Biki-Blog

20. September 2013

Warnung: Abenteuer Wege verursacht Schlaflosigkeit

Filed under: Moped — bikibike @ 13:19

Da nimmt man nach der Arbeit nichtsahnend die Post aus dem Kasten und ist für den Rest des Tages verplant: Die aktuelle AbenteuerWege trifft meinen Nerv sowas von 1000%.

Es geht los mit einem Wanderbericht aus dem Mervelleis-Tal in der Nähe des Tendepasses und der Ligurischen. In diese Region fahre ich seit Jahren regelmäßig und komme gerade von dort. Die Wanderung habe ich schon gemacht und die Bilder beamen mich direkt wieder dorthin. Es ist tatsächlich das „Tal der Wunder“ – beeindruckende Natur der 3000er-Berge erlebt man abwechselnd in südfranzösischer Wärme und eisigem Hauch aus den Seen. Die Gravuren und Zeichnungen in den Felsen machen die Wanderung zu einem Suchspiel. Das Gebiet gehört immer zu meinen Zielen wenn ich in die Seealpen, nach Tende, fahre, um auf der Ligurischen Grenzkammstraße, der LGKS, Moped zu fahren.

Und damit sind wir schon im Thema der nächsten Seite. Das italienisch-französische Bergdorf Tende wird vorgestellt, ein Bild meiner Stamm-Bar finde ich und der Autotrubel am Markt wird sehr realistisch beschrieben. Eigentlich kann man da den ganzen Tag sitzen und „Leben“ gucken.  Ja, und in Artikel 3 geht es dann um die Ligurische selbst. Und mal nicht nur um den Hauptteil bis zur La Brigue-Abfahrt oder Pigna sondern um die ganze Strecke bis Ventimiglia. Die komplette Strecke ab Tendepass vermittelt einen vollständigen und genussvollen Eindruck der Landschaft vom steinigen kargen Hochgebirge bis zu von Pinien und Olivenbäumen bewachsenen sandigen Küstenhügel. Im südlichen Teil gibt es immer wieder Blicke auf’s Meer und das italienische Eis lockt. Und das Ganze auf etwa 100 km schönsten Offroadpisten mit auch anspruchsvollen Abschnitten.

Einen Kritikpunkt gibt es am Bericht aber: die DRZ ist bei den Gebraucht-Alternativen der in dieses Gelände passenden Motorräder untergegangen. Und dabei macht sie das seit Jahren so gut! Es sei verziehen 😉 eine 250er KLX war dieses Jahr auch mit uns unterwegs.

So, der Abend ist rum, das Heft erst halb leer gelesen, das Abendessen völlig vergessen. Gut, dass nun zur Adrenalinsenkung ein Artikel über’s Planwagenfahren in der Uckermark kommt. Dabei kann ich gut in der Pfanne rühren…

Aber dann fix – das Umblättern bringt ein doppelseitiges Foto eines einsamen Kajakfahrer im norwegischen Fjord. Och nö, auch noch ein Traumziel und dazu mit Fotos, die garantiert mitreißend sind: Jo Deleker ist der Autor. Er berichtet vom Start in Álesund, seinem Erleben im Nebel in kleinen Fjorden, im Geiranger und von riesigen Kreuzfahrtschiffen. Ob so eine Tour für mich Wunschtraum bleibt? Vielleicht mal in klein und mit gut geplanten Landemöglichkeiten? Wär das schön!

Auf den nächsten Seiten wird’s beruflich. Junge Wald-Detektive erforschen einen Urwald im Bayrischen Wald und eine Stadtführung aus der Perspektive von Wohnsitzlosen in Stuttgart wird beschrieben. Themen, die mich aktuell beschäftigen nachdem ich gerade 2 Tage mit Jugendlichen im Wald und Kanufahren war. Gar nicht so einfach, die nächste Generation zu sensibilisieren und einen positiven Blick auf das Leben in Wetter und gefühlter Ungemütlichkeit zu erreichen.

