Biki-Blog

18. Juli 2013

Neckartalradweg Tag 3

Filed under: Fahrrad — bikibike @ 11:13

In Tübingen komme ich nicht ganz so früh los. Eine Terrasse am Neckarufer ist einfach einladend und so ein Kaffee am Morgen in der Sonne ist ja schon was Feines. Was ich von dort aus beobachten kann ist 1000 mal besser als Fernsehen. Ein Kranich irritiert eine Gruppe von Gänsen, wird scharf beobachtet, auch angemeckert, stolziert völlig cool weiter. Zuerst ist alles ruhig. Aber dann läuft er durch die Gänse und man sieht an den Schnäbeln und der Körperhaltung, dass die das gar nicht gut finden.

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Parallel zur Autobahn und später zur Bundesstraße rollt es sich so vor sich hin. Nächster Stopp in Wendlingen: Raftgruppen rutschen eine Stufe hinunter und haben viel Spaß dabei.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Kurz danach komme ich an die Wernauer Baggerseen. Ein Biotop für Vögel, nett gemacht aber viel zu sehen ist jetzt zur Mittagszeit nicht. Hier kann man sich wohlfühlen, der Neckar sprudelt eine kleine Stufe runter.

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Nach Plochingen komme ich zu einer guten Zeit, um auszuruhen. Ich quatsche auf dem Radweg eine Weile mit einem Fahrradfahrer, der mir ein Café in der Altstadt von Plochingen empfiehlt und mich direkt hinbringt. Der Platz ist superschön unter einem Kastanienbaum, nette Karte und einladende Tische. Leider werde ich gleich mal von der Chefin angemacht, ob ich nicht wüsste, dass man keine eigenen Getränke mitbringen dürfte. Äh, ja, ich will nur die LEERE Wasserflasche auffüllen. Nein, Akku laden würde sie nicht gerne machen -was ist das überhaupt- (natürlich revanchiere ich mich immer per Trinkgeld) und irgendwie habe ich das Gefühl, ständig beobachtet zu werden. Fühle mich gar nicht wohl hier und fahre recht bald weiter. So unterschiedlich sind die Gastgeber. Am oberen Neckar gab es einige e-bike-Gastgeber. Da waren die Steckdosen draußen und die Radständer schon vorbereitet. Es fehlt noch viel Information bei den Gastgebern.

Ich bin im Kilometerfresser-Modus und rausche an Esslingen vorbei. Es bleibt sehr städtisch. Aber nun gefällt mir die Atmosphäre wieder. Leute liegen auf den Wiesen, Kinder jagen herum, ich quatsche mit ein paar Sprayern und finde ihr Tun sehr sympathisch. Die Orientierung ist ein bisschen schwierig weil der Neckarweg nicht ausgeschildert ist. Ich muss immer schauen, was mein nächster Zielort ist. Leider steht immer wieder was anderes auf den Schildern und ein durchgehendes weites Ziel eher selten. Bei diesem Schild ist es einfach 🙂

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In Aldingen wechsle ich die Flusseite und versorge mich *haha* beim AL.I mit dem Notwendigsten für den Abend und den sonntäglichen Morgen. Nicht weit gibt es ein italienisches Eiscafé mit Steckdose und netter Bedienung. Perfekt. Die heutigen bisher 70 km haben schon einiges aus dem Akku gezogen und mein Schlafplatz wird auf dem Berg liegen. Ich muss also nachtanken.

Eine lange Pause später breche ich auf ins Weinland. Das Tal verengt sich wieder, Weinberge begrenzen mindestens eine Seite, es schaut wieder lieblicher aus.

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Unerwartet taucht dieser Turm vor mir auf. Ich wundere mich erst aber dann wird mir klar: das ist ein Aussichtsturm, um das Naturparadies Neckar von oben zu sehen. Ich genieße lange den Ausblick und bombardiere euch jetzt mit entsprechend vielen  Naturfotos.

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Aber irgendwann muss ich weiter. Sehr ruhig und abgelegen vom Verkehr führt der Weg mich weiter bis nach Marbach. Ich kurble hoch in die Stadt – schon wieder eine hügelige. Die Laternen sind alle mit Häkelkunst „geschmückt“. Es ist nicht viel los an diesem Samstagabend.

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Dann komme ich auf diesen Platz: ein Brunnen, gedeckte Tische, eine verheißungsvolle Karte, sehr gemütlich. Und schon werde ich freundlich angesprochen mit weichem italienischem Klang. Ich lasse mich vom Hunger und der urlaubigen Stimmung überfallen und nehme Platz. Es wird dann doch eine Pizza und kein Fisch. Aber ich brauche Kohlenhydrate!

Das ist Erholung pur.

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Bei der Fahrt aus Marbach heraus nehme ich den falschen Abzweig – das Blut ist grad im Magen beschäftigt, Denken fällt schwer. Auf dem Schild steht Heilbronn und ich schnalle nicht, dass das der Weg ins Murr-Tal zum Alb-Neckar-Weg ist, der auch nach Heilbronn geht. Den will ich nicht und so stehe ich etwas unschlüssig am nächsten Abzweig herum bis ich von einem radelnden Paar angesprochen werde. Sie fahren auch nach Pleidelsheim, aber über die Felder. Wollen dort ein Eis essen und dann wieder nach Hause fahren. Und ich soll einfach mitfahren. Na, das mach ich doch gerne.

Die ganze Fahrt über quatschen wir über Fahrräder und die Welt. Viel zu schnell sind wir da und verabschieden uns. Ich quere wieder den Fluss und lande mitten in einer BMX-Veranstaltung: der Deutschen Meisterschaft. Kids fahren über eine pseudo-offroadige wellige Strecke um die Wette. Sieht lustig aus.

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Mein Ziel ist aber dieser Berg. Irgendwo auf ihm wollte ich mir einen Platz für’s Zelt suchen und ich hab ihn gefunden. Toller Ausblick über’s Tal, sogar eine gemähte Wiese und eine kleine Feuerstelle. Ich genieße den Sonnenuntergang und die rot gefärbten Felder und sitze noch lange am Feuer. 113 Kilometer waren es heute. Ich bin trotz Rückenwind-Fahrrad rechtschaffen müde.

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1 Kommentar »

  1. wirklich sehr schön und vielseitig – der Kranich soll wohl ein Test sein?

    Kommentar von Thomas — 18. Juli 2013 @ 12:52 | Antwort


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