Biki-Blog

1. September 2010

letzte Station: Seydisförður

Filed under: Island,Moped — bikibike @ 10:09

Die letzte Woche im Norden der Insel war eher kalt (0-5°C) und manchmal nass und verschneit.

Das Spannendste war die Reparatur meines Radlagers.

Kurz vor þörshöfn krachte es am Hinterrad, blockierte kurz und knirschte dann nur noch erbaermlich. Die letzte 20 km rollte ich gaaaaanz vorsichtig und langsam ins Dorf.

Es gibt hier genau eine Werkstatt – fuer alles. Drin stand ein Boot, ein ATV, ein Jeep, ein PKW und nun meine kleine gelbe Suzi.

Da -natuerlich- Sonntag war brauchte ich erstmal einen Transport zur Jugendherberge. Die supernette Frau an der Tanke – dem Kontakt- und Versorgungsplatz des Ortes rief ihren Mann an und der fuhr mich direkt in die JH: 15 km! Es haette ihm viel Spass gemacht und mehr als ein Takk fyrir wollte er nicht dafuer.

Am Montag konnte ich mit dem Herbergshelfer ins Dorf fahren. Er stellte mich auch gleich in der Werkstatt vor, blieb den Vormittag dabei und gab lustige Kommentare dazu ab. Da er Husquarna-Fahrer war passte das prima.

Nun stehen wir am nördlichen Ende einer Insel. Da kreisen so Gedanken: ein passendes Lager gibt es hier eh nicht…ich brauch ja sogar 4…vielleicht aus Reykjavik morgen mit dem Flieger…oder gleich den ADAC anrufen…in 3 Tagen geht die Faehre…mit dem ganzen Gepaeck im Bus dorthin…eigentlich wollten wir noch…

Am Montagmorgen war innerhalb von 40 Minuten das Rad ausgebaut, die kaputten Lager rausgeholt, Nummern gecheckt, in der Fischfabrik angerufen und die neuen SKF-Lager abgeholt.

Leider hatten sich die Kugeln in saemtliche Teile gebohrt: die Nabe, die grosse Distanzhuelse und die aeussere Huelse wurden eine Tuer weiter abgedreht bzw. mit Hammer und Meissel passend gemacht.

Inzwischen standen 4 Maenner um die Werkbank herum, andere kamen immer mal wieder gucken, schwaetzten kurz, begutachteten und gingen wieder mit einem kurzen Nicken. Geschraubt und gedreht hat das Meiste einer, der heute eigentlich Urlaub hat und nur mal hallo sagen wollte. Hat ihm Spass gemacht, sagte er…

90 Minuten dauerte das Ganze, dann stand meine Kleine fix und fertig mit gespannter und geschmierter Kette auf dem Hof. Wer haette das gedacht? Da haben wir schon gaaaanz andere Erfahrungen hier in Island gemacht.

OK, die Lager sind nicht perfekt gedichtet, aber das Rad muss eh neu sein und bis nach Hause haelt es sicher.

Der Preis dafuer war laecherlich, in jeder deutschen Werkstatt haette ich mehr bezahlt.

Eine tolle Hilfe am Ende der Welt und tolle Typen, die improvisieren können mit guten Ideen und den begrenzten Mitteln.

Jetzt sitze ich beim Fruehstueck im Fjord und schaue auf die Nörröna. Die Sonne scheint, wir gehen heute noch ein bisschen wandern und baden, abends dann auf die Faehre.

4 Wochen Endurofahren, Berge bestaunen, im hotpot liegen, wandern und noch viel mehr gehen zu Ende.

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