Biki-Blog

5. September 2013

die Tour im Schnelldurchlauf

Filed under: Moped — bikibike @ 15:02

Der Sommerurlaub beginnt in der Schweiz mit einem Gemisch aus Wandern-Paddeln-Mopedfahren: Brienzer Rothorn, Klausen-, Pragelpass, Ibergeregg, Susten, Furka, Grimsel… Hier nutze ich die Leichtigkeit meines Rafts, um es mit dem Moped zu transportieren und paddele auf dem Vierwaldstätter und dem Klöntaler See. Erstaunliche 20 km waren kein Problem. Wind und Unschnittigkeit des Gummibootes bremsen gar nicht so sehr.

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Über Grimsel, Nufenen, Gotthard, Oberalp, Lukmanier, Bernardino, Splügen, S. Marco tauche ich ein ins norditalienische Kurvengeschlängel.

Leider sind die Passfotos verloren gegangen. 

Ab dem Passo Croce Domini wirds schotterig. Plätze fürs Zelt finde ich in der Schweiz und in Italien problemlos an Refugios oder neben der Piste. Richtig schön ist es, alles zusammen zu packen und ganz früh den Tremalzo runter zu rollen. Die Sonne ist schon da, der Nebel noch unten am Gardasee.

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Bis Venedig schlängelt es sich so dahin. Hier treffe ich meinen Mann und wir  paddeln ein paar Tage in der Lagune von Venedig. Flamingos bevölkern den nördlichen Teil der Lagune.

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Sonnenuntergang über den Salzwiesen. Hinter mir steht unser Zelt.

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Paddeln in Venedig: wie letztes Jahr auch nett, entspannt, problemlos. Hab sogar meine Lieblings-Gelateria wiedergefunden 🙂

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Rückfahrt zur kleinen Insel, auf der unser Zelt steht und die Moskitos warten.

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Dann müssen unsere Pläne umwerfen. Es herrscht ein afrikanischer Wüstenwind, die Moskitos sind wie wild und die Temperaturen steigen locker an die 40°C. Mit warm hatten wir ja gerechnet, aber das ist zu viel. Als dann noch das Wasser durch ein Loch mein Boot flutet reicht es. Wir ziehen um in die Dolomiten. Kleine Wanderungen machen wir, aber meistens fahren wir mit den reichlich vorhandenen Bahnen auf Berge, legen uns in die Sonne und genießen die Aussicht auf die Berge und die reichlich blühende Flora. Kaffee und Eis, Käse und Wein – wir lassen es uns gut gehen.

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Dann muss mein Schatz nach Hause und ich weiter. Es geht Richtung Süden. Erstes Ziel: Cinque Terre, die Küste. 

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Über den norditalienischen Apennin mit seinen 5 Millionen Kurven bummel ich 4 Tage parallel zur Küste bis die Ligurischen Grenzberge in Sicht kommen. Solche Schilder versprechen Spaß 🙂

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Traumhafte freie Zeltplätze finden sich ganz einfach. Hier schlafe ich bei Vollmond, der sich im Meer spiegelt auf dem Monte Penello. Ein Überzelt brauche ich nicht, es ist kalt, aber so schimmert die Sonne morgens ins Zelt.

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Ich treffe mich mit meinem langbekannten Reisepartner und wir freuen uns über das tolle Wetter. Mit einer Truppe lustiger Italiener düsen wir mit unserem Zeltgepäck zur Ligurischen Grenzkammstraße hinauf. Die Sonne scheint, kein Gewitter ist in Sicht, so können wir auf dem Saccarello schlafen. Ein langer Traum, dessen Erfüllung ich nicht mehr erwartet hatte…

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Zum Sonnenuntergang können wir viele Gemsen beobachten. Leider sind sie mit dem wenigen Licht nur schwierig zu fotografieren.

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Und dann geht es nach Tende – meine Lieblingsstadt wenn ich hier bin. Sie liegt im Royatal und fühlt sich eher italienisch als französisch an. Stammcafébar, Bäcker gegenüber und die Pisten liegen direkt vor der Tür. Der Zeltplatz ist schlicht aber ok. Wir fahren noch am gleichen Tag die Hauptstrecke der LGKS, in den folgenden Tagen auch alle kleinen Abschnitte, den Westhang des Tales und die Verbindung zum Turini und die Südabfahrt. Abends regnet es dann immer wieder.

