden Tagen die Gruppe von 50 Paddlern in die Länge und erst am zweiten Tag sah es auf dem engen und langsamen Altrhein etwas mehr nach Gruppe aus.

Für uns erwies sich eine solche Veranstaltung als nicht so passend: relativ zügig und pausenlos wurden jeweils die Strecken absolviert, eine verabredete Mittagspause musste je Tag ausreichen, Guck-Genießer-Foto-Stopps gab es nicht. Entsprechend früh waren wir am Ziel. Demnächst fahren wir wieder zu zweit oder mit privaten Verabredungen. Richtig schön war allerdings das zufällige Treffen von 3 lieben Bekannten – inkl. gemeinsamem Kaffee-, Abend- und Frühstückstreffen und Verabredungen. Ganz liebe Grüße nach Mannheim und Landau!

Überschattet wurde das Wochenende von der traurigen Nachricht über den plötzlichen Tod nach schwerer Krankheit einer besonderen Paddlerin aus Neckarsulm. Könnten diese wahnsinnig vielen Kriegsmillionen bitte endlich mal für die Forschung in der Medizin eingesetzt werden!

Die Moder stand für uns schon lange auf der Wunschliste. Nun war sie dran. Großes geordnetes Getümmel gab es am Einstieg in Stattmatten. Und dann schlängelte sich einer nach dem anderen den kleinen Fluss entlang, um einige Schwanenfamilien mit gutem Abstand herum, durch Blütenmeere und Schlingpflanzen. Die erste Stunde blieb es trocken und schön. Teil nahm eine bunte Mischung aus Jungem und Altem – nicht nur Paddel und Boote, besonders auch Paddlerinnen und Paddler. Die fitten und gut gelaunten Grau- und Silberreiher überwogen jedoch deutlich. Bewundernswert, dass, besonders die alleinpaddelnden Frauen, in diesem Alter so aktiv und begeistert sind.

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Nach einiger Zeit zogen sich die Wolken zusammen und und es regnete: stark, anhaltend, kalt und nervig. Die Gruppe zog sich völlig auseinander und wir paddelten bis zum Rhein vor uns hin.

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Ein bisschen ließ der Regen wieder nach, die Moder floss nun parallel zum Rhein ab Kilometer 332.

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Unterhalb der Staustufe Iffezheim querten wir den Rhein und machten auf der Kieselbank eine kühle Mittagspause. Ich hatte leider nicht mit so viel Wind und Nässe gerechnet und war nicht ausreichend ausgestattet. Selbst schuld, ich fror also ein bisschen vor mich hin und maulte entsprechend rum. Besonders Gutes zur Stimmung trug auch der folgende Rheinabschnitt nicht bei. Kabbelig durch Wind, Strömung und Buhnen strömte das Wasser dahin, wir fanden zuerst keinen guten Weg bis wir den Buhnenbereich verließen. Der Wasserstand war zu niedrig, die Steine schauten knapp immer wieder raus. Wir lernten am Abend: Am Rand der Buhnenenden im Bojenstrich paddeln und je nach Kurvenlage die Seite wechseln ist der sicherste Paddelweg. Ok, das haben wir dann am Sonntag auch gemacht. War deutlich besser. Nun aber mussten wir durch. Geschafft erreichten wir den Illinger Goldkanal und kämpften uns noch die letzten Kilometer durch den Gegenwind und die entsprechenden Wellen. Nicht schwierig, aber anstrengend und ungewohnt. Spannend ist die Natur! Ablenkung bot eine Segelregatta, die bunt und mit gewaltigem Tempo über den See rauschte.

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Der Sonntag begann auf dem völlig stillen See. Zügig paddelten wir wieder zum Rhein, in kleinen Gruppen und Sichtkontakt zu viele anderen brachten wir die 5 Kilometer bis zur Einfahrt in die Judengasse hinter uns. Dort begann der schmale verträumte Illinger Altrhein. Sooo schön! Viele Hindernisse mussten umfahren oder überhoben werden, das machte es sehr spannend. Bootsbeherrschung war gefordert und auch Kraft – denn es ging gegen die (leichte) Strömung. Der niedrige Wasserstand verhinderte oft tiefes Eintauchen des Paddels und Kiesbänke verschmälerten die Fahrrinne manchmal bis auf Bootsbreite. 3 geplante Umtragungen mussten überwunden werden. An der ersten – einer flachen Brücke- konnten die Wildwasserbootfahrer reinhüpfen. Links schaut ein interessierter Terrier vom Boot aus zu.

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Besonders schön war, dass die Sicht auf den Boden durch absolut klares Wasser möglich war: bunte Steine, Muschelbänke über den gesamten Grund, Algen, Schlingpflanzen, bewachsene Holzstücke, … Meine neue Kamera kam dadurch immer wieder zum Einsatz. Bei jedem Fotostopp wurde ich von einigen konzentriert und zügig durchpaddelnden Teilnehmern überholt.

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Die Mittagspause verbrachten wir beim Paddlerfest in Au am Rhein. Da war richtig was los und die Würstchen waren lecker. Weiter und wieder hinüber in den Goldkanal ging es dann wieder in ganz kleinen Grüppchen.

Auch am Sonntag kamen wir zwar ziemlich platt aber unerwartet früh am Paddelclub Illingen an. Duschen, Kuchenessen, Heimfahren, Abladen und Aufräumen schafften wir noch vor dem krachenden Gewitter. Und zur Belohnung gab es einen superleckeren Eis-Kaffee-Kakao auf der Terrasse 🙂

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2 Kommentare »

  1. Wow! Bin gerne im Geiste wieder mitgepaddelt. So schöne Fotos! Ob des Regens und der Kälte bin ich aber froh, daß ich nicht live mitfrieren musste. Einen lieben Gruß!

    Kommentar von Momoseven — 7. Juli 2014 @ 10:46 | Antwort

  2. Grandiose Bilder, sieht aber zwischendurch recht wild aus. Also, am meisten kann ich mich mit dem letzten Bild identifizieren 😉

    Kommentar von SonjaM — 7. Juli 2014 @ 19:07 | Antwort


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