Biki-Blog

17. Juli 2013

Neckartalradweg Tag 2

Filed under: Fahrrad — bikibike @ 11:51

Morgens höre ich die ersten Jogger, ein junger Schäferhund steckt die Nase ins offene Zelt und wünscht guten Morgen, ein paar Radler fahren wohl zur Arbeit.

Über dem Neckar zieht die Feuchtigkeit, aber oben schein schon sehr kräftig die Sonne. Es wird ein warmer Tag werden. Ich packe zügig zusammen, genieße noch einmal das beruhigende Plätschern und rolle vorbei an Oberndorf und Aistaig.

In Aistaig treffe ich einen Finnen, der mit dem Fahrrad von Serbien aus auf dem Weg nach Hause ist. Allerdings ist ihm die bisherige Strecke genug und er hat daher einen Flug ab Stuttgart gebucht. Er erzählt über die unterschiedlichen Mentalitäten, die ihm begegnet sind, die sehr unterschiedlichen Bedingungen für Fahrradfahrer und ist sehr begeistert von den Radwegen im Schwarzwald. An der Donau hat es ihm nicht so gefallen. In Sulz verabschiede ich mich von ihm weil es mich zu den Mammutbäumen im Eichwald zieht. Ich fahre allerdings nicht den direkten Weg durch den Wald sondern mache noch eine Schleife. So kurble ich die 500 Höhenmeter dank des Motörchen unangestrengt und schmerzfrei wenn auch langsam hoch und komme von oben an den Eichwald. Davor treffe ich einen Bauern, der mit seinem Trecker unterwegs ist. Wir schwatzen eine Zeit lang. Er erzählt, dass er nur im Sommer für ein paar Wochen da ist, da seine Söhne -vermutlich alle 3 um die 50 Jahre alt- die Bewirtschaftung des Hofes nicht allein hin bekommen 😉 Sonst wohnt er in Kanada und hat dort eine Farm und Tourizimmer. Der Mann ist ein echtes Unikat, sehr lebendig in den Augen und voller Energie. Er lädt mich noch ein, seinen Hof anzuschauen, besonders auf die Rosen ist er stolz.

Beim Weiterfahren dreht ein Milan seine Kreise über uns und wir bewundern noch die eifrigen Eichhörnchen im Walnussbaum gegenüber. Nein, er würde die Nüsse nicht sammeln – die gehören in die Natur und schließlich bräuchten die Hörnchen ihre Nahrung.

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Ich fahre weiter über steinige Wege zum Naturlehrpfad mit den Mammutbäumen. Ein wunderbares Ziel, das ich sicher nochmal besuchen werde. Viel gibt’s hier zu sehen, aber die Bäume sind das Tollste für mich. Darunter zwei einladende Holzliegen – ich bleibe lange.

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An diesem Weg steht der Hinweis zur Burgruine Albeck und ich denke, dass ich in den wohl nehmen kann. Ein Stückchen weiter hoppeln 2 Hasen über den Weg, ich schiebe das voll beladene Rad. Es wird immer schmaler und ich muss gut aufpassen, das schwere Teil nicht weg zu werfen. Über Naturstufen geht es steil bergab, der Weg windet sich in Serpentinen den Hang hinunter. Nein, das war keine gute Wahl! Der Wacholder riecht gut und der Ausblick ist wirklich schön. Aber ich wäre froh, wenn der Weg ein bisschen breiter werden würde. Ist ein wirklich schöner Wanderweg.

Ein Buchfink begleitet mich eine ganze Strecke, ich habe das Gefühl, er passt auf mich auf. An der Ruine halte ich nur kurz und rolle dann die übrigen 400 Höhenmeter über einen Fahrweg durch den Wald wieder runter zum Neckar.

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Bis Horb rollt es gut auf feinen gewundene Radwegen durch grüne Wiesen, Kinder spielen in der Mittagswärme im Wasser, die immer präsenten Bachstelzen begleiten mich. Beobachtete Vögel zu bestimmen hilft mir übrigens immer mal die Website vom NABU.

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Und dann rolle ich in Horb ein. Ein guter Platz für eine Mittagspause. Die Stadt strahlt bunt, überall pfeifen die Vögel und viele viele Blumen blühen.

Zunächst mal  mache es mir im italienischen Eiskaffee gemütlich, Eis und Kaffee sind gut, der Platz unterm Sonnenschirm gefällt mir. So kann ich auf die ersten beiden Tage meiner allerersten richtigen mehrtägigen Fahrradtour zurückblicken und mich freuen. Im Café lädt mein Akku, der durch den Weg zu den Mammutbäumen ratzeputz leer gesaugt ist.

Bald komme ich mit einem Paar aus dem Ort am Nachbartisch ins Gespräch. Sie kommen täglich hier essen, es gibt immer einen italienischen Mittagstisch und „La Mama“ ist eine Seele. Sie erzählen von der Geschichte des Ortes, von ihren bisherigen vielen Reisen in alle Welt und fragen mir zu dem e-bike Löcher in den Bauch.

Ich darf alles hier lassen und gehe auf einen gemütlichen Stadtbummel. Für Beinlahme gibt es einen Aufzug im Parkhaus, durch den man zum Marktplatz nach oben gebracht wird. Auch Horb ist hügelig. Der Blick von oben ist toll und die alten Häuser des Städtchens sind gut gepflegt.

Als ich zurück komme ist das Paar noch da, es gibt für einen kurzen Schwatz noch einen Kaffee für mich und dann muss ich weiter.

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Die Strecke über Rottenburg bis Tübingen wirkt unsympathischer als der bisherige Weg. Die Landschaft wird offener, es gibt kaum noch schattenspendende Bäume, Schilder fehlen, der Weg führt über öffentliche Straßen und einen Platz zum kurzen Rasten suche ich vergebens. Aber dann kommt auch schon Tübingen in Sicht und nach 87 km rolle ich auf das Gelände des Paddelclubs. Einige bekannte Gesichter sehe ich schon, es ist viel los, alle wollen auf’s Wasser. Ich versichere mich, dass ich hier zelten kann und mache mich dann stadtfein. In der Stadt ist ein Fest, das möchte ich mir anschauen – mit einem fremden Boot auf fremdem Wasser paddeln würde mich jetzt überfordern. Ein anderes Mal möchte ich dann aber mal die Neckarrunde paddeln.

Die Stadt ist bunt geschmückt, verschiedene Kulturen machen Musik, bieten Imbiss an, überall ist gute Stimmung und die Stadt ist auch schön. Hier gefällt’s mir! Irgendwann muss ich aber zurück. Noch schnell ein Stück totes Tier und kaltes Bier eingekauft und zurück zum Verein. Der Grill wird gerade angeschmissen, es wird ein gemütlicher Abend mit Paddelfreunden. Am Ende falle ich in mein Zelt und ignoriere sogar die rückkehrenden Feiertrupps aus der Stadt.

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