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Nach einigen Tage ziehen wir unter Gewittergrollen über kleine Pässe weiter Richtung Westen – nach Castellane in die Wärme und Trockenheit. Auch ein nettes Städtchen. Wir erkunden Tage lang die grandiose Schlucht von Verdun mit dem Moped, raften den oberen Teil und nehmen uns „frei“, um Sonne zu tanken.

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So langsam müssen wir uns der Heimat nähern. Also schlagen wir den Weg nach Norden ein. Ein extrem abwechslungsreicher Tag führt uns entlang eines strahlend blauen Sees, durch die rote Cians-Schlucht, über den schlängeligen schmalen Cayolle, den schotterigen Parpaillon mit seinen vielen mutigen Murmeltieren und den gelben Izoard mit seinen Sandsteintürmen bis nach Briancon.

In Briancon zelten wir 1000m über der Stadt an einer kleinen Kapelle und genießen die rot angestrahlten Berge und das Funkeln der Stadt. Wir schauen von oben auf die Forts und planen bei Wein, Pulet und Käse die kommenden Offroad-Tage.

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Schon wieder Mumeltiere! Ich liebe sie. Wie sie so träge und doch schnell über die Wiese flitzen. Das hier lässt sich so gar nicht von uns stören: putzt sich,schläft, schnüffelt – und bleibt sitzen.

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Morgens fahren wir zügig zum Col de Granon. Es ist Sonntag, eine Wandererflut droht. 8.30 Uhr sitzen wir frühstückend vor dem Rundfort Lenlon, danach erkunden wir das Versorgungsfort d’Olive.

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Weiter geht es zum Mulattiera. Nachdem er letztes Jahr offen war … können wir dieses Jahr den tollen Waldweg bis zur Punta Colomion fahren, dann steht das Verbotsschild. Sonntags gaaaanz schlecht erkennbar.

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Genau wie ich letztes Jahr schlagen wir unsere Zelte auf der schönen Wiese der Bar Soleil Boeuf auf – gegenüber dem Chaberton, hinter dem die Sonne untergeht. Die Anfahrt von Solomiac mit Gepäck ist für mich immer wieder eine Herausforderung. Morgens steigt der Nebel und hüllt die Assietta komplett ein in seine eklige Nässe.

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In Omegna genießen wir nochmal Eis, Seeblick und die Wärme, übernachten in einem Bergdorf auf schönster Wiese und mit eigener Quelle neben dem Friedhof.

Die Alpen verabschieden sich grandios. Strahlende Sonne auf dem Simplon und der Grimsel und ein Schauspiel der Schweizer Luftrettung, die Übungen fliegt. Wir können uns kaum trennen – aber es hilft nichts.

Durch die Schweiz und Süddeutschland zieht es sich, das Bett wartet. Zum Glück ist das Wetter hier ja auch super, da kann man doch gleich nochmal mit dem Latte Macchiato auf die Terrasse …

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Beim Schreiben ist mir wieder aufgefallen, dass die Höhepunkte immer wieder die Abende hoch in den Bergen, meistens zwischen 2000 und 2500m,  sind. Die Farben der Sonnenuntergänge, die Klarheit der Sterne, die Stille und die zu überblickenden Gipfel machen jeden Abend zu etwas Besonderem. Nachts stören keinerlei Geräusche und am Morgen freut man sich, wenn die Sonne gegen 7.00 über die Gipfel schaut und die Nase wärmt. Wenn dann die kleine Espressomaschine dabei ist ist es perfekt.

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2 Kommentare »

  1. Ach, schön! Bin gerne mit gereist mit der schönen Beschreibung und den Bildern! 🙂

    Kommentar von Momoseven — 5. September 2013 @ 17:27 | Antwort

  2. Grandios, Wahnsinn, Spitzenklasse – mir gehen die Superlative aus. DAS ist Urlaub! Klasse, Mädel! Einige von den genannten Pässen habe ich auch schon gemacht… seufz, da werden Erinnerungen wach. Danke schön dafür.

    Macht das Paddeln in der Stinkebrühe von Venedig wirklich Spass? Ich war einmal im Hochsommer dort und wäre fast am Gestank erstickt…

    Kommentar von SonjaM — 5. September 2013 @ 19:09 | Antwort


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