Biki-Blog

11. Februar 2014

Rad und Raft – Jagst von Jagsthausen nach Möckmühl

Filed under: Fahrrad,Raft — bikibike @ 00:34

Nicht mehr viele Tage bleiben, um die ab Mitte Februar gesperrten Strecken der Jagst an zu schauen. Die Strecke ab Neudenau bin ich ja schon ein paar mal gepaddelt. Nun arbeite ich mich „nach oben“ vor.

Für diese Radel-Paddel-Tage ist die Organisation denkbar einfach. Niemand muss gefragt werden, keine 2 Autos müssen bewegt werden. Beine und Arme werden gebraucht. Ich parke das Auto an der Ausstiegsstelle, packe das Raft auf’s Rad und radele flussaufwärts. Dann geht es mit dem Raft wieder hinunter. Auf dem Rückweg hole ich das Rad wieder ab. Da ich ja nun so ein tolles großes Auto habe werfe ich einfach alles hinten hinein, das Rad steht an 2 Gurten gesichert. Das Boot kann zum Trocknen aufgeblasen bleiben und passt neben das Rad.

Sehr beruhigend ist, vom Radweg aus alle wichtigen Stellen schon mal anschauen zu können, Umtragewege zu sehen und einzuschätzen, wie lange alles dauern wird. Manchmal verkürze oder verlängere ich dann die Strecke – fahre weiter rauf oder setze früher ein.

Die Strecke:  Jagsthausen – Möckmöckmühl

In Möckmöckmühl kann man gut unter der Brücke parken. Die Ein-/Aussetzstelle ist eine breite Steintreppe, die kurz oberhalb einer Stromschnelle liegt. Vorsicht also beim Landen.

Von hier radelte ich sehr schön am Fluss entlang, durch Wald und Felder auf einem guten Radweg. Immer ausgeschildert, schöne Pausenplätze – im Sommer ist hier sicher viel los. Jetzt ist Winter. Und es liegt Schnee. Ok, viel ist es nicht. Aber da es der einzige für mich in diesem Jahr bleiben könnte machte ich mal ein Bild. Und gleich noch eins vom Eis in der Pfütze. Unterwegs erkundete ich eine kleine nasse Schlucht. Viel Kletterei über die maroden Bäume: viel kleines Leben gibt es hier. Und auch die erste grünen Spitzen, die aus dem kalten Boden und aus den Ästen lugen.

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Mein Haibike – läuft wie auf Schienen. Mit dem Boot und dem ganzen Gerödel fährt es wie mit Urlaubsgepäck. Ich bin super zufrieden. Auch die Billig-Radtaschen sind völlig in Ordnung. Es muss nicht immer Globe-Orange sein. Über den Paddeln geht die Tasche nicht zu, die sind zu lang. Da pack ich den IKEA-Sack drüber wenn es regnet – so wie bei dieser Tour.

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Das Wehr Ruchsen schaute ich mir von Weitem an. Hm, es soll unfahrbar sein – kann ich gar nicht verstehen. Na, das werde ich beim Paddeln entscheiden. 

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Das Wehr Olnhausen beäugte ich intensiver. Es hat eine Kante oben, läuft dann schräg, im Unterwasser liegen Steine. Da muss man genau eine Stelle ohne Steine treffen. Ich suchte mir schon mal eine Abfahrt aus und merkte mir die Position neben dem kleinen Baum. Enten kamen begeistert angeschwommen und drehten souverän ins Kehrwasser. Ich hatte allerdings nichts zum füttern. Zur Strafe motzten sie mich an und drehten mir den Rücken zu 😦

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In Jagsthausen konnte ich das Fahrrad in Obhut der Tankstelle stehen lassen, trank noch einen Automatenkaffee und schlenderte dann gemütlich mit allen Klamotten auf die Jagst-Insel. Hier gibt es eine Einsetzstelle unterhalb des Wehres. Sehr schön mit Wiese, Grillplatz, flacher Einstiegsrutsche. Bei Pegel Dörzbach 65 cm, also knapp über MW setzte ich gegen Mittag ein. Sehr kalt war es immer noch, aber immerhin trocken. Gleich danach war eine Furt zu queren. Sonst fahr ich da immer mit dem Moped durch – nun paddel ich mal quer drüber. Das Loch dahinter war überraschend tief – gut, dass die Spritzdecke dicht ist.

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Am Beginn einer langen ruhigen Strecke stand dieses Schild. Direkt davor hing der verfangene Angelhaken. Wie funktioniert „Ufer schützen“ wenn dort mit Haken geworfen wird? Ich habe an diesem Tag 5! Schnüre mit Bleien und Haken eingesammelt. Für Flaschen ist es im Raft leider zu eng. Da hätte ich 3 Säcke füllen können… Dann begann kilometerlange Natur.

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Kleine menschliche Einflüsse: Toilette mit Wasserspülung und eine Badeleiter.

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Am Wehr Olnhausen gefielen mir die Gärten. Nett gestaltet, nur zum Teil in Winterruhe. In einem standen Topf und Geschirr auf dem Tisch. Und auch die 5 Enten waren noch da. Mich ignorierten sie völlig. Paddler haben wohl selten Futter dabei?

Das Wehr bin ich in der Mitte runtergerutscht. Ein bisschen holprig und unten nochmal ein Stein, aber alles gut. Raft ist ja flexibel.

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Und dann stimmte leider doch der Wetterbericht: es begann zu regnen. Ein Weile lang. Unter meinem Hut und im Trocki störte es gar nicht. Bloß Fotogafieren brachte jetzt nix.

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Sehr schön ging es dafür weiter, der Regen hatte wieder aufgehört, Schneeglöckchen standen am Flussufer, Tropfen hingen an den Zweigen, die Dörfer wirkten verwunschen. Ein schwimmendes Tier ließ sich kaum irritieren. Ob es ein kleiner Biber oder doch eine Ratte war konnte ich nicht erkennen. Nette kleine Schwellen und eine gute Strömung machten den Abschnitt abwechslungsreich.

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Unter der Autobahnbrücke überraschte mich eine Stufe, die ich bei ihrer Höhe im Flussführer erwartet hätte. Nix Schlimmes aber bei weniger Wasser sicher ein Hindernis.

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Das Wehr Ruchsen ist im DKV-Führer als unfahrbar beschrieben. Und nun sah ich auch, warum. Im Unterwasser lagen spitze Steine, auf die ich mit dem Raft sicher nicht kommen möchte. Bei reichlich mehr Wasser könnte ich fahren, dann muss man aber sehen, was aus der Walze wird. Das Wehr steht schräg zum Wasser und läuft auch schräg ab. Mit dem Raft machbar. Ich stieg bequem aus, schaute mir noch die Fischtreppe an und suchte den Einstieg. Hm, da war nix. Hart durch die Büsche und über einen glitschigen Stein ging es dann irgendwie. Aber schön war’s nicht. 

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Das letzte Stück war kurz, noch ein paar Schwellen und der alte Badeplatz waren zu sehen. Dann musste ich sehen, dass ich nicht den Ausstieg verpasste. Ein paar Meter weiter und man rutscht eine Schnelle hinunter.

Schon fast in der Dämmerung erreichte ich nach 14 km Fahrradfahren und 16 km Paddeln wieder Möckmühl. Sehr geruhsam war meine kleine Tour.

Momo an mich selbst: niemals nicht die Schaumstoffmatte für den Sitz vergessen und nicht zu viel gucken und bummeln. Sonst geh um diese Jahreszeit der Tag aus.

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