Damit sind wir beim Glamping. Kennt ihr nicht? Luxuriöses (glamouröses) Campen soll das sein. Also den gesamten Zivilisationskrempel auf ’ne Wiese bringen, den Boden versiegeln gegen schmutzige Füße, ein Badezimmer anbauen, damit auch keiner raus muss in die echte Natur…

Was für ein Unsinn! Zum Glück erfolgt auf der nächsten Seite der Perspektivwechsel zum echten Leben: Einfach einen Alltagsabend ein paar Kilometer laufen, Zelt aufbauen, das echte Leben genießen. Oder mit dem Fahrrad auf die benachbarte Burg fahren und im absoluten Luxus eines Minizeltes, im Schlafsack Sonnenuntergang, Getier-Geraschel und die Feuchtigkeit der Sommerdüfte genießen.

Da der folgende prima lange Bericht über eine Motorradtour nach Afrika zu den noch verbliebenen Nomaden ganz klar sofort gelesen werden muss habe ich mich schon damit abgefunden, nicht genügend Schlaf zu bekommen.

Leider kommt danach schon wieder ein Traum-Paddel-Ziel: die Soca. Das Blau in den Bildern verführt zum Träumen. Wann soll man all diese Reisen bloß machen?

Jetzt geht es weiter mit Bildung. Ui, ob das was wird um die deutlich nachmitternächtliche Stunde? Bertha Benz und ihre Fahrt mit dem Automobil von Mannheim nach Pforzheim ist das Thema. Ein Porträt der engagierten Pionierin des Autofahrens, technische Erläuterungen und Darstellung der gefahrenen Route sind Inhalte des wie gewohnt gut recherchierten und schwungvoll-neugierdeweckend-informierend geschriebenen Artikels.

Zum Glück träume ich (noch) nicht davon, einen 4000er zu besteigen, in der fränkischen Schweiz Mountainbike zu fahren noch einen Segeltörn in der Ägäis zu machen. Sonst hätte ich bis zum Weckerklingeln lesen müssen. So konnte ich das Heft bei Sonnenaufgang weglegen und noch das eine Stündchen schlafen. Obwohl ja die fränkische Schweiz auch ein prima Mopedziel … OK, morgen lesen reicht auch noch…

Liebe Redaktion von PLAN b. Medien,

was denkt ihr euch eigentlich? Ich beantrage hiermit, dass die Auslieferung des Heftes zwingend am Freitag erfolgen muss. Und bitte nur an eiskalten Regenwochenenden! Und jedem Heft sollte ein Zeitgutschein für mindestens 4 Wochen der folgenden 3 Monate beiliegen, damit man wenigstens einen Bruchteil der Anregungen umsetzen kann. Seid euch eurer Verantwortung bewusst!

Und für alle anderen: hier ist der Weg zur Zeitschrift. Sie kommt 4mal im Jahr am Kiosk oder im Abo. Also nehmt schonmal 4×4 Wochen frei…

Hier ist die Entstehungsgeschichte von PLAN b und der Zeitschrift

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Quelle: http://www.abenteuer-wege.de/

Und nein, ich bin weder verwandt noch verschwägert noch bezahlt – nur begeistert 🙂

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1 Kommentar »

  1. Das Vallée de la Roya und seine Umgebung bietet noch mehr als du beschreibst. Doch vieles liegt versteckt und wartet auf seine Entdeckung. Für 2014 organisieren wir eine Motorradtour für klassische Motorräder. Auf den Strassen der Seealpen, Ligurien und dem Piemont fühlen sich diese Maschinen auch heute noch wohl.
    Ich werde noch meine kleine SWM im Handgepäck mitführen. Damit kann ich den Wanderwegen folgen, ohne die Wanderer zu erschrecken. Einziger Wermutstropfen ist die kurze Reichweite. Vielleicht gibt es ja bald eTrailer mit vernünftiger Reichweite fürs Motorradwandern. Damit ist man dann noch unauffälliger unterwegs.

    Danke für den Hinweis auf „Abenteuer Wege“, Stephan

    Kommentar von Stephan Wagner — 2. Februar 2014 @ 10:07 | Antwort


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