Biki-Blog

8. April 2014

erstes Mamba-Paddeln: auf der Isar

Filed under: Kajak — bikibike @ 00:03

Sie heißt Mamba. Mein neues Kajak ist weiblich. Eine Grüne Mamba. Auf der Isar hat sie gestern den Zweitnamen Isar-Frosch bekommen. Zwischen den 3 rot-blauen Kajaks ein Farbtupfer. 2 Jahre Wanderpaddeln und ein paar Rafttouren haben mir Lust gemacht, das Kajakfahren nun mal besser zu lernen. 3 x war ich im Hallenbad, um die Rolle zu üben. Manchmal klappt sie auch. Mit einem richtigen kurzen Kajak war ich noch nie im Wildwasser. Die Isar scheint ein geeigneter Fluss zu sein,  mit 3 netten Mitpaddlern machte ich mich auf den Weg nach Süden.

4 lustige Gesellen am Einstieg:

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Bei einem Pegel Lenggries von 101 cm und 16m³/s Abfluss sind wir am Samstag unter dem Sylvenstein-Staussee eingestiegen. 19 Kilometer sind es bis zum Isar-Katarakt kurz vor Bad Tölz. Der niedrige Wasserstand führte zu häufigen Grundberührungen. Für mich war er aber toll. Wenig Wucht und niedrige Wellen machten das Paddeln und Nicht-Reinfallen auch für mich Ersttäterin einfach. Laufen kann ich nicht gut, aber Paddeln macht echt Spaß 🙂

meine neue Freundin: (grüne) Mamba 8.1 von Dagger, mit der es zu Beginn gleich über 3 Schwellen ging:

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Die dritte verschluckte mich gleich ganz. Patschnass tauchte ich aus dem kalten Wasser grinsend wieder auf. Und auch der Zen verschwand.

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Vorn die schneeberieselten Berge des Bayrischen Alpenvorlandes, hinter uns das Karwendelgebirge. Schön ist es hier! Das Wasser war kalt und klar, die Luft frisch. Ich bekam gute Tipps, wurde beim Kehrwasserfahren korrigiert und bekam jede Menge Mut zugesprochen. Voller Adrenalin kam ich gut alle Schnellen hinunter, mein Bootchen reagierte gutmütig und vermittelte Sicherheit. Beim Kehrwasserfahren schwächelte ich dann doch. Rechts geht so gar nicht, links schon besser. Aber da lagen knapp 20 Kilometer vor uns und ich hatte großen Respekt vor dieser Strecke. Meine Kraft sollte nicht zu früh ausgehen.

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Das Wehr Fleck ist gut angekündigt und wir sie umtrugen es. Danke Peter! Wir machten Pause, genossen die Natur und die Ruhe.  Gänsesäger begleiteten uns an beiden Paddeltagen. Unterhalb des Wehres fehlte eine Menge abgeleitetes Wasser. Materialschonend lies sich meine Mamba schon am ersten Tag abschleppen. Untreue grüne Tomate! Ich tappste über die weißen Kiesel hinterher. Leider rutschten wir dann doch immer mal wieder über Grund.

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Kurz vor Ende unserer Paddelstrecke trafen wir auf den Isar-Katarakt. Bei gutem Wasser hat er eine ww 3, heute war es wohl eher eine 2 bis 2+? Für mich trotzdem gewaltig. Was werden diese Wellen mit meinem kleinen Boot anstellen? Ich suchte mir gedanklich die Chickenline aus. Dann schaute ich meinen Mitpaddlern zu. OK, es geht langsam, wenig Wucht. Bloß die rausschauenden Steine sollte ich besser nicht treffen. Im Schlepptau unseres erfahrenen Guides Mister P. traf ich die Linie gut und schaukelte hinunter. Den letzten Stein traf ich noch, aber er warf mich nicht um: Hindernisse mag man und neigt sich ihnen hin: gut gelernt und sogar gemacht 🙂

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War gar nicht schlimm. Danach bin ich nochmal hoch gelaufen und ein zweites Mal gefahren. Nachdem auch die Männer sich nach gefühlten 38 Abfahrten ausgepowert hatten trieben wir die letzten 3 Kilometer weiter bis zum Ausstieg. Auf dem Zeltplatz verbrachten wir den Abend im gemütlichen Kneipchen und schlüpften bei strömendem Regen in die Autos bzw. Zelte.

Über Nacht regnete es weiter. Gar nicht so wenig. Normalerweise freue ich mich nicht über Nässe, beim Mopedfahren gibt das nur Frust. Aber nun hieß es, dass am nächsten Tag die Flüsse voller sind. Wir hatten beschlossen, die gleiche Strecke noch einmal zu faren. Landschaftlich war sie toll, durch mehr Wasser wird sie wieder anders zu fahren sein und mir gibt es Sicherheit, dass ich sie kenne. Der Pegel Lenggries zeigte einen Abfluss von 26m³/s und 114 cm. Der Regen hörte auf als wir die Zelte eingepackt und uns startfertig gemacht hatten. Danach blieb es trocken. Der Fluss zeigte sich von Nebelschwaden umwabert, die Luft war nass und die Berge hingen noch in den Wolken. Gespenstisch aber schön.

Unterhalb des Stausees war kaum eine Veränderung zu spüren. Nach und nach kamen aber kleine und auch richtig dicke braune Nebenbäche dazu. Es wurde schneller und mehr Wasser. Manche Prallwände flößten mir nun schon deutlich mehr Respekt ein. Aber ich hatte auch Vertrauen gewonnen, also lief alles einfach nur gut. Ich war ein bisschen gemütlicher unterwegs: Meine Schultern erinnerten sich noch gut an die Verkrampfungen des ersten Tages. Boah, was fühlt man sich als Anfängerin so unfähig! Schultern hochziehen, schneller Herzschlag, das Bedürfnis, die Aufregung weg zu schwätzen, … und natürlich nahm ich grundsätzlich die Chickenline und schaffte die Kehrwässer mit höherer Geschwindigkeit nicht. Aber hey: es war mein erster Tag in einem Wildwasserboot und auf einem echten Fluss. Die Strecken im Cruiser und im Raft zählen nicht. Das ist wirklich  etwas völlig anderes.

Start zu den 3 Stufen gleich hinter dem kleinen See. Mir gruselte etwas bei dem Gedanken an die 3. Schwelle. Aber sie war nicht größer und ich traf auch ein bisschen nebendran vorbei.

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Gut gelaunt schlängelte wir uns wieder um die Kiesbetten herum. Es kratzte deutlich weniger. Wieder machten wir Pause am Wehr und kamen irgendwann zum Katarakt. Ui, der hatte nun mehr Schwung.

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Ich entschloss mich widerwillig, das Risiko einer Kenterung nun nicht mehr in Kauf zu nehmen. Ein ww 3 muss ich nicht am 2. Paddeltag schaffen. Aber es juckte schon… Die Jungs hatten nochmal ihren Spaß, ich schaute gemütlich von der Wiese aus zu. Dann stiegen wir hier aus. Die Sonne schien tatsächlich noch und wir beschlossen das Wochenende bei Steaks, Göggele und Ente.

Vielen Dank an diese tolle Gruppe! War mal wieder eine schöne Tour.

Und besonderen Dank für die geduldige Anleitung durch alle 3 und das Verständnis für meinen fehlenden Mut!

 

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4 Kommentare »

  1. Superklasse Fotos voller Aktion! Also, ich finde ja, Dein Kajak sieht eher nach Frosch als nach Mamba aus 😉

    Kommentar von SonjaM — 8. April 2014 @ 20:47 | Antwort

    • Ja, es ist dick wie ein Frosch. Ich hoffe aber, dass es eher durch’s Wasser zieht wie eine Schlange und nicht über die Wellen hüpft wie ein Frosch 🙂

      Kommentar von bikibike — 8. April 2014 @ 20:48 | Antwort

  2. Blubbernde Bäche, Berge, Boote, Biki – – – Berichte, Bilder – – – großartig!

    Kommentar von A. F. — 11. April 2014 @ 10:55 | Antwort


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